Wer kommt in 30 Minuten am weitesten? Mehr als 300 Trockenruderer sorgten bei den deutschen Ergo-Titelkämpfen für tolle Stimmung in der Starnberger Schlossberghalle. Foto: schuhbauer-von jena

8825 Meter in 30 Minuten

Starnberg - Mehr als 300 Teilnehmer sorgten bei der Deutschen Meisterschaft im Ergometer-Rudern für Stimmung in der Starnberger Schlossberghalle.

Als die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Ergorudern kurz nach 18 Uhr pünktlich ihr Ende fanden, durfte sich Thomas Thallmair in seinem Missionseifer bestätigt fühlen. Der Regattachef aus dem Münchener Ruder- und Segelverein (MRSV) hatte trotz Grippewelle über 300 Athleten in die Starnberger Schlossberghalle gelockt und nebenbei auch zahlreiche Schaulustige. „Es haben sich viele Leute bei mir erkundigt“, freute sich Thallmair über die großartige Resonanz.

Überrascht war er vor allem, weil manche der Trockenruderer verlegen anklopften, wie sich dieser Sport denn in echt anfühlt. „Ich werde das nächste Jahr ein Ruderboot aufstellen“, will Thallmaier bei der 18. Auflage seiner Titelkämpfe auf die Nachfrage reagieren. Sportgeräte befinden sich jedenfalls groß im Trend. Allein der Ski-Ergometer, an dem Ski Nordisch simuliert werden kann, war ständig ausgelastet.

Natürlich glühten auch die Ruderergometer, was an den starken Leistungen der Sportler lag, von denen einige aus den Fitness-Studios kamen. Einen Extra-Preis verdienten sich Karl-Ludwig Pedell vom MRSV und der Tutzinger Günther-Julius Mattern. Sie waren mit 85 beziehungsweise 80 Jahren die beiden ältesten Teilnehmer des Wettbewerbs und bekamen eine Flasche Wein. „Da muss man schon den Hut davor ziehen“, zollte Thallmair den Oldtimern Respekt, die in ihren Altersklassen als einzige gemeldet hatten.

Ergofahren ist jedoch nicht nur ein Sport für die Generation ab 50, sondern für jedes Alter geeignet. Entsprechend hoch war das Meldeergebnis beim Nachwuchs mit 145 Kindern und Jugendlichen. Von ihnen brachte Philip Mantz die Schlossberghalle zum Kochen, als sein Weitenmesser nach einer halben Stunde bei 8397 Metern stehen blieb. Mit dieser Marke verbesserte sich der 17-Jährige im Vergleich zum vergangenen Jahr um gut 400 Meter. „Er hat unsere ganze Mannschaft mitgezogen“, würdigte Thallmair seinen Schützling als Motor der gesamten Jugendgruppe.

In seinem Sog holten sich Geburtstagskind Lorenz Bayerlein (7579) und Maximilian Schwepcke (7481) Gold und Silber bei den Leichtgewichten. Auch bei den gleichaltrigen Juniorinnen kam mit Sonja Baumgartner (6749) die Siegerin aus dem MRSV. Das waren nicht die einzigen Überraschungen. Theresa Gadilhe (7128) und Lea Siebler (7124) lieferten sich nicht nur ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Silber und Bronze bei den 17- bis 18-Jährigen, sie mussten sich außerdem einzig Sonja Schlosser (7448) geschlagen geben, die dem Bundeskader C angehört.

Für die größte Weite des Tages sorgte mit Damir Suljkic ein Athlet aus dem Münchener Ruder-Club. Seine 8825 Meter waren nicht zu übertreffen, auch von Hans Roth nicht. Der 19-Jährige vom MRSV deutete mit seinem Resultat (8531) an, dass er im Winter hervorragend gearbeitet hat und in Zukunft mit ihm zu rechnen ist. Genauso wie mit den Hausmeistern der Schlossberghalle, die einen immensen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. „Was sie leisten, ist einmalig“, lobte Thallmair.

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