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Rehe abzuschießen ist nur Jägern erlaubt. (Symbolbild)

Mehrere Einschusslöcher

Qualvoller Todeskampf: Auf trächtiges Reh geschossen - schlimmer Verdacht der Polizei

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Mit einem Durchschuss durch den Rücken hat ein bislang unbekannter Täter ein hochträchtiges Reh im Waldgebiet zwischen Frieding und Rothenfeld/Landstetten getötet. Die Polizei ermittelt. 

Frieding – Mit einem Durchschuss durch den Rücken hat ein bislang unbekannter Täter ein hochträchtiges Reh im Waldgebiet zwischen Frieding und Rothenfeld/Landstetten getötet. „So einen Fall haben wir schon lange nicht mehr gehabt“, berichtet Polizeihauptkommissar Martin Heinrich von der Herrschinger Polizeiinspektion, die jetzt wegen des Verdachts der Wilderei ermittelt. Der zuständige Jäger Christian Schneider sagt: „Es ist ein sehr ungewöhnlicher Fall.“

Spaziergänger finden trächtiges Reh - und alarmieren zuständigen Jäger

Spaziergänger hatten das Reh am vergangenen Donnerstag am sogenannten Breitenberg zwischen der Ortsverbindungsstraße Frieding-Rothenfeld und der Verlängerung der Friedinger Scheuertalstraße, nördlich des Modellflugplatzes, gefunden. Sie informierten umgehend die zuständigen Jäger. Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Tier zwischen Mittwoch, 21 Uhr, und Donnerstag, 7 Uhr, getötet worden. Im Laufe der Ermittlungen verdichteten sich schnell die Hinweise darauf, dass ein Wilderer zugange war.

Zum einen wies das Reh mehrere Einschusslöcher auf einer Seite auf. „Außerdem ging ein Schuss durch den Rücken und trat am Bauch wieder aus“, berichtete Heinrich. „Ein Jäger würde auf das Herz schießen, damit das Tier sofort tot ist.“ Das Reh in Frieding muss jedoch einen langen Todeskampf erlitten haben. „Es ist qualvoll verendet und wurde vom Täter einfach liegen gelassen.“ Vor kurzem wurde im Unterbrunner Holz zudem ein trächtiges Reh gerissen.

Einschusslöcher an Reh - Spuren deuten auf Schrot hin

Schneider vermutet, dass der Täter zudem mit unerlaubter Munition geschossen hat. Die Spuren würden auf Schrot hindeuten, womit Rehe in Deutschland nicht erlegt werden dürfen. „Wir stehen nun in Kontakt mit den Jägern aller Nachbarreviere und den ortsansässigen Bauern“, berichtet Schneider. „Es werden verstärkt Kontrollgänge und -fahrten durchgeführt.“ Trotzdem hat die Polizei noch keine konkrete Spur zum Täter. „In solchen Fällen ist leider selten mit Hinweisen zu rechnen“, sagt Heinrich.

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Findet die Polizei den Täter dennoch, dürfte ihn eine hohe Strafe erwarten. „Wilderei ist eine Straftat, die zwar im Vergehens- und nicht im Verbrechensbereich liegt“, erklärt Schneider. „Dennoch wird sie mit Geldstrafen und sogar mehrjährigen Haftstrafen geahndet.“ Auch Hartwig Görtler, Vorsitzender der Starnberger Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands, rechnet mit einem hohen Strafmaß. „Das wird teuer“, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, Tierquälerei und vermutlich illegaler Waffenbesitz – Wilderei ist kein Kavaliersdelikt.“

Schockierend: Täter schießt auf trächtiges Reh - „Man tötet ja gleich zwei Tiere auf einmal“

Besonders schockierend ist für ihn, dass der Täter auf ein trächtiges Reh geschossen hat. „Kein Jäger macht das absichtlich, damit tötet man ja gleich beide Tiere auf einmal.“ Jäger dürfen in ihrem Revier nur eine bestimmte Anzahl von Tieren schießen. „Die Abschussquote wird von der Unteren Jagdschutzbehörde streng reglementiert, um den Bestand zu erhalten“, erklärt Görtler. Regelmäßig trächtige Tiere zu schießen, sei nicht nachhaltig und würde den Bestand schädigen. Eine andere schockierende Entdeckung machte ein Jäger im Februar in einem Wald im Landkreis Starnberg.

Spaziergänger, die ein geschossenes Reh finden, sollen in jedem Fall die Polizei oder den zuständigen Jäger informieren, sagt Görtler. „Noch lebende Tiere wollen wir schnellstmöglich von ihrem Leiden erlösen. Wenn es schon tot ist, wollen wir es uns ganz genau ansehen, um ungewöhnliche Einschusslöcher zu erkennen, denn da werden wir hellhörig.“

Wer in der Nacht von 8. auf 9. Mai in Frieding etwas Verdächtiges beobachtet oder einen Schuss gehört hat, den bittet die Polizei, sich unter (0 81 52) 9 30 20 zu melden.

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