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Regelrecht eingekesselt fühlen sich die Gemeinden Ingenried, Schwabsoien, Schwabbruck, Hohenfurch und Altenstadt von den vier Standorten (Punkte 1 bis 4), die im Regionalplan als Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen sind. Nach Meinung der Gemeinden sollten die Flächen 2 bis 4 entfallen, dafür die Vorrangfläche bei Ingenried/Schwabsoien (1) noch etwas größer werden. Grafik: mm

Windkraft-Kritik auf sieben Seiten

Schwabsoien - Regelrecht eingekesselt fühlen sich die Gemeinden Altenstadt, Schwabsoien, Schwabbruck und Ingenried von möglichen Windkraft-Vorranggebieten im Regionalplan.

Schwabsoiens zweitem Bürgermeister Siegfried Neumann war der Frust anzusehen: „Wir haben uns hier im Gremium viel und oft mit dem Thema Windkraft auseinandergesetzt“, sagte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Wir haben im Flächennutzungsplan Vorrangflächen und mit der Gemeinde Ingenried zusammen eine interkommunale Konzentrationsfläche für Windkraft ausgewiesen und alle Vorbereitungen getroffen“, erklärte er sichtlich angefressen. „Aber nichts, rein gar nichts hat Einfluss in die Planungen des Verbandes gefunden. Es ist auf nichts Rücksicht genommen worden, ungeheuerlich“, lautet sein Fazit. „Eine unglaubliche Ignoranz, mit der unsere Einwände und Vorschläge übergangen bzw. ignoriert worden sind.“

Konkret fühlen sich die Gemeinden von vier im Regionalplan ausgewiesenen Vorranggebieten für Windkraft umzingelt: Im Westen von einem Gebiet im Bereich Schwabsoien/Ingenried/Bidingen, im Südwesten von einer Vorrangfläche im Bereich Burggen/Tannenberg, im Süden zwischen Altenstadt, Burggen und Ingenried sowie im Norden von einer Vorrangfläche zwischen Altenstadt, Hohenfurch und Schwabsoien.

Beim Letztgenannten wunderte es die Gemeinderäte besonders, dass dieses Gebiet überhaupt ausgewiesen worden sei, obwohl doch mit dem Kasernenstandort Altenstadt ein absolutes Ausschlusskriterium vorliege. „Und selbst wenn die Luftlande- und Lufttransportschule irgendwann umzieht, ist das ja nicht gleichgesetzt mit der Aufgabe des Luftraumes“, merkte Neumann an. Schließlich gebe es ja auch noch die dann immer noch vorhandene Radarüberwachung für die Region, die durch Windkraftanlagen in diesem Bereich gestört würde.

Ein weiteres Ärgernis sind die sogenannten und auch im Plan so eingezeichneten weißen Flächen. Diese sind weder Vorrang-, noch Ausschlussgebiet. Dort, so ist die Befürchtung, könnten potentielle Windradbauer, wenn sie sich mit einem örtlichen Grundstücksbesitzer einig sind, ohne Genehmigung Windkraftanlagen bauen. „Ziel war und ist es“, sagte Rainer Seidl von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Altenstadt, „dass diese weißen Flächen auf unserem Gemeindegebiet verschwinden.“ Für dieses Ziel habe auch Landrat Friedrich Zeller den Gemeinden seine Unterstützung zugesagt. Anscheinend ohne Erfolg.

Sei’s drum: Die Schwabsoier - und mit ihnen die anderen Gemeinden der VG Altenstadt sowie die Gemeinde Burggen - verfassen jetzt eine siebenseitige Stellungnahme an den Planungsverband. In dieser machen sie ihrem Unmut über die Planung und Nicht-Beachtung der gemachten Vorschläge Luft. Stattdessen machen sie den Vorschlag, alle erwähnten weißen Flächen aus dem Plan zu streichen und ausschließlich das etwa 105 Hektar große Vorranggebiet im Bereich zwischen Ingenried und Sachsenried beizubehalten. Die übrigen erwähnten Vorranggebiete sollen entfernt werden.

Jochen Schröder

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