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Glücklich und unversehrt das Ziel erreicht: Manfred Sontheim hat die Fahrt nach Riva mit seinem Oldtimer-Bulldog geschafft.

Manfred Sontheim aus Machtlfing

Alpenüberquerung auf Oldtimer-Bulldog geglückt

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Zu seinem 50. Geburtstag wollte sich Manfred Sontheim einen Herzenswunsch erfüllen: eine Alpenüberquerung mit seinem Oldtimer-Bulldog. Nun ist er in Riva angekommen - aber nicht ohne Zwischenfälle.

Update vom 12. September: 

Strahlender Sonnenschein, im Hintergrund der Gardasee umrahmt vom Bergpanorama der Alpen – vor dieser herrlichen Kulisse parkte Manfred Sontheim am Mittwochabend seinen mit Blumen geschmückten Lanz Bulldog. Der Machtlfinger hat die Hälfte seiner abenteuerlichen Alpenüberquerung hinter sich und ist gestern ein paar Stunden später als erwartet, aber unversehrt in Riva angekommen.

Seit seinem 50. Geburtstag am vergangenen Sonntag ist er mit dem 16 PS-starken Oldtimer-Bulldog unterwegs. Über Scharnitz, Sterzing und Fondo fuhr Manfred Sontheim bis nach Riva del Garda. Die zurückgelegten 356 Kilometer hat der Bulldog zwar geschafft, zwischenzeitlich sah es aber nicht danach aus. Der steile Jaufenpass bereitete dem Gefährt Probleme. „Nachdem ich den Jaufenpass am Dienstag hinter mir gelassen hatte, lief der Bulldog nicht mehr rund und nur noch mit halber Leistung“, berichtete Manfred Sontheim.

Der Bulldog machte Manfred Sontheim am Jaufenpass Probleme

Da der 50-Jährige das Problem nicht selbst lösen konnte, dachte er schon, die Alpenüberquerung wäre für ihn gelaufen. Er stellte die Maschine ab und kehrte zunächst in ein nahe gelegenes Gasthaus ein. Nach einer Stunde wagte er dann noch einmal einen neuen Anlauf. Und siehe da: „Erst muckte er noch, aber nach wenigen Kilometern lief er wieder rund“, freute sich Sontheim. „Seither fährt natürlich auch ein wenig die Angst mit.“ Doch der 50-Jährige glaubt weiter fest daran, dass ihn sein Lanz-Bulldog nicht im Stich lassen wird.

Um das Gefährt nicht zu sehr zu strapazieren, hat er die Route für den Rückweg etwas abgeändert. Am Sonntag soll Manfred Sontheim planmäßig zurück in Machtlfing sein. Sobald er angekommen ist, geht das Geburtstagsfeiern in die nächste Runde. Denn dann hat seine Frau Tina ihren Ehrentag. Diesen will das Ehepaar mit einem gemeinsamen Abendessen mit den beiden Töchtern Anna (20) und Magdalena (18) begehen.

Ob Manfred Sontheim nach der Alpenüberquerung erneut zu einer abenteuerlichen Tour mit dem Lanz-Bulldog aufbrechen wird, weiß er übrigens noch nicht. Eines steht für ihn aber fest: Seinen Oldtimer-Bulldog sollen später seine Töchter übernehmen. Geübt haben die zwei auch schon: Im Sommer hätten sie ihn ein paar Mal in die örtlichen Biergärten ausgefahren.

Manfred Sontheim aus Machtlfing fährt mit 16 PS über die Alpen

Machtlfing – Mit maximal 20 km/h von Machtlfing aus über den Brenner bis nach Riva del Garda fahren – zu dieser außergewöhnlichen und etwas waghalsigen Tour bricht Manfred Sontheim an seinem 50. Geburtstag am kommenden Sonntag auf. Mit seinem Oldtimer-Bulldog, einem Voll-Diesel Lanz Baujahr 1956 mit 16 PS, geht es für den Jubilar ab in den Süden. Vorher feiert er im Kreise von Familie, Freunden und Verwandten in Pähl.

