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Freuen sich auf das Jubiläum: Hilde und Ignaz Erhard mit Urenkel Vinzent.

Vor 30 Jahren privat errichtet 

Kinsauer Winklkapelle feiert Jubiläum

Ignaz Erhard war es, der vor 30 Jahren die kleine Kinsauer Kapelle mit der eindrucksvollen Christusfigur „Zum Gegeißelten Heiland“ erbaute. Nun blickt er zurück.

Ignaz Erhard freut sich, dass er seinem ersten Urenkel Vincent diesen schönen Platz zeigen kann. Er ist dankbar für sein Leben, auch wenn es schwere Zeiten gab, besonders den frühen Tod seiner ersten Ehefrau Mina und gesundheitliche Probleme. Mit seiner jetzigen Frau Linde und der Familie freut er sich schon auf das große Jubiläumsfest.

Erhard erzählt, dass es früher mehrere schlimme Ereignisse in der Familie gegeben habe, darunter zwei schwere Unfälle, die jedoch gut ausgegangen seien. „Damals reifte in mir der Wunsch, auf unserem Flurgrundstück Im Winkl eine Kapelle zu erbauen.“ Die Zeit war allerdings noch nicht reif, erst als seine Frau Mina unheilbar erkrankte, verwirklichte das Ehepaar sein Vorhaben. Am Krankenbett versprach Ignaz Erhard seiner Frau: „Ich bau für dich eine Kapelle“.

So begannen sie mit der Suche nach einem geeigneten Baustil und entdeckten bei einer Fahrt nach Tirol eine schöne Kapelle in Weißenbach, die ihnen als Vorbild diente. Ihr Weg führte sie auch öfter zur Wieskirche, wo sie in Anlehnung an den gegeißelten Heiland eine solche Christus-Figur wählten.

Mit viel Herzblut begannen sie dann mit dem Kapellenbau. Ignaz Erhard freut sich heute noch, dass dann mehrere befreundete Handwerker, Nachbarn und Verwandte spontan und unentgeldlich mithalfen und somit auch einen wichtigen Teil zu diesem besonderen Bauwerk beitrugen. Kirchenmaler Lang aus Lechbruck und Reinelt aus Schongau gestalteten den Innenraum. Pfarrer Pscheidl weihte an Allerheiligen vor 30 Jahren die Winklkapelle ein.

Das mit Holzschindeln gedeckte Dach ist heute moosbewachsen. Die Kapelle und die umgebende Natur wurden eins. Als gehöre sie immer schon hierher, fügt sie sich in diese idyllische Landschaft ein. Sturm Niklas hat dazu beigetragen, dass im Jubiläumsjahr der traumhafte Blick auf den dahinterliegenden Lech frei geworden ist. Man sieht jetzt die bewaldeten Hügel, die dem Fluss die Richtung geben.

Für die Familie Erhard ist die Winklkapelle ein Erinnerungsort an die Mutter Mina geworden, die diesen Ort sehr geliebt hat. Auch Besucher kommen immer wieder gerne dorthin. Die Winklkapelle steht über dem Steilhang des Lechs im Süden von Kinsau. Man erreicht sie in Verlängerung der Herzogstraße oder über die Hohenfurcher Straße von oben. Der Lechhöhenweg führt ebenfalls viele Wanderer vorbei. Nicht nur für sie ist das kleine Gotteshäuschen ein beliebter Gebets- und Rastplatz. Allen Besuchern wird durch die Inschrift in der Kapelle auch das richtige Motto mitgegeben: „Freude dem, der kommt, Friede dem, der hier verweilt, Segen dem, der weiterzieht.“

Gisela Klöck


Info: Am kommenden Sonntag, 19. Juli, findet um 10 Uhr an der Kinsauer Kapelle eine Jubiläumsmesse statt. Pater Otto aus St. Ottilien wird diese Messe feiern, die musikalische Umrahmung übernimmt Anton Draxl mit einer Bläsergruppe. Anschließend ist Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein. Sollte es regnen, ist ein Stadl zum Ausweichen vorhanden. Die Bewirtung übernimmt Familie Resch.

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