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Eine beliebte Einbruchmethode ist das Fensteraushebeln mit einem Schraubenzieher. 

Zwischenbilanz Polizei Schongau

Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich verdoppelt

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Schongau - Mehr als doppelt so viele Wohnungseinbrüche als 2015: Das geht aus einer ersten Zwischenbilanz der Schongauer Polizei hervor. Inspektionsleiter Herbert Kieweg: „Wir sind in erster Linie auf Hinweise der Bevölkerung angewiesen“.

Erfolge in Sachen Festnahme von Wohnungseinbrecher hat die Polizei selten zu feiern. Die Aufklärungsquote liegt seit Jahren bei rund 20 Prozent. „Das hat sich auch heuer nicht verändert“, sagt Herbert Kieweg, Inspektionsleiter der Schongauer Polizei. Sehr wohl neu ist jedoch die traurige Gewissheit, dass sich seit Neujahr die Wohnungseinbrüche in Schongau und Umgebung mehr als verdoppelt haben. „Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt nur fünf Einbrüche“, sagt Kieweg, der bis auf wenige Ausnahmen ein immer wiederkehrendes Muster beobachtet, es als das „Phänomen der Dämmereinbrüche“ bezeichnet.

Schongaus Polizei-Chef Herbert Kieweg wünscht sich schnellere Hinweise aus der Bevölkerung.

Speziell im Herbst, Winter und Frühjahr, so lange die Tage kürzer sind, passieren die meisten Einbrüche. Der perfekte Zeitpunkt ist bei Einbruch der Dunkelheit, so lange die Hausbesitzer noch im Büro sitzen. Dann geht alles ganz schnell: Fenster oder Türe aushebeln, Schubladen und Schränke nach Bargeld und Schmuck durchwühlen, das Wertvollste einstecken und mit einem in der Nähe geparkten Fluchtwagen das Weite suchen. „Das sind Profis, die wirklich nur auf wertvolle Sachen aus sind, Modeschmuck zum Beispiel liegen lassen.“ Und Profis, die ganz bewusst Objekte im Abseits wählen, die zugleich nahe der Umgehungsstraße liegen – der perfekte Fluchtweg.

Egal ob Rottenbuch, Peiting, Hohenfurch, Altenstadt oder Schongau: Nahezu alle Wohnungseinbrüche ereigneten sich in Einfamilienhäusern, die am Rande eines Wohngebiets gebaut wurden. „Weil diese Häuser vom regen Verkehr so gut wie nicht einsehbar sind“, sagt Kieweg. Das mindere die Chance, erwischt zu werden.

Keine Scheu, die 110 zu rufen!

Sollte ein Nachbar, Spaziergänger oder Hausbesitzer trotzdem Bekanntschaft mit Einbrechern machen, „dann bitte nicht versuchen, ihn zu stellen“. Kieweg sagt, dass Einbrecher in der Regel sofort flüchten. „Versucht man sie aufzuhalten, begibt man sich selbst in Gefahr.“ Viel wichtiger sei, sofort die Polizei zu rufen und zu beobachten, in welche Richtung, mit welchem Wagen (Kennzeichen), die Täter abhauen. „Viele Leute scheuen sich, die 110 zu wählen, dabei sind wir auf Hinweise der Bevölkerung sehr stark angewiesen“, betont Kieweg, der über schnellere Unterstützung sehr dankbar wäre. „Wenn jemandem eine Sache spanisch vorkommt, sich jemand unwohl fühlt, soll er sich sofort melden.“ Falls sich der Verdacht als falsch herausstellt, „passiert gar nichts“.

Letzteres ist ohnehin der größte Wunsch, von Hausbesitzer und Polizei. Deshalb ruft Kieweg immer wieder Präventions-Maßnahmen ins Gedächtnis: „Türen abschließen und Fenster nicht gekippt lassen. Nachbarn und Freunde informieren, wenn man in den Urlaub fährt.“ Außerdem rät er Leuten, die ein neues Haus bauen möchten: „Kollege Simon Bräutigam von der Kripo Weilheim berät kostenlos, wie man sich am besten vor Wohnungseinbrecher schützen kann.“ Den könne man jederzeit anrufen (siehe unten) bzw. aufs Band sprechen. „Denn oftmals reicht schon Bewegungsmelder aus, um Einbrecher abzuschrecken.“

Kostenlose Beratung

in Sachen Schutz vor Wohnungseinbrecher gibt Simon Bräutigam (Kripo Weilheim) unter der Rufnummer 0881/640 458.

js

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