Um spätestens 13 Uhr soll die Abfahrt sein. „Ich muss schon schauen, dass ich pünktlich loskomme“, sagt Manfred Sontheim und schmunzelt. „Das ist sicher nicht ganz einfach, wenn man mit Familie und Freunden zusammen feiert.“ Zum Abschied wünscht er sich von seinem Neffen ein Ständchen auf der Ziehharmonika. Vier Tage lang ist er anschließend insgesamt 356 Kilometer unterwegs, bis er sein Ziel erreicht – wenn alles glattläuft.

Wenn Manfred Sontheim zurückkommt, steht der nächste Geburtstag an

Einkehren will der gebürtige Machtlfinger unterwegs in Gasthöfen. In Riva selbst ist nur eine Nacht geplant. Am nächsten Morgen will er bereits den Rückweg antreten, um pünktlich zum 15. September wieder zu Hause zu sein. Denn dann steht schon die nächste Feier an: „Meine Frau Tina hat an diesem Tag ihren Geburtstag“, erzählt Manfred Sontheim. Den verbringt sie aber etwas ruhiger bei einem Abendessen mit ihrem Mann und den beiden Töchtern Anna (20) und Magdalena (18).

„Seine Mädels“ unterstützen Manfred Sontheim bei der geplanten Alpenüberquerung. „Die finden das ganz witzig, glaube ich“, sagt der Familienvater. Nur Ehefrau Tina habe Bedenken, dass er den Verkehr zu sehr ausbremse. Darüber macht sich auch der 49-Jährige Gedanken. Er wisse noch nicht genau, wie sehr er den Straßenverkehr stört und ob es gefährliche Überholmanöver geben wird. Doch trotz dieser Sorgen überwiegt bei dem passionierten Bulldog-Fahrer eindeutig die Vorfreude.

Ein Roadtrip durch Kalifornien inspirierte Sontheim

Schon seit 30 Jahren lässt ihn der Gedanke, eine weite Reise mit seinem Oldtimer zu bestreiten, nicht mehr los. „Direkt nach dem Ende meiner Wehrdienstzeit habe ich mit Freunden aus dem Dorf vier Wochen lang einen Roadtrip durch den Westen der USA gemacht“, erinnert sich Manfred Sontheim. „Als wir mit dem Wohnmobil über die Golden Gate Bridge in San Francisco gefahren sind, dachte ich mir, wie einmalig es wäre, mal mit dem Lanz-Bulldog über diese Brücke zu fahren.“

30 Jahre später setzt er diesen Plan etwas abgeändert in die Tat um: Brenner-Bundesstraße statt Golden Gate Bridge, Gardasee statt Pazifik, aber die ganze Strecke auf seinem Lanz-Bulldog. Der Oldtimer begleitet Manfred Sontheim von Kindesbeinen an. Heute fragt er sich, ob er nicht schon den Lanz lenken durfte, bevor er das Radlfahren lernte.

Manfred Sontheim hat seinen Bulldog für die Reise auf Vordermann gebracht

Damit das Gefährt die Tour auch an steil gelegenen Abschnitten wie dem Jaufenpass gut übersteht, hat Sontheim den Bulldog gut vorbereitet. „Ich habe eine neue Batterie eingesetzt, eine Windschutzscheibe angebaut und alle Öle gewechselt“, zählt der Machtlfinger auf. „Diverse Riemen, Lager und Bremsbeläge wurden erneuert, und der Bulldog hat neue Reifen sowie einen Sitz mit Rückenlehne bekommen.“ Auch zwei Holzkisten für Ersatzteile und Gepäck hat er am Gefährt montiert.

Für Regen hat Manfred Sontheim mit einem mobilen Kabinendach aus Holz und Kunststofffolie vorgesorgt. Die Konstruktion kann er in wenigen Minuten aufbauen. Mit dieser Ausrüstung ist er guter Dinge. „Dem Bulldog vertraue ich blind. Da wurde technisch viel gemacht, und ich weiß genau, was“, sagt er. „Zudem gehört er schon fast 50 Jahre zur Familie.“ In Riva angekommen, hat Manfred Sontheim bereits Pläne: „Ich mach mir ein Bier auf, zünde mir eine Pfeife an“, sagt er. „Und vielleicht finde ich am See ein schönes Plätzchen, wo ich meinen Bulldog fotografieren kann.“

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