+
Baustellenbesichtigung (v.l.) : Architekt Helmuth Schuster, Abt Dr. Johannes Eckert, der kaufmännische Leiter der Klosterbetriebe, Christian Rieger, und Brauerei-Betriebsleiter Alexander Reiss erläutern die Erweiterungspläne. 

Klosterbrauerei Andechs

12 Millionen Euro für die Zukunft der Brauerei

  • schließen

Die Benediktiner von St. Bonifaz und Andechs investieren weiter in ihre Klosterbrauerei. Für 12 Millionen Euro entsteht eine neue Halle, die vor allem für mehr Wirtschaftlichkeit steht.

Andechs – Seit 1455 wird auf dem Heiligen Berg in Andechs Bier gebraut. Für den Eigenbedarf genauso wie für die Besucher des Klosters. Seit 1850 ist Andechs Wirtschaftsgut der Münchener Abtei St. Bonifaz. So erfolgreich, dass es sogar eine eigene Mälzerei gab, dort wo heute der Kaffee im Bräustüberl ausgeschenkt wird. Die Mälzerei wurde geschlossen, als der letzte Brauer im Andechser Konvent, Frater Oswald Eser, in den Ruhestand ging. Wenige Jahre später, zu Beginn der 1970er Jahre, standen die Mönche vor der Entscheidung, die Brauerei zu schließen oder neu zu bauen. Auf dem Heiligen Berg fehlte der Platz, um weiter wirtschaftlich zu arbeiten. Es wurde neu gebaut – am Fuße des Berges.

Ein weiser Schritt, denn während andere Klöster ihre Brauerein schließen, schreibt die Klosterbrauerei Andechs Erfolgsgeschichte, kann das kulturelle und soziale Engagement wie die Obdachlosenhilfe in St. Bonifaz finanzieren und auch die aktuelle Sanierung des Konventtrakts in München für 20 Millionen Euro. „Die Klosterbrauerei ist heute in Deutschland die größte von nur noch wenigen Klosterbrauereien. Gebraut und abgefüllt wird nur in Andechs. Ihr Ausstoß liegt konstant bei 100 000 Hektoliter pro Jahr“, sagt Betriebsleiter Alexander Reiss stolz.

1974 entstand das Füllereigebäude, 1984 gingen Sudhaus, Gär- und Lagerkeller in Betrieb. 1991 wurde die Flaschenfüllerei erneuert. Die letzte größere Erweiterung erfolgte 2005, als die Lager- und Gärtanks durch neue ersetzt wurden. „In den vergangenen 15 Jahren wurden 30 Millionen Euro in Modernisierungen gesteckt“, sagte Abt Dr. Johannes Eckert, als er gestern die Baustelle besichtigte.

Um weiter wirtschaftlich zu arbeiten, wird die Füllerei nun wieder erneuert und in einer neuen Halle östlich an dem alten Füllereigebäude aufgebaut. Die Abfüllmenge von 24 000 Flaschen pro Stunde bleibt gleich, wird jedoch effizienter. Die alte Halle bietet damit Platz für Leergut und Vollgut, das bislang frei auf dem Gelände stand und dort Wind und Kälte – einmal auch Dieben – ausgeliefert war. Die neue Lagerung verspricht mehr Wirtschaftlichkeit und eine spürbare Verbesserung für die logistische Abwicklung.

Die neue Halle hat eine Fläche von rund 2500 Quadratmeter, die alte rund 3200. An der Ostseite der neuen Füllerei soll ein Besuchergang entstehen. „Wir wollen unsere Arbeit weiter transparent gestalten“, erklärt Reiss dazu. Allein daran, wie schnell die Informationen aus ihm heraussprudeln, lässt sich erahnen, wie viele Besuchergruppen er schon durch die Brauerei geführt hat – sehr viele. Das will er so auch weiterführen.

Die Fassade des neuen Flachdachgebäudes passt sich dem Altbestand auf dem Gelände an – viel Beton, aber auch viel Holz. Architekt Helmuth Schuster hat Zahlen für die Fertigteile parat: 2500 Kubikmeter Beton, 260 Tonnen Baustahl. Mitte nächsten Jahres soll die Füllerei in Betrieb gehen, bis zur anstehenden Frostperiode soll die Halle aber schon dicht sein. So der Plan, der seit Baubeginn Ende August eingehalten werden konnte, freute sich der Abt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Alles original italienisch
Er ist ein Vagabund in Sachen Eis – italienischem Eis. Als Franco Martini vorigen Herbst seine Eisdiele GelatOK in Starnberg für den Winter einmottete, wusste er …
Alles original italienisch
Kühlmittel tritt aus: Bankgebäude geräumt und gesperrt
Wegen eines Lecks in einer Kühlmittelleitung musste die Starnberger Kreissparkasse am Dienstagvormittag geräumt und gesperrt werden. Verletzt wurde niemand.
Kühlmittel tritt aus: Bankgebäude geräumt und gesperrt
Gemütlich Gas geben mit Gottes Segen
In langen Kolonnen werden Anfang Mai Biker nach Andechs fahren – zur jährlichen Motorradweihe. Einer von ihnen ist immer Robert Holy aus Seefeld.
Gemütlich Gas geben mit Gottes Segen
„Auf die Ostereier, fertig, los“
Schokoeier, Gummibärchentüten und natürlich Schoko-Osterhasen versteckte die DLRG-Jugend am Ostermontag im Paradies in Possenhofen. Auch dieses Jahr machten sich wieder …
„Auf die Ostereier, fertig, los“

Kommentare