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Stramme Waden treffen auf gewachsenes Selbstbewusstsein: Josef Holzner, Anton Maier und Sebastian Fuchsberger (v.l.) vom ADFC-Kreisvorstand.

ADFC

Radler fordern Gleichbehandlung

Deutschland ist das Land der Autofahrer, der ADAC ein lautes Sprachrohr für deren Belange. Radfahren ist bestenfalls ein Hobby, wird als Fortbewegungsmittel höchstens belächelt. Die Lobby ist klein, aber laut – und wenn notwendig auch lästig: Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub ADFC tritt für den Fahrradfahrer ein.

Hochstadt – In Starnberg ist das seit 2011 der Kreisverband, der in der Jahreshauptversammlung am Mittwoch vor den 20 Anwesenden unter anderem gleiches Recht für Radwege und Autostraßen forderte.

Schläge kassierten die Ehrenamtlichen für ihr Engagement in der Vergangenheit reichlich, wusste Kilian Häuser im Gasthof Schuster. Dabei bezog er sich auf ihre umstrittene Bürgerinitiative vor drei Jahren, die geplante Umfahrung Gilchings fahrradfreundlich zu gestalten (wir berichteten).

Jetzt wird die Westumfahrung gebaut. Ob diese die Hauptstraße großartig entlaste, sei zweifelhaft, erinnerte sich der Ortsgruppenleiter Gilchings an eine entsprechende Aussage in der Bürgerversammlung. Fakt aber sei, dass „wichtige Querverbindungen abgeschnitten werden“. Gleiches gelte für alle Umfahrungen im Landkreis, bei deren Planung der Radler schlichtweg übersehen werde. Etwa bei Starnbergs Westumfahrung.

„Ursprünglich war ein begleitender Radweg geplant“, wusste Kreisvorstand Anton Maier. Dieser scheiterte am dafür notwendigen Grund – wie schon zwischen Breitbrunn und Herrsching oder Gauting und Neuried.

Der Ortsgruppenleiter von Herrsching und Inning, Thomas Allner-Kiehling, griff das Wort „Enteignung“ auf und forderte die Gleichstellung zur Autostraße. Die Eigentümerin des Areals, auf der Starnbergs Westumfahrung läuft, ließ sich nämlich laut Maier nur mit der drohenden Enteignung zum Verkauf überzeugen.

Radler wollen Innenminister an sein Versprechen erinnern

Die Verhandlungen in Sachen Radweg seien daran gescheitert, dass es diesen Hebel nicht gibt. Ganz anders würde das Versprechen von Bayerns Innen- und Verkehrsminister, Joachim Herrmann, klingen, Radwege entlang der Staatsstraßen zu bauen. In den Händen des Ministeriums liege auch das vom ADFC geforderte Tempo 30 innerorts.

Den Minister wollen Allner-Kiehling und Maier demnächst persönlich an sein Versprechen erinnern. Stark machen sich die Vereinsmitglieder heuer für einen Rundweg um den Ammersee und außerdem – stellvertretend für alle – greifen sie ein Radwegthema im Landkreis auf. Sich lautstark Gehör verschaffen wollen die leisen Verkehrsteilnehmer unter anderem mit der „Critical-Mass“, bei der Radler unter Polizeischutz demonstrieren. Zielführend hätten sich die Gespräche auf politischer Ebene in den Gemeinden erwiesen – und langfristig solle ein sinnvolles Radwegnetz für jede Gemeinde ausgearbeitet werden.

Erfreulich im Jahresrückblick war das Tourenprogramm, zu dem der ADFC auch 2017 die Bevölkerung lädt (www.adfc-starnberg.de/kalender.html). Im Amt als Kreisvorstand bestätigt wurden Sebastian Fuchsberger, Wolfgang Frieß, Anton Maier und Sepp Holzner. Von Michèle Kirner

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