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Diskussion um den Anbau: Im Andechser Bauausschuss sind einige Räte nicht glücklich mit dem geplanten Kubus. Auch der Denkmalschutz macht Probleme. 

Gemeinderat Andechs

Ein Rathaus, viele Probleme

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Keine Barrierefreiheit, Probleme mit dem Brandschutz und zu klein – das Andechser Rathaus hat einige Mängel, die ein Anbau beheben soll. Doch der Denkmalschutz stellt den Gemeinderat vor Herausforderungen.

Erling – Der Kubus, der Pavillon oder doch ein Neubau? Im Andechser Gemeinderat gingen die Meinungen am Dienstagabend auseinander. Fest steht bisher nur eines: Das alte Rathaus reicht nicht mehr. „Wir haben alle Räumlichkeiten ausgeschöpft“, betonte Bürgermeisterin Anna Neppel in der Sitzung. Zudem erfülle das denkmalgeschützte Gebäude weder die Brandschutzauflagen noch sei es barrierefrei. Der vorläufige Plan war deshalb, einen würfelförmigen Anbau schräg hinter dem bisherigen Rathaus zu errichten.

In dieses Gebäude sollten das Bauamt und die Kasse ziehen. Durch einen Aufzug wäre der Anbau behindertengerecht. Denkmalschutztechnisch gestaltet sich das Ganze jedoch schwierig, denn der Anbau darf nicht direkt an das alte Rathaus gebaut werden, sondern muss mindestens 2,90 Meter Abstand haben.

Straßenbreite und Stellplatzfragen bereiten den Räten Probleme

„Die Straße neben dem Anbau wäre nicht breit genug für den Begegnungsverkehr und die Schulkinder“, warnte Architekt Jürgen Gollwitzer. „Das Anbaugebäude wäre also nur fußläufig erreichbar, oder man müsste es von Norden aus erschließen.“ Mit einem Anbau, der nur fußläufig erreichbar wäre, waren die Gemeinderäte, allen voran Stefan Dorn (CSU), nicht einverstanden. Auch die Stellplatzfrage wurde lebhaft diskutiert. „Es gibt keine Lösung, die einen Anbau mit Tiefgarage ermöglicht“, machte Gollwitzer den Gemeinderäten klar. 

Christian Kaiser (SPD) warf ihm vor, das Projekt zu blockieren. „Ich blockiere nicht, aber es gibt einfach nicht mehr Platz“, entgegnete Gollwitzer. Johann Albrecht (Bürgergruppe) brachte daraufhin einen ganz anderen Lösungsansatz ins Spiel. Anstelle einer Erweiterung direkt neben dem Rathaus schlug Albrecht vor, ein Gebäude auf einem nahe gelegenen Grundstück hinter dem alten Rathaus errichten zu lassen.

Maximilian Pänzinger: „Wo soll das Geld herkommen?“

Diese Alternative brachte Geschäftsleiter Maximilian Pänzinger zur Verzweiflung. „Ein Neubau dahinten, das kostet vier oder fünf Millionen. Wo soll das Geld herkommen?“, fragte er. Und gab sich direkt selbst die Antwort: „Seien wir ehrlich, das Geld haben wir einfach nicht.“ Der Anbau hingegen sei mit geschätzten Kosten von etwa 1,6 Millionen finanziell zu leisten. Benedikt Baur (CSU) plädierte für ein pragmatisches Vorgehen: „Wir sparen uns den Anbau und lagern Bauamt und Kasse in den Behelfsbau Pavillon aus“, sagte er. „Der ist gut in Schuss und barrierefrei.“ Einziges Problem: In dem Pavillon sind die Lebenshilfe und eine Bücherei untergebracht. „Ich würde die Lebenshilfe schon gern in der Gemeinde behalten“, sagte Georg Scheitz (CSU).

Einig wurden sich die Gemeinderäte in puncto Rathauserweiterung nicht, der Beschluss fiel dennoch relativ eindeutig aus. Die Gemeinde will nun ein Gespräch mit dem Referatsleiter des Landesamts für Denkmalpflege führen, um herauszufinden, ob man mit dem Anbau nicht doch näher an das alte Rathaus heranrücken könne. Nur Baur stimmte gegen diesen Vorschlag, da er die „pragmatische Pavillon-Lösung“ bevorzugt.

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