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Die Klinik steckt in Schwierigkeiten.

Warten auf Investor

Klinik Seefeld sucht Partner

Seefeld - Die gute Nachricht: In der Chirurgischen Klinik in Seefeld arbeiten alle auf höchstem Niveau, es ist ein „tolles Haus“. Das bescheinigt der Interimsgeschäftsführer. Trotzdem: Allein kann es die Klinik nicht schaffen.  

Fünf Stunden lang haben die Mitglieder des Zweckverbands Chirurgische Klinik Seefeld am Montagabend über die Gretchenfrage verhandelt: Schafft es die Klinik mit ihren Schulden im Genick wieder in eine stabile Finanzlage? Nein, jedenfalls nicht allein. „Die Mehrheit der Zweckverbandsmitglieder wäre bereit gewesen, für die Klinik zu zahlen“, berichtete Vize-Verbandsvorsitzender Christian Schiller gestern bei einer Pressekonferenz im Seefelder Rathaus. „Wüssten wir zuverlässig, es geht um 500 000 Euro im Jahr, hätten wir es auch gewagt“, ergänzte Zweckverbandschef Wolfram Gum. Aber davon sei nach Prüfung durch Interimsgeschäftsführer Peter Lenz nicht auszugehen. Zu hoch seien Investitionen, die der Krankenhausbetrieb und Anforderungen an das Gebäude mit sich brächten. Er soll nun zeitnah Gespräche mit den Geschäftsführern der Kliniken in Starnberg und Herrsching führen. Bei allem ist Lenz von dem Haus beeindruckt. „Ich bin extrem positiv überrascht von Engagement und Qualität des Personals. Wir reden über ein hohes Niveau mit dem besonders positiven Touch, was die Zuwendung angeht“, sagte er. Er finde es bemerkenswert, dass sich der Verband über den Fortbestand der Klinik und des Standorts einig sei. Denn das wollen die Zweckverbandsmitglieder wohl auf jeden Fall. „Wir wissen, dass wir eine tolle Klinik haben und wollen sie in eine neue Zeit führen“, betonte Gum. Eine konkrete Zeitplanung für die kommenden Monate gibt es nicht. Lenz ist vorerst bis Mitte Februar Interimsgeschäftsführer. Chefärztin Dr. Regine Hahn betonte, dass sich für die Patienten und an den Abläufen in der Klinik nichts ändern werde. „Wir arbeiten mit dem gleichen Engagement weiter wie bisher.“ Sie habe nach der Entscheidung des Zweckverbands erstmals wieder schlafen können, „auch wenn ich natürlich vor zwei Jahren unter anderen Voraussetzungen gekommen bin und viel aufgegeben habe.“ In den Wochen seit Bekanntwerden der vom geschassten Geschäftsführer geschönten Bilanzen und der Schulden in Millionenhöhe habe sie das Gefühl für „Freund und Feind verloren.“ Aber jetzt bestehe Hoffnung. „Wir haben nicht die Chance gehabt, weil wir um die Situation der Klinik nicht gewusst haben“, sagte sie. Auch die Mitarbeiter hätten die Entscheidung positiv aufgenommen – sie waren gestern informiert worden. Es soll definitiv keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Lenz geht davon aus, dass die Klinik schon für 2015 ein gutes Ergebnis vorweisen werde, „auch wenn es keine schwarzen Zahlen werden“. Schiller möchte die anstehenden Veränderungen auch als Chance begreifen: „Wer engagiert ist und was kann, und die können eine Menge in der Seefelder Klinik, muss sich nicht sorgen.“ Die Beschlüsse in diese Richtung seien am Montag alle einstimmig getroffen worden, „es gibt keine Zweifel am Standort und an der Bedeutung der Klinik für den westlichen Landkreis.“

hvp

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