Hammer-Urteil im Diesel-Skandal gegen VW: BGH-Entscheidung ist gefallen

Hammer-Urteil im Diesel-Skandal gegen VW: BGH-Entscheidung ist gefallen
Neues Reich: Die Herzogsägmühle baut im Bereich der roten Markierung 19 Wohnungen für psychisch kranke Menschen. foto: grafik/sn

19 Wohnungen für psychisch Kranke

Peiting - 19 Wohnungen mit Aufenthaltsräumen und Betreuerbüros für Menschen mit psychischer Erkrankung will Herzogsägmühle in Peiting aufziehen.

Auf dem Jaensch-Gelände an der Münchener Straße 43 in Peiting soll bald ein Komplex mit 19 Wohnungen entstehen. „Herzogsägmühle plant pro Einheit 33 Quadratmeter ein“, so Marktbaumeister Jochen Rohrmoser, der dem Peitinger Bauausschuss die Planungen vorstellte. Vier Wohnungen und Büros sind im Untergeschoss vorgesehen, je sieben und acht Räume auf zwei Stockwerke verteilt. „Das Gebäude wird verhältnismäßig groß“, so Rohrmoser. Man könne sich darüber streiten, ob es sich in die Umgebung einfügt, oder nicht. Fakt ist jedoch, dass es keinen Plan gibt, der die Bebauung in diesem Bereich regelt. Außerdem: „Wir haben mehrere Gebäude in Peiting, die groß sind, um viele Leute unterzubringen.“ Konkret sind das beispielsweise die Eisenpeter-Blöcke am Bachfeld.

Peter Walter, Teilbereichsleiter Wohnen im Diakoniedorf, erzählte den Bauausschuss-Mitgliedern, „was das für Leute sind, die da kommen sollen“. Ein Großteil der Bewohner bewege sich bereits seit vielen Jahren durch die Marktgemeinde, da sie beispielsweise im Zenit arbeiten. „Das sind meist sehr ruhige Menschen. Sie werden kaum auffallen“, rechtfertigte er sich. Ziel sei es, Wohnstrukturen zu entzerren. „Vor 30 Jahren wurden zum Beispiel noch Doppelzimmer gebaut. Das ist heute ein No-Go. Von 14 Menschen wissen wir schon, dass sie dort einziehen, vier Zimmerbelegungen sind noch unklar.“ Man dürfe sich für psychisch Erkrankte nicht rechtfertigen, klinkte sich Bürgermeister Michael Asam ein. „Sie gehören zur Gesellschaft, wie jeder andere auch.“ Der Gemeinde gehe es nur um das Verhältnis von gesunden und erkrankten Einwohnern. „Deshalb fragen wir genauer nach.“ Was das Haus angehe, gebe es nicht viel Negatives. Es füge sich in den Hang ein, vor allem im Westen sei der Abstand zur nächsten Wohnbebauung groß, im Osten verhindere die Begrünung eine direkte Sicht.

„Wieviele Menschen aus Herzogsägmühle leben denn schon in Peiting“, fragte Hermann Mödl (BVP). Bislang gebe es fünf bis sechs Wohneinheiten für psychisch Erkrankte, unter anderem am Klausenweg und in der Friedhofstraße, erklärte der Teilbereichsleiter Wohnen. „Und wie kann man die Leute einschätzen?“, fragte Mödl weiter. Walter: „Sie meinen, ob sie gefährlich sind? Nein. Eher leben sie zurückgezogen und sind ängstlich.“ Mödl blieb dran: „Mir geht es nur darum, wieviel der Ort verträgt.“ Er habe schon oft nach konkreten Zahlen gefragt, aber nie eine Antwort erhalten.

„Wenn sie wollen, liefere ich die nach“, entgegnete Walter. Alfred Jocher (SPD), selbst Anwohner des Klausenwegs, konnte dem Teilbereichsleiter nur beipflichten: „Die Nachbarschaft ist sehr angenehm. Diese Leute bewegen sich ruhiger durch die Marktgemeinde, als so mancher Peitinger.“

Andreas Barnsteiner (BVP) monierte die Größe des geplanten Baus: „Integration finde ich gut. Da sag’ ich gar nix. Aber das Haus ist an dieser Stelle zu mächtig.“

Deutliche Kritik übte Peter Ostenrieder (CSU): „Wenn ich das richtig sehe, gibt es keinen Aufzug. Das ist aus meiner Sicht aber eine Selbstverständlichkeit, vor allem in einem Neubau, der für Beeinträchtigte errichtet wird.“ Es gehe wohl ums Geld, stichelte der CSU-Mann.

Walter fand beschwichtigende Worte. „Erstmal ist es nicht angedacht, dort Gehbehinderte unterzubringen.“ Und selbst wenn, nur das Obergeschoss müsse mit Stufen erschlossen werden, inklusive Treppenlift. „Der Rest ist über den Hang erreichbar.“ Diese Erklärung beeindruckte Ostenrieder nicht besonders: „Sollte dort aber doch ein Rollstuhlfahrer einziehen, kann man ihm nicht zumuten, einen Hang hinunterzurollen.“ Dennoch stimmte er letztlich für den Antrag von Herzogsägmühle. Einzig Andreas Barnsteiner blieb dabei und lehnte den Bau ab.

Sabine Krolitzki

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Zehn neue Fälle an einem Tag
Die Zahl der an Coronavirus-Erkrankten im Landkreis Weilheim-Schongau steigt weiter, allerdings nur leicht. In diesem News-Ticker finden Sie immer alle aktuellen …
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Zehn neue Fälle an einem Tag
Kommunale Blitzer: Bernbeuren will Defizit nicht mehr tragen und steigt aus
Die Gemeinde Bernbeuren steigt aus der Kommunalen Verkehrsüberwachung aus. Der Grund: Der Gemeinderat ist nicht mehr gewillt, das jährliche Defizit zu tragen. Den Antrag …
Kommunale Blitzer: Bernbeuren will Defizit nicht mehr tragen und steigt aus
Alle haben einen Platz, aber Corona sorgt für viele offenen Fragen
142 Kinder sind in Schongau für das neue Kindergartenjahr 2020/2021 angemeldet. „Alle Kinder bekommen einen Platz“, meldet Esther Laue, auch einige Reserveplätze hat man …
Alle haben einen Platz, aber Corona sorgt für viele offenen Fragen
Polizeiarbeit in Corona-Zeiten: Maskenkontrolle statt Schlägerei-Einsatz
Weniger Unfälle und Diebstähle, dafür mehr Kontrollen: Für die Polizei hat sich die Arbeit in Corona-Zeiten verändert. Drei Polizeichefs aus dem Landkreis ziehen eine …
Polizeiarbeit in Corona-Zeiten: Maskenkontrolle statt Schlägerei-Einsatz

Kommentare