Zehn Euro zu viel gezahlt?

Ärger über Fahrkartenautomat

Schongau - Klaus Hamann fühlt sich von der Deutschen Bahn betrogen – um zehn Euro am Fahrkartenautomaten in Schongau. Die DB hält dagegen und führt ihr Automaten-Logbuch ins Feld.

Nicht gut auf die Deutsche Bahn ist Klaus Hamann aus Eckersdorf zu sprechen. Der 62-jährige Politologe (aus der Nähe von Bayreuth) hatte kürzlich zusammen mit seiner Frau seinen Sohn in Herzogsägmühle besucht und wollte dann von Schongau aus mit der Bahn alleine weiter nach München fahren. Am Bahnautomaten in Schongau versuchte er, eine Fahrkarte zu lösen (für 16 Euro). „Ich gab einen 20-Euro-Schein ein, und der Automat forderte eine Nachzahlung von sechs Euro“, berichtet Hamann. Er gab noch diese sechs Euro dazu, die Fahrkarte wurde ausgestellt, aber Wechselgeld gab es nicht. „Also hatte ich zehn Euro draufgezahlt“, ärgert sich Hamann.

Da es am Bahnhof kein Personal gab, reklamierte er beim Zugbegleiter der Regiobahn, der allerdings zu verstehen gab, dass er nicht zuständig sei, da sein Zug nicht für die DB fahre.

Deshalb reklamierte Hamann am Hauptbahnhof München beim dortigen Reisezentrum. Er wurde nach der Nummer des Automaten in Schongau gefragt. „Wie sollte ich diese in München wissen?“, fragte er die zuständige Dame. Die drückte ihm daraufhin nur ein Formular in die Hand. „Mein Hinweis, dass man den Bahnhof in Schongau von der Nichtfunktionsfähigkeit des Automaten in Kenntnis setzen müsste, um weitere Kunden von einem Schaden zu bewahren, traf auf völliges Unverständnis“, erzählte der Politologe der Heimatzeitung.

Auch zwei Flüchtlinge haben wohl Geld verloren

Wie der 62-Jährige berichtete, hatten sich vor ihm bereits zwei junge Männer (der deutschen Sprache schlecht mächtig, offensichtlich Flüchtlinge) mit dem Automaten abgemüht. „Sie hatten 20 Euro eingeben – das Geld war weg, und eine Fahrkarte gab es auch nicht. So standen sie ohne Geld hilflos am Bahnhof“, so die Beobachtung von Klaus Hamann.

Was sagt die DB zu diesem Vorfall? Sie hat die Beschwerde des 62-jährigen Oberfranken überprüfen lassen. „Jeder DB-Fahrkartenautomat verfügt über einen kleinen Computer und hat Internetanschluss. Jeder Zahlungsvorgang wird in einem Logbuch gespeichert und kann von unserer Fachstelle per Fernabfrage ausgelesen werden“, teilte ein Bahnsprecher der SN-Redaktion mit.

Anhand des Tickets mit Automatennummer und Uhrzeit des Zahlungsvorgangs ist die Fachstelle der Bahn zu dem Ergebnis gekommen, dass sich der Kunde täusche. „Er hat laut Logbuch mit einem Zehn-Euro-Schein und drei Zwei-Euro-Münzen bezahlt“, so die Bahn. Das erkläre auch die Forderung des Automaten, sechs Euro nachzuzahlen. Klaus Hamann bleibt allerdings dabei. „Es war ein 20-Euro-Schein“, ist er sich sicher. Die Männer vor ihm hätten das gleiche Problem gehabt.

mg

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