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Oliver Szymanski und Ferdinand Gerz segeln in Rio de Janeiro für Deutschland.

Segeln

Gerz/Szymanski lösen Olympia-Ticket

Wörthsee - Oliver Szymanski und Ferdinand Gerz vom Segler-Verein Wörthsee landeten bei der 470er-EM zwar nur auf Rang 14. Das reichte aber locker, um die Norm des DOSB zu erfüllen.

Die Enttäuschung über den verlorenen Titel währte nicht lange. Schon bald kannte die Freude bei Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski keine Grenzen mehr. Die Segelcrew vom Segler-Verein Wörthsee musste sich bei der Europameisterschaft der 470er auf Mallorca zwar mit dem 14. Platz bescheiden, erfüllte aber das letzte Kriterium auf dem Weg zu Olympia. „Wir sind super happy und stolz, die Qualifikation für Rio 2016 geschafft zu haben“, teilte das überglückliche Team seinen Fans mit.

Während Szymanski gespannt seiner Olympia-Premiere entgegenfiebert, fährt Gerz bereits zum zweiten Mal zu den Spielen. 2012 hatte er es zusammen mit Patrick Follmann vom Deutschen Touring Yacht-Club zum ersten Mal versucht, eine olympische Medaille zu erringen.

Dem ehrgeizigen Steuermann war bewusst, dass er die vom Deutschen Olympischen Sportbund geforderten Normen zwar über Gebühr erfüllt hatte, dass sein Auftritt bei der EM aber alles andere als einem Samba auf dem Wellen gleich kam. „Mit Platz 14 sind wir natürlich nicht zufrieden.“ Dass die Crew es viel besser kann, hat sie mit dem EM-Sieg vor einem Jahr und dem siebten Platz bei der Weltmeisterschaft bewiesen.

Auf Mallorca ging es aber nur noch darum, den Deckel auf eine erfolgreiche Olympia-Kampagne zu machen. Ein Platz unter den besten 15 Nationen lautete das Ziel, das die beiden vor keine besondere Herausforderung stellte. „Vielleicht hat etwas der Biss gefehlt, weil wir insgeheim schon gewusst haben, dass uns die Olympiaquali wohl nur noch schwer zu nehmen ist“, räumte Gerz ein.

So mangelte es der Crew vor Mallorca ein wenig an der nötigen Spannung. Einem Tagessieg und zwei sechsten Plätzen standen in der Qualifikationsserie die Ränge 20 und 27 gegenüber. Die flossen beide in die Wertung ein, weil die Deutschen Meister im ersten Rennen der Finalserie gleich einen unnötigen Fehlstart hingelegt hatten. Mehr als Mittelmaß war in den folgenden Wettfahrten nicht mehr drin (16/14/16/17), sieht man von einem sechsten Platz im vorletzten Lauf ab. „Wir haben viele Punkte liegen gelassen“, gab sich Gerz selbstkritisch. Vor allem monierte er die fehlende Geschwindigkeit des Bootes, die sonst immer die große Stärke der Mannschaft gewesen ist. Besser lief es dagegen für die Australier Mathew Belcher und Will Ryan, die die Regatta überlegen gewannen. Der Titel ging jedoch an die Franzosen Sofian Bouvet und Jeremie Mion.

Während Gerz und Szymanski noch vier Monate bleiben, um sich auf Rio vorzubereiten, müssen sich Nadine Böhm und Ann-Christin Goliaß vorerst von einem großen Traum verabschieden. Die Crew aus dem DTYC wähnte sich nach einer fulminanten Qualifikation schon auf dem Weg nach Rio. Fünf Ergebnisse in den Top-Ten (5/6/5/5/10) bedeuteten eine absolute Überraschung und setzten ihre nationalen Konkurrentinnen Annika Bochmann und Marlene Steinherr gewaltig unter Druck.

Während sich die Berlinerinnen in der Finalserie stabilisierten, verloren die Herausforderinnen aus Tutzing ihre Leichtigkeit. Auf einmal lief fast gar nichts mehr (26/18/ 25/24/17/17), und die Crew stürzte vom achten auf den 21. Rang im Gesamtklassement ab. Nach dieser Bilanz zogen Bochmann und Steinherr noch an ihnen vorbei und erfüllten neben Gerz/Szymanski als zweites deutsches Team die geforderten Kriterien für Olympia. Den EM-Titel holten sich die Österreicherinnen Lara Vadlau und Jolanta Ogar. Christian Heinrich

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