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Der neue CSU-Kreisvorstand mit Bundestagskandidat Michael Kießling (hi.l.) und Landtagsmitglied Dr. Ute Eiling-Hütig (hi.2.v.li.): Andreas Lechermann, Vorsitzende Stefanie von Winning, Andrea Reichler, Stefan Frey und Michael Plaß (v.l.).

Kreisvertreterversammlung der CSU

85 Prozent für Stefanie von Winning

Die CSU-Kreischefin ist wiedergewählt, dennoch wurde noch einmal Kritik an der Kür des Bundestagskandidaten laut.

Landkreis – Die CSU im Landkreis setzt für die nächsten zwei Jahre und drei Wahlkämpfe auf eine bewährte Führung. Bei einer Kreisvertreterversammlung am Freitagabend im Klostergasthof in Andechs wurde Stefanie von Winning (Tutzing) mit knapp 85 Prozent der gültigen Stimmen wiedergewählt. Ein Vorgang aus der Vergangenheit sorgte jedoch kurz für Misstöne.

In ihrem Rechenschaftsbericht für 2015 und 2016 ging von Winning vor alle auf die Flüchtlingswelle ein. Dass man allen im Landkreis ein Dach über dem Kopf habe bieten können, sei „ein Verdienst der Gesellschaft, aber auch von Karl Roth und seinen Leuten“ und den vielen Ehrenamtlichen. „Wir können stolz auf uns sein“, sagte die Kreisvorsitzende.

Die hohen Investitionen für Asyl, Gymnasium Herrsching, Fachoberschule (FOS) und Landratsamtanbau schrecken sie nicht: „Das ist machbar, weil zeitversetzt.“ In Sachen FOS richtete sie an die Starnberger CSU die Mahnung, man könne die Schule auch woanders bauen. Wie berichtet, sind sich Stadt und Kreis über die Modalitäten für den Bauplatz der FOS nicht einig.

Für die Bundestagswahl rief von Winning die CSU zur Geschlossenheit auf und zur vollen Unterstützung für Kandidat Michael Kießling aus Denklingen. Sie dankte Stephan Ebner, der als Bewerber aus dem Landkreis bei der Kandidatenkür unterlegen war, dass er sich trotzdem engagiere – wohl wissend, dass der Ablauf der Kandidatenfindung nicht bei allen gut angekommen war.

Vor allem bei den Gautingern nicht, und Dr. Winfried Kössinger machte das in der Aussprache auch deutlich. Man habe endlich die Chance gehabt, einen Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis zu bekommen, doch „die Sache laufen lassen“. Sinngemäß warf Kössinger dem Vorstand vor, die Bewerber aus dem Kreis nicht ausreichend unterstützt, teils sogar deren Bewerbung untergraben zu haben. Ebner hatte bei der entscheidenden Abstimmung nicht alle Stimmen aus dem Landkreis Starnberg erhalten.

Die Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig verteidigte das Verfahren – wer wollte, konnte sich bewerben, entschieden haben die Delegierten. Demokratische Entscheidungen seien wichtig, „auch wenn sie wehtun“. Der Beifall für sie war deutlich lauter als der für Kössinger.

Von Winning wurde vom abwesenden Landrat per Videoeinspielung als Vorsitzende vorgeschlagen. Vor allem als Wahlkämpferin sei sie die Richtige, unterstrich Roth. So sahen es auch die Delegierten, es gab keinen Gegenkandidaten.

So erhielt von Winning von 118 gültigen Stimmen 100, 18 stimmten gegen sie. Stellvertreter sind weiter Stefan Frey (Starnberg, 118 Stimmen), Manfred Herz (Gilching, 106), Eva-Maria Klinger (Gauting, 109) und Andreas Lechermann (Weßling, 104); Schatzmeister bleibt Michael Plaß (Weßling, 122), Schriführerinnen sind Andrea H. Reichler (Starnberg, 119) und Julia Finkeißen (Feldafing, 115, neu).

Die Beisitzer aus den Ortsverbänden sind Georg Scheitz jun. (Andechs), Anton Brunner (Starnberg-Wangen), Max Stürzer (Krailling), Silke Gadilhe (Starnberg), Friedrich Billing (Inning), Christoph Schreinmoser (Berg), Robert Weiß (Starnberg), Eva Ertl (Tutzing), Claus Piesch (Tutzing), Manuel Glück (Tutzing), Lennart Hofstätter (Gauting), Dr. Benedikt Rüchardt (Gauting), Dr. Tanja Kodisch-Kraft (Herrsching) und Martina Jursch (Wörthsee).

Ein Punkt der Tagesordnung fiel hingegen aus: Der Kreisverband wollte Alexander Radwan, bisher für den Kreis zuständiger Bundestagsabgeordneter, verabschieden. Radwan jedoch hing in Berlin fest, sein Flug war annulliert worden. „Wieder mal Chaos in Berlin“, kommentierte von Winning.

Dafür legte Kandidat Kießling seine Position dar und nannte als Schwerpunkte unter anderem den Wohnungsbau und die innere Sicherheit. Das Bundestagsprogramm der CSU kennt er allerdings selbst noch nicht – es wird erst in vier Wochen präsentiert.

Der Kreisverband mit derzeit mehr als 1300 Mitgliedern konzentriert sich nun auf den bevorstehenden Bundestagswahlkampf. Nächster Termin: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer spricht am Mittwoch, 5. Juli, ab 19 Uhr im Tutzinger Festzelt.

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