Aus dem Gerichtssaal

Kurzes Nickerchen führt fast zur Katastrophe

Seefeld - Ein kurzes Nickerchen am Steuer kann üble Folgen haben. Ein Peißenberger landete dafür vor dem Richter. 

Ein kurzes Nickerchen am Steuer kann üble Folgen haben. Im Falle eines Peißenberger Skodafahrers kam es im Februar 2015 zum Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Zwar bestritt der Anwalt des 60-Jährigen vor dem Starnberger Amtsgericht, dass sein Mandant am Steuer eingeschlafen sei. Seiner Verurteilung wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung entging der Skodafahrer dennoch nicht. Richterin Christine Conrad setzte die Geldstrafe auf 50 Tagessätze à 40 Euro fest und folgte damit den Vorgaben des Strafbefehls. Lediglich in Sachen Fahrverbot drückte das Gericht ein Auge zu. Der Peißenberger muss lediglich zwei Monate auf den Führerschein verzichten – der Strafbefehl hatte drei Monate gefordert. An jenem Februarnachmittag fuhr der Angeklagte auf der Staatsstraße 2069 von Weßling Richtung Seefeld. Laut Augenzeugenberichten glitt der Skoda dabei langsam nach links auf die Gegenfahrbahn und erwischte einen entgegenkommenden Porsche. „Ich versuchte zu bremsen und rechts auszuweichen. Auf einmal war der Aufprall da und mich hat es von der Fahrbahn runter“, so die 42-jährige Porschefahrerin. Zwar erlitt die Münchnerin schmerzhafte Prellungen und einen Haarrissbruch am Handgelenk, blieb aber von schwerwiegenderen Unfallfolgen verschont. Auch der 12 900 Euro teure Schaden an ihrem Pkw ist bereits reguliert. Den Vorwurf des Sekundenschlafs wollte insbesondere der Rechtsanwalt nicht gelten lassen: „Mein Mandant war voll fit. Ein Sekundenschlaf setzt Vorzeichen voraus.“ Den von Advokatenseite geforderten Freispruch hielten Staatsanwalt und Richterin Christine Conrad jedoch für inakzeptabel. „Wir können von Glück sagen, dass wir hier keinen Toten haben“, so Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich. Belastend wirkte sich vor dem Kadi vor allem aus, dass der Angeklagte unmittelbar nach dem Unfall gegenüber der Polizei bekannt hatte, müde gewesen zu sein. „Er hat gesagt, ihn habe die Sonne geblendet und er sei wahrscheinlich eingenickt – so genau wüsste er es aber nicht“, sagte eine Polizeibeamtin im Zeugenstand. Zweifel am Sekundenschlaf waren für das Gericht somit vom Tisch: „Ich hatte schon einige Verhandlungen, wo es um Sekundenschlaf ging. So deutlich waren die Zeugenaussagen selten.“

Rubriklistenbild: © dpa

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