+
„Boandlkramerblues“: Eine schaurig-schöne Geschichte haben die Wildsteiger Theaterer auf die Bühne gebracht. 

Wildsteiger Theaterer

Umwerfende Szenen und Lachsalven

Wildsteig – Knapp 200 Besucher waren es, die drei Stunden lang ein vergnügliches Theater in Wildsteig geboten bekommen haben. Und das trotz des ernsten Themas von Leben und Tod.

Die Wildsteiger Theaterer haben sich diesmal entschieden, die schaurig-schöne Geschichte vom Boandlkramer auf die Bühne zu bringen. „Boandlkramerblues“ heißt der Dreiakter von Roland Beier, in dem Isidor Birnbacher des Lebens überdrüssig ist. Zumal grad sein letzter Spezl Sepp zu Grabe getragen wurde. „Der war doch nicht grad einer, den man sehr lieb gehabt hat. Der Herr sei seiner armen Seele gnädig“, tröstet der Ortspfarrer.

Jetzt ist niemand mehr da, mit dem der Isidor Schafkopf spielen könnte. Keiner seiner Freunde lebt mehr, sein Alltag ist grau und langweilig. „Du bist zum neifotze“, mault Gattin Margarete, weil ihr Isidor in letzter Zeit nur noch die Todesanzeigen studiert. „Der hat’s geschafft, der auch, nur ich bin noch da.“

Der  Boandlkramer ließ sich nicht überzeugen

Urplötzlich erscheint der Boandlkramer. Isidor freut sich, aber: Sein Name steht noch nicht in des Boandlkramers „Returheft.“ Nicht ihn, sondern seine Ehefrau nimmt der Boandlkramer mit. Isidor ist schwer enttäuscht, vermutet einen Schreibfehler. Mit List und einer Menge Kirschgeist versucht Isidor, seinen Besucher zu überreden. Dennoch ist der Boandlkramer nicht bereit, Isidors Seele in einer seiner mitgebrachten Flaschen aufzufangen, zu verkorken und dem ewigen Leben zuzuführen.

Von Anfang an haben die 25 Akteure mit ihren schauspielerischen Talenten begeistert. Kostproben gab es während der drei Stunden reichlich. Besonders begeistert haben die vielfältigen Dialoge zwischen Isidor Birnbacher (Klaus Uhlschmied) und Gattin Margarete (Gisala Mayr), Rosi Dreher (Marianne Kasper), dem Pfarrer (Josef Schilcher) und vor allem die mit dem Boandlkramer (Albert Klein).

Mit umwerfenden Szenen haben die Theaterer für Lachsalven am laufenden Band gesorgt. Den Applaus, oft auf offener Szene, haben sich die 15 Akteure auf der Bühne redlich verdient. Es war ein genussvoller Theaterabend, zu dem vor allem auch die „Boandlkramerband“ mit Sängerin Magdalena Heißerer beigetragen hat. Da stimmte einfach alles.

Wildsteigs Pfarrer Josef Fegg sagte am Ende: „Respekt, dass sich die Wildsteiger Theaterer trauen, ein solch todernstes Thema auf die Bühne zu bringen und das, was jeder Katholik glauben sollte, glaubhaft zu spielen. Heißt: Keine Angst vor dem Sterben, sich statt dessen auf das Paradies freuen.“

Weitere Aufführungen:

Freitag und Samstag, 13./14. Januar, Beginn ist jeweils um 20 Uhr in der Gemeindehalle.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Denkmalpfleger: Dorfplatz kaum zu retten
„Gestaltung des Dorfplatzes in der Wies.“ So stand es auf der Tagesordnung des Gemeinderates. „Zum 36 422. Mal“, meinte Bürgermeister Xaver Wörle überspitzt. Der …
Denkmalpfleger: Dorfplatz kaum zu retten
Nach Lkw-Unfall: „Im Zweifelsfall gewinnt immer der Zug“
Einen Tag nach dem Unfall am Schongauer Bahnübergang bei UPM zeigen sich alle erleichtert darüber, dass es nur Leichtverletzte gab. Groß ist das Lob für das …
Nach Lkw-Unfall: „Im Zweifelsfall gewinnt immer der Zug“
„Das größte Schaufenster der Region“
Vom 29. September bis zum 3. Oktober findet am Weilheimer Volksfestplatz die 21. Oberland-Ausstellung statt. Sie hat eine enorme Anziehungskraft, rund 30 000 Besucher …
„Das größte Schaufenster der Region“
Prügelei mit Imbiss-Besitzer: Welche Version stimmt?
Die Auseinandersetzung im Döner- und Pizza-Imbiss in Lechbruck zwischen dem Besitzer und einer Gruppe syrischer Asylbewerber aus einer benachbarten Unterkunft stellt die …
Prügelei mit Imbiss-Besitzer: Welche Version stimmt?

Kommentare