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Medaillentraum erfüllt: Kira Weidle holte bei der Junioren-WM in Are Abfahrts-Bronze.

Ski alpin

Kira Weidle auf den Spuren von Katja Seizinger und Maria Riesch

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Gleich im ersten Rennen hat sich Kira Weidle ihren Medaillentraum erfüllt. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Åre (Schweden) fuhr die 21-jährige Starnbergerin gestern Vormittag auf Rang drei und holte damit Bronze.

Starnberg

- „Ich will unbedingt bei meinen letzten Junioren-Weltmeisterschaften eine Medaille holen“, hatte Kira Weidle im Vorfeld der WM in Åre selbstbewusst gesagt. Gesagt, getan. Gleich im ersten Rennen erfüllte sich die Skirennläuferin vom SC Starnberg ihren Traum. In der Spezialabfahrt raste die 21-Jährige auf den Bronze-Rang. „Ich freue mich riesig. Die Farbe der Medaille ist erstmal egal, auch wenn sogar mehr drin gewesen wäre. Es war keine perfekte Fahrt, aber wenn man eine Medaille holt, dann darf man nicht jammern“, sagte Weidel gestern Nachmittag am Telefon.

Trotz aller Selbstkritik ist es Weidles bislang größter Erfolg. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille reiht sie sich in die Liste der erfolgreichsten deutschen Skifahrerinnen ein, die bei den seit 1982 jährlich ausgetragenen Junioren-Weltmeisterschaften Edelmetall gewonnen haben: Marina Kiel, Katja Seizinger, Michaela Gerg, Martina Ertl, Maria Riesch, Viktoria Rebensburg – sie alle sind deutsche Ski-Ikonen, haben schon in jungen Jahren bei Junioren-Weltmeisterschaften für Furore gesorgt und später olympische Medaillen sowie WM-Titel für Deutschland eingefahren.

Dabei hatte es nach den beiden Trainingsläufen gar nicht so ausgesehen, als würde Kira Weidle aufs Stockerl fahren können. Die vor knapp zwei Wochen 21 Jahre alt gewordene Starnbergerin war zweimal jeweils nur auf Platz 14 gekommen. Doch im Rennen zeigte sich wieder ihre Wettkampf- und Nervenstärke. „Ich hatte im Training einige Probleme, aber nach der Videoanalyse hat heute fast alles geklappt“, sagte Weidle – gewohnt cool.

Mit Startnummer neun überquerte sie nach 1:25,70 Minuten die Ziellinie und war damit um 41 Hundertstel langsamer als die bis dahin führende Schweizerin Katja Grossmann. Als dann mit Startnummer 18 die US-Amerikanerin Alice Merryweather, die von den Europäerinnen kaum jemand auf dem Schirm hatte, mit 1:25,27 min eine neue Bestzeit aufstellte und letztendlich Gold holte, saß Weidle als Dritte auf dem Schleuderstuhl. „Da musste ich lange zittern, denn sogar noch mit Starnummer 42 kam zum Beispiel die Österreicherin Franziska Gritsch, die auch vorne reinfahren hätte können.“ Gritsch landete schließlich auf Rang 14, und auch keine der 30 anderen nach Weidle ins Rennen gegangenen Läuferinnen konnte die Starnbergerin noch vom Bronze-Platz verdrängen.

Vielleicht ist für Kira Weidle sogar noch mehr drin. „Jetzt kann ich in den weiteren Rennen ganz befreit fahren“, sagt die Starnbergerin. Bereits heute (Start 14 Uhr) zählt sie im Super G ebenfalls zum engeren Favoritenkreis. „Das war in diesem Winter ohnehin meine bessere Disziplin“, meint die Speedspezialistin. Beim diesjährigen Rennen in Garmisch-Partenkirchen hatte sie im Super G mit Rang 17 ihr bislang bestes Weltcup-Ergebnis erzielt. Und auch in der Kombination am Freitag ist ihr eine Überraschung zuzutrauen, auch wenn sie da selbst ihre Chancen am geringsten einschätzt.

Wenn ihre Teamkolleginnen am Samstag im Teamwettbewerb und im Riesenslalom antreten, sitzt Kira Weidle bereits im Flugzeug nach Hause. „Dann kann ich mich ein paar Tage erholen, ehe die Saison mit ein paar FIS-Rennen und den Deutschen Meisterschaften ausklingt.

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