+
Das Team aus Gilching: 17 Schüler aus dem Christoph-Probst-Gymnasium und zwei Lehrerinnen genossen die Zeit beim Projekt „Segeln und Sozialkompetenz“ auf dem Ijsselmeer. 

Christoph-Probst-Gymnasium Gilching

Alle in einem Boot

  • schließen

Gilching - Es geht um Sozialkompetenz, Geschirrtücher und hohe Wellen: Schüler des Gilchinger Gymnasiums berichten von ihrem Segeltörn auf dem Ijsselmeer.

Manchmal wird aus einer Gruppe Menschen erst ein Team, wenn es zu unerwarteten Schwierigkeiten kommt. Wenn Individuen zwischen unberechenbaren Wellen schippern, ihnen der Wind ins Gesicht bläst und sie gezwungen sind, zusammenzuhalten.

Welche Dynamik in so einem Fall entsteht, welcher Geist auf einmal leitet, das erlebten 14 Schüler des Christoph-Probst-Gymnasiums im Projekt-Seminar Sozialkompetenz Ende Juli des vergangenen Jahres. Fünf Tage lang waren die elf Buben und drei Mädchen auf dem niederländischen Ijsselmeer unterwegs. Ihr Boot, der „Vriendentrouw Klipper“, war 29 Meter lang und nur fünf Meter breit. „Darum geht es. Dass die Schüler auf engstem Raum unterwegs sind und lernen, mit den Unwägbarkeiten, die auf so einem Törn entstehen, umzugehen“, berichtete P-Seminar-Leiterin Christine Rall (54).

Die Lehrerin für Deutsch und Französisch begleitete die Gruppe ebenso wie ihre Kollegin Dr. Kerstin Dietel sowie drei Schüler aus dem Filmteam des CPG. Am Donnerstagabend fand die Abschlussveranstaltung in der Mensa statt. Die Buben und Mädchen, die von ihrer Reise als junge Männer und Frauen zurückgekommen waren, präsentierten Erlebtes in einer viereinhalb minütigen Diashow, einem achtminütigem Film und in ihren Portfolios, die zum Durchblättern auslagen.

„Das ist eine tolle Sache. Ich bin sehr glücklich und froh, dass wir bei uns so etwas anbieten können“, freute sich Schulleiter Peter Meyer. Im dritten Jahr gibt es den Segeltörn in der holländischen See jetzt. „Diesmal war die Gruppe besonders toll. Sie hat alle Probleme gemeistert und ist mir sehr ans Herz gewachsen“, erzählte Christine Rall. Wie sehr die Erlebnisse die Mannschaft geprägt haben, zeige die Tatsache, dass auf der Bus-Rückfahrt nach Gilching die ein oder andere Träne verdrückt worden sei. „Ich würde das auf jeden Fall wieder machen. Es war zwar sehr eng, aber so etwas erlebt man nicht oft“, erzählte Peter Koppelstetter. Mit seinen Mitschülern hatte er die Reise planen, Sponsoren suchen und Proviant besorgen müssen. Auf See wurde dann gekocht, geputzt, gelacht und an Deck mitangepackt. Da wurde allen schnell klar, dass ein Mangel an Geschirrtüchern, ein Überfluss an WC-Deos und teilweise zu dünne Kleidung Probleme darstellen, die lösbar sind.

Thema Sozialkompetenz kommt im Schulalltag zu kurz

Die Route führte die Crew von Harlingen nach Ameland und über Leeuwarden wieder zurück zum Ausgangspunkt. Geplant war sie anders, aber die stürmische See und viel Regen zwangen die Gymnasiasten zum Improvisieren. Auch das gehöre dazu, so Christine Rall. „Wir hatten eigentlich fünf Tage lang mieses Wetter. Aber so sind wir vielleicht noch enger zusammengerückt.“ Das Thema Sozialkompetenz komme sonst im Schulalltag ohnehin viel zu kurz. In diesem Projekt werde es gelebt. Jeder Schüler dokumentierte die Reise anschließend in einer Mappe.

Die vierte Auflage ist geplant. Heuer geht es für die Elftklässler Mitte Juli aufs Ijsselmeer. „Gestern habe ich das Schiff gebucht“, verriet Lehrerin Rall. Dann werden die nächsten Gilchinger Gymnasiasten lernen, dass man gemeinsam mehr erreichen kann als Einzelpersonen für sich allein. „Im Mittelpunkt steht bei diesem Projekt immer das Team“, betonte Jonas Biechteler. Wenn Menschen füreinander da sind, kann man schon mal eine Träne laufen lassen.

Die Segelcrew des CPG:
Jens Bauer, Florian Baumann, Jonas Biechteler, Michael Ettel, Felicia Gerst, Lucas Guizetti, Lukas Holzner, Katharina Kaiser, Peter Koppelstetter, Lukas Lubrich, Svenja Mannstein, Lukas Ruhdorfer, Dennis Vermeulen, Kasra Zarinehbaf (alle aus dem P-Seminar Sozialkompetenz) sowie Andreas Ströbl, Lukas Mischnik und Nicolas Ebert aus dem Filmteam. Dazu die Lehrerinnen Christine Rall und Dr. Kerstin Dietel sowie Skipper Jonas und Matrose Jerry.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ökologischer Personen-Nahverkehr in Starnberg?
Die Stadtlinien sind für Elektro-, zumindest aber für Hybridbusse geradezu prädestiniert. Trotzdem fährt kein umweltfreundlicher Bus durch die Stadt. Die STAgenda will …
Ökologischer Personen-Nahverkehr in Starnberg?
Arbeitslosigkeit wieder bei 3,2 Prozent
Im Februar waren wieder weniger Menschen ohne Job als im Januar. Die Quote lag bei 3,2 Prozent.
Arbeitslosigkeit wieder bei 3,2 Prozent
Wegen Wetter: Narren ziehen um
Die Narren in Starnberg lassen sich von dem nasskalte Wetter nicht abschrecken. Das große Faschingstreiben wird jedoch vom Kirch- auf den Rathausplatz und in die …
Wegen Wetter: Narren ziehen um
Ausraster im Rausch: Richter reicht’s
Ein Nickerchen in der S-Bahn hatte für einen jungen Starnberger dieser Tage ein Nachspiel vor Gericht.
Ausraster im Rausch: Richter reicht’s

Kommentare