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Die Zwillings-Mamas aus Peiting

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Peiting - Eineiige Zwillinge, die fast gleichzeitig ihr jeweils drittes Kind bekommen - Tanja Seim und Nicole Eirich (28) aus Peiting sind Schwestern, die vieles gemeinsam haben.

Mädels und Buben gemischt, das ist eigentlich der Traum aller Eltern. Da waren Tanja und Nicole nicht anders. Doch ausgerechnet in diesem Punkt hat die Natur den Zwillingen, die sich ansonsten so ähnlich sind und unheimlich viel gemeinsam haben, einen Streich gespielt: Tanja bekam mit Celina (7), Leonie (4) und der im September geborenen Melody drei Mädchen - und bei Nicole waren es mit Phillip (4), Niklas (1) und dem Ende Dezember geborenen Ben drei Buben.

Als Zwilling ist man nie alleine, das war bei den beiden schon in der Kindheit so. Nach der Trennung ihrer Eltern kamen die geborenen Nürnbergerinnen im Alter von zwei Jahren mit der Mutter nach Schongau. Sie fanden es zwar doof, wie bei Zwillingen üblich die gleichen Kleidungsstücke zu tragen, doch lustig war das Verwechselspiel schon. „Sogar ich habe sie anfangs nicht auseinanderhalten können“, sagt Nicoles Mann Sebastian (29), und fügt grinsend hinzu: „Aber ich hätte auch die andere genommen“ - schallendes Gelächter.

Sie verstehen sich gut, die zwei Familien. 2006 haben sie mit einem halben Jahr Abstand geheiratet, sogar eine gemeinsame Hochzeit war Thema. Aber das war Sebastian dann doch ein bisschen zu viel doppeltes Lottchen. Nicole ist mit Familie vor drei Jahren von Schongau nach Peiting gezogen, Schwester Tanja kam im August nach und lebt Luftlinie nur wenige hundert Meter entfernt. Sie wollten sogar einmal gemeinsam in ein Haus ziehen, alles war schon geplant. „Aber dann war eine der beiden Wohnungen weg“, sagt Tanjas Mann Jens (32), während er Melody ein Fläschchen gibt.

Kinder wollten beide Schwestern schon immer haben, und Tanja war bei Celina erst 21 Jahre alt. Als nächstes war zweieinhalb Jahre später Nicole an der Reihe, obwohl ihr Mann Sebastian eigentlich gar kein Kinder wollte, wie er zugibt: „Aber als das erste da war, hat das Papa-sein doch viel Spaß gemacht.“ Neun Monate nach ihrem Phillip brachte Schwester Tanja die kleine Leonie zur Welt, danach war wieder Nicole dran mit Niklas - und dann schien es plötzlich vorbei mit dem Kindertraum. Zumindest bei Tanja.

„Es hat geheißen, ich kann keine Kinder mehr bekommen“, erzählt sie - veklebte Eileiter, so die Diagnose. Viel geweint hat sie damals, „wir wollten doch unbedingt das dritte Kind“. Irgendwann hatte sie sich damit abgefunden - und plötzlich war sie wie durch ein Wunder doch schwanger. Da wollte Nicole nicht nachstehen, doch auch bei ihr wäre es fast schiefgegangen. Bei mehreren Ultraschalluntersuchungen wurden keinerlei Herztöne festgestellt.

Auch ansonsten war es nicht einfach. In der 33. Woche wurden bei Melody unregelmäßige Herztöne festgestellt, bei Ben gab es kurioserweise ebenfalls in der 33. Woche die selbe Diagnose. Während Nicole ab diesem Zeitpunkt nur noch liegen durfte, traf das auf Tanja nicht zu. Sie hatte dafür die erheblich schwerere Geburt: 72 Stunden dauerten die Wehen.

Doch alles ging gut, die Familien sind glücklich mit den drei Kindern.

Boris Forstner

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