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Aktiver Hilfsdienst: Die Ambulante Krankenpflege Tutzing leistete in 2015 mehr als 81 000 Hausbesuche.

Ambulante Krankenpflege

Alle sechs Minuten ein Hausbesuch

Tutzing - Die Ambulante Krankenpflege Tutzing wartet mit imposanten Zahlen auf: Mehr als 81 000 Hausbesuche leisteten die Mitarbeiter in 2015.

Exakt 1125 Mitglieder zählt die Ambulante Krankenpflege Tutzing, die bei der Jahreshauptversammlung am Samstag zugleich ihr 95-jähriges Bestehen feiern konnte. Auch wenn die eigentliche Feier erst im Oktober stattfinden wird, war doch der Andrang im Roncallihaus sehr groß. Gut 150 Gäste konnte Hausherr Pfarrer Peter Brummer begrüßen.

Leiter Armin Heil brachte seinen Mitgliedern ein ganz besonderes Geschenk mit. Der Pflegedienst erbte nämlich dieses Jahr über 680 000 Euro. Die stattliche Summe soll als Grundstock für die Errichtung einer Tagespflegestätte an der Traubinger Straße dienen. Der Bebauungsplan ist bereits vom Gemeinderat abgesegnet. Dort werden nun 16 Pflegeplätze auf 264 Quadratmeter Fläche entstehen, dazu Wohnungen fürs Personal.

81 031 Hausbesuche - das sind pro Stunde tagsüber wie nachts fast zehn - hat der Tutzinger Pflegedienst im Jahr 2015 mit 99 Mitarbeitern absolviert. Insgesamt wurden 551 Patienten betreut. Ältestes Mitglied ist die 100-jährige Marianne Kranzbühler. Der Freundeskreis zählt 122 Mitglieder. 3,6 Millionen Euro wurden ausgegeben bei Einnahmen von 3,5 Millionen Euro. Das ergibt einen rechnerischen Verlust von 107 000 Euro, der nun aus Rücklagen gedeckt werden muss.

Armin Heil warnte eindringlich vor Betrügern, die sich gerne als medizinischer Dienst, Mitarbeiter vom Sozialdienst oder ähnliches ausweisen, um in die Wohnungen zu gelangen. Er appellierte an alle, sich immer den Ausweis zeigen zu lassen.

Wie wichtig die Ambulante Krankenpflege für die Gemeinde ist, zeigten die Grußworte. „Ohne den ambulanten Pflegedienst wäre Tutzing trist. Es wird eine Pflege ermöglicht, die weit über das Gesetzliche hinaus geht“, feierte die zweite Bürgermeisterin, Elisabeth Dörrenberg, den Verein und betonte, dass die neue Tagespflegestätte „ein Meilenstein“ für Tutzing sei. Sie begrüßte den geplanten Platz in der Ortsmitte, der nicht bei allen Gemeinderäten Zustimmung gefunden hat und betonte, das Pflegebedürftige nicht an den Rand der Gemeinde gedrängt werden sollen.

Pfarrer Peter Brummer blickte auf die Anfänge des Vereins zurück, dessen Wurzeln „aus dem kirchlichen Bewusstsein der Nächstenliebe“ erwachsen sind - unter Beteiligung des Klosters. Und das ist es auch jetzt noch, wie die Anwesenheit einiger Schwestern zeigte. Die Würde des Menschen sei der Maßstab, an dem sich der Pflegedienst auch weiterhin messen lassen wird, versicherte der Geistliche, der das Jubiläum des Pflegedienstes am 9. Oktober mit einem Gottesdienst feiern wird.

Ehrengast der Versammlung war Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die einen Vortrag über die Notwendigkeit einer Patientenverfügung hielt.

Astrid Amelungse-Kurth

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