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Der Unterstützung von Bürgermeisterin Anna Neppel (r.) und der Bürgergruppen-Vorsitzenden Christine Hirschberger kann sich Robert Klier gewiss sein. 

Bürgergruppe Andechs

Klier sieht frühen Start als Vorteil

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Die Bürgergruppe Andechs schickt ihren Kandidaten Robert Klier offiziell ins Rennen um das Bürgermeisteramt.

Machtlfing – „Wir haben den besten Kandidaten“, frohlockte Christine Hirschberger bei der Nominierungsversammlung der Bürgergruppe Andechs. Die Aussage blieb am Freitagabend unwidersprochen ist bislang der einzige Bürgermeisterkandidat in der Gemeinde Andechs. Am Freitag machten die Mitglieder der Bürgergruppe im Gasthaus Höfler in Machtlfing amtlich, was Klier schon im Mai angekündigt hatte (wir berichteten). Mit 21 von 22 Stimmen wurde er für die Kommunalwahl im März als Spitzenkandidat nominiert.

Im März sind es zwölf Jahre, dass die Bürgergruppe Andechs eine Bürgermeisterin stellt. Die Friedingerin Anna Neppel darf dann aus Altersgründen aber nicht mehr antreten. Ihr folgen will der 47-jährige Klier, der seit 20 Jahren in Erling lebt und betont, dass er zwar „zuagroast“, aber mit einer Erlingerin verheiratet ist.

Vor sechs Jahren hatte sich der Fachlehrer für Bautechnik schon einmal aufstellen lassen – damals für den Gemeinderat und für die SPD. Den Sprung ins Gremium schaffte Klier, der an Platz 7 und 8 gelistet war, aber nicht. Die SPD erhielt nur zwei Sitze, während die Bürgergruppe weiter mit sechs Gemeinderäten plus Bürgermeisterin im Gremium blieb und mit insgesamt 663 auch die meisten der 1756 gültigen Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die CSU hatte drei Stimmen weniger. Andechs hatte seinerzeit 2632 Stimmberechtigte. Die Einwohnerzahl hat sich mittlerweile aber um rund 300 erhöht.

Christine Hirschberger, die nicht nur die zweite Bürgermeisterin hinter Neppel, sondern auch Vorsitzende der Bürgergruppe ist, sagte, dass mit Anna Neppel zwar eine Ära zu Ende gehe, aber die Ära der Bürgergruppe werde sich fortsetzen. „So sehe ich das“, sagte sie. Seitdem bekannt sei, dass sich Klier als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stelle, also seit Mai, habe die Wählergemeinschaft acht Neuzugänge zu verzeichnen. „Eine super Zahl, das hat uns sehr gefreut“, betonte die Vorsitzende.

Dazu hat Klier möglicherweise beigetragen, denn der Vater zweier erwachsener Kinder ist seit Mai unterwegs, vor allem auch in den Ortsteilen Machtlfing und Frieding, wo ihn die Menschen vielleicht nicht kennen, während er in Erling als zweiter Schützenmeister der Tell-Schützen und als Vorstandsmitglied im Heimatverein schon fester verwurzelt ist. „Das ist ein großes Paar Schuhe, das ich mir angezogen habe“, sagte der 47-Jährige und ist froh, im Mai so früh ins Rennen gegangen zu sein. Er habe seitdem gute Gespräche geführt, die ihn in seinem Tun bestätigten.

Er versicherte, er höre genau zu, schreibe alles auf und werte aus. „An meinem Programm bin ich eigentlich jeden Tag dran.“ In den Grundzügen stellte er dies in Machtlfing vor – zum Beispiel, dass er sich an der neuen Sporthalle auch Außenanlage wünscht, damit die Kinder rauskommen. Und dass eine Schulerweiterung „fällig ist“. Containerlösungen seien jedenfalls nicht nach seinem Gusto. Und es liege in der Natur seines Berufs, dass er ein Auge auf die Bautätigkeiten werfen werde, das Thema bezahlbarer Wohnraum gehöre dazu.

Handwerkerhof und so genannte Coworking-Spaces, in denen unterschiedliche Firmen in großen Büros auf Zeit oder auf Dauer Synergien nutzen können – das sind weitere Stichwörter, die er nennt. „Die langfristige Entwicklung unserer Gemeinde ist mir ein Anliegen“, versicherte er. Dazu suche er das Gespräch mit den Bürgern.

Dass ihm das Thema Ökologie am Herzen liegt, bewies er mit einem Körbchen voller kleiner Honiggläser. Den Honig habe er selbst geerntet, insgesamt 27 Kilo, nachdem er mit seinem „Imker-Partner“ einen Schwarm Wildbienen auf eine Blühwiese losgelassen habe. „Es funktioniert“, freute er sich und verteilte zum Beweis die Gläschen. Auf den Tischen lagen auch bedeutungsschwangere Walnüsse. Unterrichte man wie er darstellende Geometrie, entwickle man ein Faible dafür. „Manchmal wird sie verschluckt. Oder man pflanzt sie ein und es wächst was.“ Klier würde eher gern wachsen.

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