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Für ihren naturnahen Garten geehrt: Jana Schmaderer (Mitte) mit Patricia aus dem Siepen, Georg Schmidt, Anna Neppel und Ursula Lechner (v.l.) vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege. 

Insektenfreundlich und ohne Pestizide

350 Quadratmeter Artenvielfalt: Auszeichnung für naturnahen Garten

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege hat mehrere Gärten im Rahmen von „Bayern blüht – Naturgärten“ ausgezeichnet. Wegen der Corona-Pandemie musste eine größere Feier entfallen. Die erste Plakette wurde gestern dennoch feierlich überreicht.

Erling– Wenn man Jana Schmaderers Garten in Erling betritt, summt und brummt es aus allen Richtungen. Schmetterlinge, Bienen und Hummeln tummeln sich rund um die Katzenminze, drei Nistkästen bieten Raum für Spatzen und Meisen. Die Rotschwänzchen haben sich ihren Platz gleich selbst an der begrünten Garage ausgesucht und eingerichtet, ebenso die Wildbienen, die die untersten Etagen des geschichteten Brennholzes bewohnen. Sogar aus den Fugen der Terrasse wachsen vereinzelt Mohnblumen.

Für ihren kleinen Garten Eden wurde Schmaderer (52) nun vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege mit dem Zertifikat „Bayern blüht – Naturgärten“ stellvertretend für 26 weitere Gartenbesitzer ausgezeichnet.

37 Bewerbungen, 27 Auszeichnungen

Das Projekt hatte der Kreisverband bereits im Februar vorgestellt, Interessenten konnten sich seitdem mit ihren Gärten für das Siegel bewerben, was insgesamt 37 taten. Voraussetzung: Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie Gärtnern ohne Torf. Gewünscht war darüber hinaus die Bewässerung ausschließlich mit Regenwasser. Durch die Gestaltung sollte der Garten der Artenvielfalt Raum zu bieten.

Und das tut Schmaderers erst 2014 angelegter Garten. Wie viele verschiedene Pflanzen auf den rund 350 Quadratmetern eine Heimat gefunden haben, weiß sie selbst nicht so genau. „Das ist ein ständiger Wechsel.“ So gesellen sich verschiedene Kräuter zu den Johannis-, Josta- und Moosbeeren, mindestens 40, wenn nicht 50. Auf dem Kompost wächst ein Kürbis, das Wintergemüse in den drei Hochbeeten ist schon gesetzt. Die Sträucher mit acht verschiedenen Tomatensorten ranken in die Höhe, fast so hoch wie die Blumen in dem Bereich, den Schmaderer als Wildblumenwiese mit Natternkopf, Färberkamille, Scabiose, Schafgarbe, Malve und wilden Möhren wild wuchern lässt. Der Kiesbereich mit heimischen Stauden und Totholz ist Lebensraum für Käfer und Spinnen. Zu trinken finden Insekten und Vögel gleich daneben, wo ein Sprudelstein das Wasser plätschern lässt.

Sonnenacker als erster Anreiz

Jana Schmaderer, die bei „Unser Land“ die Sonnenäcker betreut, ist selbst über einen solchen Sonnenacker zum Gärtnern gekommen. Wenn die mittlerweile selbstständige Gartenberaterin und Kulturpädagogin über naturnahe Gärten spricht, kommt sie ins Schwärmen. Davon, wie nah die Futterquellen für die Wildbienen an den Insektenhotels sein müssen, da diese im Gegensatz zu den Honigbienen nur einen kleinen Flugradius von etwa 300 Metern hätten. Oder davon, wenn sie mit den Händen in der Erde wühlt und sieht, wie viel Leben sich dort in der Tiefe abspielt.

Vielfalt der Bereiche machen naturnahen Garten aus

Zwar beschäftige sie die Gartenarbeit pro Woche durchaus drei bis vier Stunden, doch das Ergebnis sei die Mühe mehr als wert. „Am liebsten hätte ich noch mehr Platz“, sagt Schmaderer und denkt dabei an eine Streuobstwiese. Einen naturnahen Garten macht für sie „die Vielfalt der Bereiche“ aus.

Für das Zertifikat „Bayern blüht – Naturgärten“ kann man sich übrigens weiterhin bewerben. Nähere Informationen gibt es online unter www.kv-gartenbau-sta.de.

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