Die Probe bei der Einweihung am Tutzinger Bahnhof macht der Kreistagsabgeordnete Anton Maier. Landrat Karl Roth begutachtet den Versuch und wünscht: „Alles Gute für die Route“. foto: svj

Rad-Busverbindung

Neue Möglichkeiten für Radfahrer

Landkreis - Fahrgäste können ihr Rad nun auf der Linie von Andechs nach Tutzing mitnehmen – ein Pionier-Projekt im Landkreis.

Christine Nimbach stemmt das Fahrrad nach oben und versucht, den Vorderreifen auf die Aufhängung zu bugsieren. Die Tutzinger Gemeinderätin kam am Dienstag zur Einweihung der neuen Rad-Busverbindung zwischen Tutzing und Andechs und probierte die Neuerung gleich einmal aus. Vom heutigen Mittwoch bis zum 31. Oktober wird die Linie 958 als Pilotprojekt im Landkreis mit Fahrradanhänger und 18 Stellplätzen verkehren.

Die Rückfahrt aus Andechs per Bus sei „angemessen, wenn man etwas getrunken hat“, nennt Landrat Karl Roth ein praktisches Beispiel. Auch wenn das Wetter umschlägt oder Radfahrer nur einen Teil der Strecke schaffen, ist der Bus eine neue Option.

Ein- und Ausladen nur in Andechs und Tutzing

„Wir wollen diese begehrte Strecke weiter aufpeppen“, erläutert Roth. Künftig können Fahrgäste im Stundentakt zwischen Tutzing und Andechs pendeln und ihr Rad im Anhänger mitführen. Ein- und Ausladen der Fahrräder ist aber nur an diesen beiden Haltestellen möglich, weil sonst die Wartezeiten zu lange wären. Dafür soll die Fahrzeit von 23 Minuten beibehalten werden.

Damit das Be- und Entladen reibungslos abläuft, hält der Bus in Tutzing zehn, in Andechs vier Minuten lang. Reicht das, wenn plötzlich 18 Menschen mit ihrem Fahrrad vor dem Bus stehen? Die Verantwortlichen gehen davon aus. Die Fahrgäste sollen ihr Rad in die Halterung klemmen, der Busfahrer für die Sicherung sorgen.

Projekt vorerst bis Ende Oktober: Dann eventuell jede Radl-Saison

9000 Euro zahlt der Landkreis für neue Anhängerkupplungen an drei Bussen sowie erhöhte Abnutzungs- und Benzinkosten. Für das Projekt hat der Streckenbetreiber – der Regionalverkehr Oberbayern – den Anhänger kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach dem Projekt wird ein Resümee gezogen. „Wenn es gut angenommen wird, können wir uns das langfristig vorstellen“, kündigt Roth an. Auch eine Verlängerung der Linie 958 sei denkbar – sodass sie in Herrsching startet „und Andechs mittendrin ist.“ Wie bei der Einweihung herauszuhören war, sind weitere Linien bereits angedacht. Doch zunächst wird auf Kosten und Nutzen des Pilotprojekts geschaut. „Aber auch, ob wir im Realbetrieb die Zeiten einhalten können“, so Münster. Zuverlässigkeit sei ganz wichtig – nicht zuletzt für Pendler, die den Bahn-Anschluss nach München schaffen wollten.

Bei ihrem Versuch, das Rad anzubringen, hat sich die Gemeinderätin Christine Nimbach übrigens schwarze Hände geholt. „Mit Hilfe des Busfahrers habe ich es aber geschafft“, sagt sie. „Eine gute Option für den Sommer.“ Ihre Route hat sie schon im Detail geplant: „Mit dem Bus rauf nach Andechs, runter mit dem Radl.“

Von Sebastian Raviol

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