Die Höhenkontrolle auf der A96 sorgt immer wieder für Stau.

Immer wieder Stau

A96: Neuer Höhenalarm nervt die Pendler

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Dauerstau auf der Lindauer Autobahn A 96 sind die Pendler ja gewohnt, aber meist erst ab dem Stadtgebiet München. Neuerdings stehen sie aber schon vor den Tunneln Etterschlag und Eching. Der Grund: Fast täglich schlägt die neue Höhenkontrolle Alarm.

Etterschlag – Eigentlich seien die Warnungen nicht zu übersehen, sagt Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern. „Höhenkontrolle“, warnen Schilder, die quer über die Lindauer Autobahn kurz vor den Tunneleinfahrten bei Eching und Etterschlag (Kreis Starnberg) gespannt sind. Bei 4,30 Meter ist absolut Schluss. Das ist sogar etwas übertrieben. Denn die Höhenkontrolle schlägt erst an, wenn die Höhe von exakt 4,38 Meter überschritten wird.

Doch es gibt offenbar nicht wenige Lastwagenfahrer, die dieses Limit ignorieren. Dann schlagen die Lichtschranken an, die Ampeln vor der Tunneleinfahrt schalten auf Rot und die Autos stauen sich. Das passiert momentan fast täglich, oft auch im Berufsverkehr morgens oder abends. „Wir hatten im Januar 18 Alarme“, sagt Heinz Angermeier von der Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck. In dieser Woche gab es schon wieder fünf – am Dienstag, Mittwoch und auch gestern: Ein zu hoher Lkw löste um 12.55 Uhr die Rotschaltung der Ampel am Echinger Tunnel aus – nichts ging mehr.

Meist muss für eine halbe Stunde der Verkehr gestoppt werden, bis die Polizei vor Ort die Lage geprüft und die Ampel wieder auf Grün geschaltet hat. Beim Lastwagen wird etwas Luft abgelassen und das Gefährt langsam durch den Tunnel gelotst. Es soll auch Autofahrer geben, die das langwierige Prozedere schon kennen und die roten Ampeln einfach ignorieren. „Es dauert meist ein bisschen, bis der erste stoppt“, bestätigt Verkehrspolizist Angermeier.

Die Höhenkontrolle ist neu, sie wurde bei einer umfangreichen Sanierung der beiden Tunnel im vergangenen Jahr eingebaut. Schnell bemerkte die Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck, die für die Autobahn zuständig ist, dass sie auch ganz korrekt funktioniert – Alarm folgt auf Alarm. „Wir hatten eigentlich gedacht, dass sich die Situation bald beruhigt, aber dem ist nicht so“, sagt Angermeier. Auch die Autobahndirektion rätselt über die Häufung der Vorfälle. Denn eine Höhenkontrolle ist beispielsweise auch vor dem Tunnel Aubing an der A99-West aktiviert – und das schon seit Jahren. Dort gibt es aber wesentlich weniger Vorfälle. „Vielleicht haben sich die Lastwagenfahrer dort schon daran gewöhnt“ – während sie die neue Situation bei Eching und Etterschlag erst austesten. Die Autobahndirektion hat 80 Firmen in der Region angerufen, um sie für die neue Lage zu sensibilisieren. Bisher ohne erkennbaren Effekt. Die Autobahnmeisterei Inning berichtet von einem Lastwagenfahrer, der sogar schon zwei Mal erwischt wurde. In diesen Fällen setzt die Verkehrspolizei ein Bußgeld fest. 240 Euro bei einer handfesten Überschreitung der Höhe, 160 Euro bei zufälligen Vorkommnissen wie einer in die Höhe flatternden Plane. „Wer auslöst, wird zur Anzeige gebracht“, sagt Verkehrspolizist Angermeier.

Der Etterschlager Tunnel.

Dass die Höhenkontrolle notwendig ist, bezweifelt niemand. „Sie ist elementarer Bestandteil der Sicherheit“, sagt Josef Seebacher von der Autobahndirektion.

Im Farchanter Tunnel vor Garmisch-Partenkirchen schrammte man vor Jahren nur knapp an einem Unfall vorbei, als ein zu hoher Lkw eine Leuchte abriss. Sie baumelte nur noch lose am Kabel. „Nicht auszudenken, wenn sie runtergefallen und einem Auto in die Windschutzscheibe gedonnert wäre“, sagt Seebacher. „Die Höhenkontrolle auszuschalten, kommt daher nicht infrage.“

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