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Vor der Blutabgabe müssen sich die potenziellen Stammzellenspender registrieren lassen.

Aktion Knochenmarkspende Bayern

432 Freiwillige wollen Leben retten

Gauting - Der Andrang im Gautinger Rathaus ist enorm. 432 potenzielle Stammzellenspender wollen der an Leukämie erkrankten Gautingerin Andrea Tietz helfen.

Andrea Tietz aus Gauting ist an einer aggressiven Form der Leukämie erkrant. Helfen kann ihr nur noch eine Stammzellenspende. Um einen geeigneten Spender zu finden hat die Gemeinde Gauting für ihre Mitarbeiterin gemeinsam mit der Stiftung Aktion Knochemarkspende Bayern (AKB), die ihren Sitz in der Würmtalgemeinde hat, zu einer Typisierungsaktion aufgerufenn.

Kaum hatte das Rathaus seine Pforten geöffnet, herrschte Betrieb wie in einem Bienenstock – 70 ehrenamtliche Helfer, darunter Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, des Sportclubs Gauting, der Asklepios-Klinik Gauting und aus umliegenden Arztpraxen waren ab 11 Uhr damit beschäftigt, den Strom der Spender zu bewältigen: Anmelden, Fragen beantworten, Daten aufnehmen, Röhrchen übergeben und dann rechts zum Blut abnehmen. Ein kurzer Pieks, zwei Röhrchen füllen, das war’s. Zwei Stunden später waren bereits 150 Personen registriert.

Die Hausherrin, Gautings erste Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger war überwältigt: „Es ist den Menschen in Gauting ein echtes Bedürfnis, zu helfen. Wir haben im Vorfeld über alle Kanäle kommuniziert, damit der Aufruf möglichst viele potenzielle Spender erreicht. Ich freue mich sehr, dass das so gut funktioniert hat.“ Sie ist besonders stolz auf ihre Mitarbeiter, die nicht nur das Rathaus für diese Aktion vorbereitet haben, sondern auch am Wochenende ehrenamtlich mithelfen wollten.

Typisierungsaktion: Großer Andrang im Gautinger Rathaus

Auch Dr. Hans Knabe, Vorstand der AKB, und seine Mitarbeiterin Cornelia Kellermann waren vor Ort, um Fragen zu beantworten. Es sei jedes Mal ein riesengroßes Glück, wenn ein Spender gefunden wird, sagte Cornelia Kellermann, denn häufig dränge nach der Diagnose die Zeit: „Der beste Moment für eine Knochenmarkstransplantation ist nach der Chemotherapie, also nach zwei bis drei Monaten.“ So kurz ist die Zeitspanne, um einen passenden Spender zu finden. „Daher sind auch alle Spenderdateien weltweit vernetzt“, erklärt Knabe, der die AKB 1993 ins Leben gerufen hat. „Uns stehen rund um den Globus etwa 27 Millionen Spender zur Verfügung.“ Damit stehen die Chancen sehr gut, den „genetischen Zwilling“ rasch zu finden.

Mit der Gautinger Typisierungsaktion am Samstag wurde die Datenbank um 432 neue Spender mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren vergrößert. Die stehen nun auch dem weltweiten Netz und natürlich Andrea Tietz zur Verfügung. Offen ist noch ein Teil der Finanzierung dieser Aktion, denn jede Typisierung verursacht Kosten in Höhe von 50 Euro. „Wir haben im Vorfeld schon viele Spenden erhalten, doch reicht es leider noch nicht, um die jetzt entstandenen Kosten zu decken.“, erklärt Cornelia Kellermann. Etwa 7000 Euro waren bis Samstagabend eingegangen. „Wir hoffen, den Rest noch über unser Spendenkonto hereinzubekommen.“

Wer den Termin zur Typisierung am Samstag nicht wahrnehmen konnte, kann sich auch auf der AKB-Homepage www.akb.de als Spender registrieren und die Blutabnahme beim Hausarzt abwickeln.

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