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Der Gilchinger Seniorenbeirat auf der Suche nach unüberwindlichen Hürden für Menschen mit Handicaps. Bürgermeister Manfred Walter räumt ein, dass es noch viel zu tun gebe.

Aktionstag

Gilching schafft Barrieren ab

Der Aktionstag für Menschen mit und ohne Behinderungen am Wochenende in Gilching war für Bürgermeister Manfred Walter eine gute Gelegenheit, dazuzulernen. Im Ort wurde schon viel getan, komplett barrierefrei ist er deshalb aber noch lange nicht.

Gilching „Ich war überrascht, wie viele Menschen sich an dem Projekt beteiligen und uns Verantwortlichen viele gute Anregungen mit an die Hand geben“, sagte Walter nach dem Aktionsplan im Christoph-Probst-Gymnasium (wir berichteten). „Die Veranstaltung war und ist eine Bereicherung für unsere Gemeinde. Ich hoffe, dass sie weiterhin hier stattfindet, so der Rathauschef.“

Der Bürgermeister schätzt dabei vor allem die die enge Kooperation mit den Betroffenen: „Da wird einem erst einmal bewusst, dass ein normaler Randstein zu einer unüberwindlichen Hürde für einen Menschen mit Handicap werden kann. Wir sind ja oft betriebsblind. Ein Umdenken ist sowohl in der Bevölkerung als auch bei uns Entscheidungsträgern notwendig.“ Und nicht nur Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung seien betroffen, betont Walter. „Auch alte Menschen und Eltern mit Kinderwagen stehen oft vor Barrieren, die sie nur mit Hilfe überwinden können.“

Bürgermeister gibt zu:  „Leider geht es meist nicht so schnell“

In Gilching wurde deshalb auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat angestrebt. Unter Federführung der Vorsitzenden Hanka Schmitt-Luginger fanden bereits diverse Begehungen mit Betroffenen statt, die zum Ziel hatten, der Kommune eine Mängelliste vorzulegen. Darauf aufgeführt wurden unter anderem zu hohe Randsteine, zu kurze Ampelphasen und Gewächse, die bis in den Gehweg ragen und so Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwägen zwingen, auf die Straße auszuweichen.

„Wir versuchen, alle Anregungen so weit wie möglich umzusetzen“, verspricht Walter. „Leider geht es meist nicht so schnell, wie es sich die Antragssteller wünschen. Oft scheitert es an den finanziellen Mitteln, die erst im Haushalt genehmigt werden müssen.“

Bahn sagt zu, Bahnhof bis 2018 barrierefrei auszubauen

Weniger Probleme gebe es, wenn öffentliche Gebäude neu oder umgebaut werden. „Ein gutes Beispiel ist unser neues Rathaus, das von der Tiefgarage bis zum Dach barrierefrei konzipiert wurde. Unter anderem sorgt ein sprechender Lift dafür, dass sich hörgeschädigte und blinde Menschen orientieren können.“ Aber auch der Übergang von der Fußgängerzone zum Rathausplatz sei durch technische Einbauten optimal für blinde und sehbehinderte Menschen ausgestattet.

„Es gibt aber dennoch viel zu tun“, räumt Walter ein. „Insbesondere geht es darum, bestehende Strukturen im Sinne einer Barrierefreiheit zurückzubauen. Vorrangig sind es Randsteine, die abgeflacht werden müssen, damit auch ein alter Mensch mit Rollator ohne große Anstrengung die Straße queren kann.“ Erfreulich sei außerdem, dass nach vielen Jahren Bemühungen nun eine Zusage durch die Bahn gekommen sei, den Bahnhof bis 2018 barrierefrei auszubauen, berichtet Walter. „Aber auch das Bahnhofsgebäude wird noch in diesem Jahr zu einem barrierefreien, kulturellen Treffpunkt umgebaut. Dafür gibt es eine stattliche Städtebauförderung. Jetzt muss nur noch unser Haushalt durch die Rechtsaufsicht genehmigt werden.“

Von Uli Singer

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