Zeitplan für Bernbeurer Baugebiet eng, aber machbar

Bernbeuren - Um die Planungen für das neue Baugebiet Lechweg-Ost weiter voranzubringen, bewiesen die Bernbeurer Gemeinderäte am Dienstag Sitzfleisch. Analog wurde für das Gebiet Lechweg-Nord ein Landschaftsplaner beauftragt.

Lechweg-Nord plus Lechweg-Ost plus Landschaftsplan - für eine Sitzung zu viel Stoff, um sich eingehend mit den bereits eingegangenen Stellungnahmen zu befassen und die Anregungen einzuarbeiten. Ohnehin müsse ein Landschaftsplaner mit hinzugezogen werden, da es sich die Gemeinde Bernbeuren nicht anmaßen könne, einfach mit einem Rotstift an die Pläne heranzugehen, erläuterte Bürgermeister Martin Hinterbrandner nicht nur dem Gremium, sondern auch den zahlreichen interessierten Zuhörern. Um jedoch keine Zeit zu verlieren - schließlich sollen für beide Baugebiete Synergieeffekte genutzt werden, wie etwa das zeitgleiche und damit günstige Einrichten von Baustellen - brachten die Räte zumindest schon mal die Grundsatzbeschlüsse auf den Weg, dass ein Landschaftsplaner eingreifen soll. Der Auftrag geht wohl an eine erfahrene Planerin, die nicht nur über gute Ortskenntnisse verfügt, sondern bereits u.a. am Gewässerentwicklungskonzept für Bernbeuren mitgearbeitet hat. Versucht werden soll nach Möglichkeit, den Baubeginn im Frühsommer einzuhalten, wobei der Rathauschef sich bei der Zeiteinschätzung schwer tat: „Ich habe Angst, dass wir das wie beim Berliner Flughafen machen, einen Termin geben und diesen dann wieder verschieben“, befürchtete Hinterbrandner. Er betonte jedoch auch: „Es ist noch nicht so, dass uns etwas (Anm.: der Zeitplan) zusammengebrochen ist.“

„Grundsätzlich besteht Zustimmung zu dem Baugebiet“, machte Alois Suiter klar, der die eingegangenen Stellungnahmen von Behörden, Nachbargemeinden sowie Bürgern (siehe Kästen oben) ausführlichst erläuterte und bereits die Anmerkungen der Gemeinde ausgearbeitet hatte. So empfahl er etwa den Räten, die Ortsrandbegrünung nicht, wie vorgeschlagen, auf acht Meter zu verbreitern. Nicht nur Suiter sieht darin einen Nachteil für die Bauwerber, deren Grundstücke dadurch kleiner und die sich dann selbst verschatten würden. Auch die Pflanzliste war Thema, die entrümpelt werden soll, was Suiter als „wünschenswert“ begrüßte: „Wir schränken uns da nur ein.“

Die Mindestgrundstücksgröße für ein Einzelhaus wurde auf 650 Quadratmeter festgesetzt, für eine Doppelhaushälfte auf je 450 Quadratmeter, wobei pro Doppelhaus zwei Wohnungen zulässig sind. 160 Quadratmeter Grundfläche dürfen überbaut werden, wobei eine Überschreitungsmöglichkeit für Balkone und Terrassen extra festgeschrieben werden soll. Die überbaubare Grundfläche für ein Doppelhaus beträgt 120 Quadratmeter. Der Empfehlung, sich nach der Baunutzungsverordnung zu richten und die Grundfläche bezogen auf die Grundstücksfläche zu berechnen, folgte der Gemeinderat nicht. Auch was die Dachneigung von Haupt- und Nebengebäuden anbelangt, blieb der Gemeinderat bei seiner ursprünglichen Festsetzung: Die Dachneigungen (23 bis 28 Grad) müssen nicht gleich sein, sondern dürfen etwas abweichen. Dieses Zugeständnis wollte man dem Bauwerber machen, um „planerisch Spielraum zu lassen“ (Vizebürgermeister Markus Socher), was auch Oliver Sprenzel guthieß: „Die Bauherren sind eh schon geknebelt.“

Die Änderungen für das Baugebiet Lechweg-Ost sollen bis zur nächsten Sitzung eingearbeitet werden, um neuerlich auslegen zu können. Der Lechweg Nord soll eventuell in der Sitzung am 28. Oktober, spätestens jedoch in der November-Sitzung (18.11.) behandelt werden.

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