Aus dem Gerichtssaal

Notorischer Schwarzfahrer muss zahlen

Weßling - Schwarzfahren kommt bei Gericht nicht gut an. Schon gar nicht, wenn es einer quasi aus Lust und Laune macht.

Schwarzfahren kommt bei Gericht nicht gut an. Vor dem Starnberger Jugendgericht wegen fünffacher Leistungserschleichung angeklagt, bekannte ein junger Weßlinger dieser Tage: „Alle haben es damals gemacht, da habe ich es eben auch gemacht.“ Innerhalb von drei Monaten ließ sich der 19-Jährige fünf Mal ohne MVV-Ticket erwischen. Der entstandene Schaden beläuft sich auf 26 Euro. Vor dem Richter gab der Azubi an, die Fahrten zur Frühlings- und Sommerzeit 2015 seien allesamt dem Arbeits- und Berufsschulweg geschuldet. Dass sich die tatsächlich getätigten Schwarzfahrten lediglich auf die fünf angeklagten Taten beschränken, wollte ihm im Prozessverlauf niemand abnehmen. „Das haben sie dann andauernd gemacht, denn das ist ja nur die Spitze des Eisberges, wenn man erwischt wird“, sagte Jugendrichter Ralf Jehle. Auch Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich legte dem Azubi ein gehöriges Maß an Ignoranz zu Last. Die verhängte Geldauflage von 500 Euro soll dem Weßlinger nun zur Lehre dienen. Das Gericht ließ zudem mahnende Worte hören: „Sie treten sich damit selber auf den Fuß. Es wird höchste Zeit, dass sie Verantwortung für ihr Leben übernehmen. Wegen Leistungserschleichung sind schon längere Arreste und auch Jugendstrafen verhängt worden.“ So weit könne es nach Einlassung des Angeklagten jedoch nicht kommen. Eine Fortsetzung der Schwarzfahrten sei schon deshalb nicht mehr zu befürchten, weil er inzwischen ein eigenes Auto habe.

nh

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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