Im Bundesfreiwilligendienst hilft Rebecca Gerst in einer SOS-Kinderdorffamilie bei den Hausaufgaben.

SOS-Kinderdorf

Alle mögen die "Bufdiline"

Herrsching/Fischen - Sechs Monate lang unterstützt eine junge Herrschingerin im Bundesfreiwilligendienst eine SOS-Kinderdorffamilie in Fischen. Sie sagt: "Ich würde es immer wieder machen."

Rebecca Gerst schwärmt von den „tollen Kindern“. Sechs Monate lang unterstützt die junge Herrschingerin im Bundesfreiwilligendienst eine SOS-Kinderdorffamilie, hilft den sechs Buben und Mädchen bei ihren Hausaufgaben, übernimmt den wöchentlichen Großeinkauf und die Fahrdienste zu Ärzten, Therapeuten oder zum Sport. Der Alltag der Familie Linßner im früheren „Kinderhof Valentin“ in Fischen ist ihr mittlerweile vertraut, und zu den Kindern hat die 20-Jährige eine gute Beziehung entwickelt.

Ein bisschen Bedenken hatte die Abiturientin anfangs schon: Würde sie auch richtig reagieren, wenn mit den Kindern „etwas ist“? Schließlich haben alle sechs Buben und Mädchen im Alter zwischen zwei und 14 Jahren schon schlimme Erfahrungen gemacht. „Bei den Vorgeschichten musste ich schon manchmal schlucken“, bekennt Rebecca Gerst, „aber umso mehr will man dann auch helfen.“ So, wie sie zuvor schon zwei Monate lang in einem Waisenhaus in Myanmar mit 300 Kindern geholfen hatte.

Doch sie hätte sich keine Sorgean machen müssen, meint sie nach gut drei Monaten in der Familie: „Man wächst ganz schnell rein, und es geht praktisch von selbst“. Außerdem seien entweder die Kinderdorfeltern oder eine der beiden Erzieherinnen da, wenn sie ihren jeweils achtstündigen Dienst versieht – entweder von 11.30 bis 19.30 Uhr oder von 9 bis 17 Uhr.

Rebecca Gerst, die schon in der Schule bei der Hausaufgabenbetreuung mitgewirkt hat, genießt diese Aufgabe auch mit den Kinderdorfkindern. Außerdem freut sie sich über die oft intensiven Gespräche mit den Buben und Mädchen, wenn sie sie zu einem der vielen Termine fährt. Mit der 14-Jährigen hat sich im Laufe der Zeit ein sehr enges Verhältnis ergeben: „Ich mag die Bufdiline wie eine große Schwester“, sagt Nicolette, der Rebecca Gerst auch „bei den Klamotten“ hilft.

Die Kinder haben die 20-Jährige gut akzeptiert, betont SOS-Kinderdorfmutter Jacqueline Linßner und ihr Partner Ronny Niesner ergänzt: „Sie ist eine Bereicherung für die Familie“. Zumal etliche Fahrten ohne den Bundesfreiwilligendienst nicht möglich wären. Deshalb hoffen die beiden auch, dass sie Ende August Ersatz bekommen, wenn Rebecca Gerst ihr Studium der Erziehungswissenschaften aufnimmt.

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