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Machten sich ein Bild: Die Fachleute Petra Fontana (r.) und Maximilian Mayer (l.) ließen sich durch Erling führen. Es gab viele gute Beispiele, zum Beispiel an der Kirche, wo eine gepflasterte Rampe seitlich der Treppe hinaufführt. 

Ortsbegehung in Erling: „Wir sind schon ganz schön weit“

So steht es um die Barrierefreiheit: Gemeinde erntet Lob

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Vertreter von Gemeinde Andechs und Landratsamt Starnberg haben sich in Erling angeschaut, wie es um die Barrierefreiheit bestellt ist. Das Ergebnis fiel unterm Strich positiv aus.

Erling – „Da kann sich so manche Gemeinde die Finger nach schlecken, wir sind schon ganz schön weit“, freute sich Andechs’ Bürgermeisterin Anna Neppel am Donnerstag. Sie hatte den Kreis-Behindertenbeauftragten Maximilian Mayer und Petra Fontana von der Fachstelle für Senioren zu einer Ortsbegehung eingeladen, um Hindernisse und Beschwernisse, aber auch positive Beispiele in Sachen Barrierefreiheit zu untersuchen.

Während es für die Fachkraft für Senioren in der Hauptsache um generationsgerechte Umgebungen geht, liegt das Augenmerk des Behindertenbeauftragten auf den Gegebenheiten für Menschen mit Einschränkungen. Ihre Zusammenarbeit ist eng, Schnittstellen in seniorenpolitischem Gesamtkonzept und Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen gibt es viele. „Was wir machen, soll für alle gut sein“, fasste es Petra Fontana zusammen, bevor sich die Gruppe auf den von Bürgermeisterin und Bauamtsleiter Michael Kuch gesteckten Weg durch Erling machte.

Dabei waren die Gemeinderäte Christine Hirschberger, Peter Schmaderer und Peter Eberl, die Behindertenbeauftragte der Gemeinde, Christine Lautenbach, Christian Rothdauscher vom Bauamt, Bianca und Thomas Wilfert, Ulrike Kerzel von der Nachbarschaftshilfe, Hildegard Scherbaum vom VdK und bratend für die Gemeinde Straßenplaner Benjamin Neudert vom gleichnamigen Ingenieurbüro.

An den Anfang der Begehung kritisierte Eberl Straßenbreiten in Neubaugebieten. Der Gemeinderat Andechs hätte sich seinerzeit auf eine Straßenbreite von 5,50 Meter geeinigt. Eberls Meinung nach ist das viel zu schmal, „da ist kein Platz für einen Gehweg“. Dem schließt sich die Bürgermeisterin mittlerweile an. Als dies beschlossen worden sei, sei von Wohnstraßen ausgegangen worden. Die Erfahrung zeige, dass diese oft als Durchfahrten genutzt würden. „Eigentlich bräuchten wir sieben Meter“, räumte sie ein. Dafür verwies Neppel auf eine Vorzeige-Kreuzung, die bei der Umgestaltung des Dorfplatzes entstanden sei. Die Staatsstraße kann sicher überquert werden. Bordsteine sind abgesenkt, in der Mitte gibt es eine Verkehrsinsel und in den Böden sind Leitliniensysteme für Menschen mit Sehbehinderung eingelassen. Auch Bianca Wilfert kam in ihrem Rollstuhl gut auf die andere Straßenseite und ohne Hindernis auch bis zur Pfarrkirche St. Vitus, zu der an den alten Stufen vorbei eine gepflasterte Rampe führt.

Mängel tun sich erst auf dem Weg die Andechser Straße Richtung Rathaus auf. Dort gegenüber steht zum Beispiel die Alte Schule, an deren Eingangsstufen für Menschen mit Rollstuhl Schluss ist. Dort könnte sich Mayer eine Rampe vorstellen, die von der Seite auf die Stufen führt. Allerdings sind die Hindernisse in dem denkmalgeschützten Haus deshalb noch nicht überwunden.

Das gilt auch fürs Rathaus, in dem durch einen Anbau Abhilfe geschaffen werden könnte. Im Großen und Ganzen gab es wenig zu bemängeln, ohne die Ortsteile Frieding und Machtlfing gesehen zu haben. Auffallend für Andechs ist, dass es wenige Geschäfte gibt. Zumindest ist Erling mit Supermarkt, Bank, Apotheke und Ärzten versorgt.

Petra Fontana war am Ende zufrieden: „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte sie. Ebenso die Andechser, die sich freuten, die Verantwortlichen im Landratsamt kennen gelernt zu haben und als Unterstützung zu wissen.

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