Florian Brennauer und sein Mitarbeiter Jörg Friedrich bereiten den Stegbau vor.  In einer Woche geht‘s los.
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Florian Brennauer und sein Mitarbeiter Jörg Friedrich bereiten den Stegbau vor. In einer Woche geht‘s los.

Froschgartl

Andechs bekommt seinen ersten Steg

  • vonAndrea Gräpel
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Der Gemeinde Andechs gehört nur ein etwa 400 Meter breites Uferstück am Ammersee – das Erholungsgelände Froschgartl. Außer einer eigenen Boje darf sie sich nun auch bald über einen Steg freuen.

Andechs – „Das Badegelände ist ganz wichtig für uns als Gemeinde“, sagt Andechs’ Bürgermeister Georg Scheitz. Seit 1973 besitzt die Gemeinde dort schon eine Boje, die offiziell Übernachtungsgästen der Klostergemeinde vorbehalten ist. Der Erholungsflächenverein übernahm Kiosk und Badegelände 1978 und brachte beides 2009 aufwendig auf Vordermann. In seiner letzten Amtszeit war Karl Roth als Starnberger Landrat Vorsitzender des Vereins, vormals war er auch Bürgermeister der Klostergemeinde. Als Erlinger weiß er deshalb die Abendstunden bei Sonnenuntergang auf diesem Andechser Fleckerl am See schon immer zu schätzen.

Scheitz erinnert sich, dass ein Steg erstmals nach der Fertigstellung des Radweges zwischen Herrsching und Aidenried im Jahr 2015 zur Sprache kam. Ein Steg würde den Zugang zum Wasser erleichtern, der aktuell nur über die teils spitzen Kieselsteine möglich ist. Außerdem erinnert sich Scheitz daran, dass es in der Nähe schon einmal einen Steg gegeben habe. Es war ein Anlegesteg, der vorübergehend auch Dampferhalteplatz einer Fracht- und Schleppschiffgesellschaft aus Bierdorf war. Das liegt lange zurück. Seit dem Zweiten Weltkrieg gebe es aber weder in Fischen noch in Wartaweil einen Steg, weiß Karl Strauß, Vorsitzender des Heimatvereins Erling-Andechs.

Die Idee von 2015 wurde vom Erholungsflächenverein noch unter dem Vorsitz von Roth kurz darauf aufgegriffen. Scheitz erinnert sich daran, dass es einige Gespräche mit der Schlösser- und Seenverwaltung und auch mit der Kreisbehörde in Landsberg gegeben habe, denn der Ammersee gehört in deren Zuständigkeitsbereich. Und Seeeinbauten sind nicht gerne gesehen beziehungsweise schwierig durchzusetzen. Dem Neubau eines Stegs könne nur zugestimmt werden, wenn ein sehr hohes öffentliches Interesse bestehe, so eine Sprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung. „Hierbei müssen neben den baurechtlichen auch die naturschutzrechtlichen Belange berücksichtigt werden. In einem zweiten Schritt kann dann auf dieser Grundlage ein privatrechtlicher Gestattungsvertrag mit der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung erfolgen.“ So diene beispielsweise der 2018 neugebaute Steg in St. Alban nicht nur als Rudersteg für das Gymnasium und für den Sportverein, sondern sei auch öffentlich zugänglich.

Zunächst gab es die Idee, einen Kunststoffsteg aus mobilen Elementen zu bauen, was die Genehmigungsbehörden allerdings ablehnten. Sie bevorzugten Holz. Die Herrschinger Landschaftsarchitektin Monika Treiber wurde mit der Planung beauftragt. Im vergangenen Jahr wurde der Bau genehmigt und konnte ausgeschrieben werden.

Planerin und Florian Brennauer von der gleichnamigen Zimmerei aus Haunshofen nahmen in der vergangenen Woche Maß. „In einer Woche geht’s los“, sagt Brennauer. Der Steg wird aus Lärche gebaut. 20 Meter lang und 1,60 Meter breit soll der neue Seezugang werden, so dass sich zwei Personen begegnen können. Am Ende führt eine Holztreppe mit rutschfesten Metallstufen ins Wasser. Wenn der Steg dann in etwa drei Wochen fertiggestellt ist, liegt die Hoffnung aller Beteiligten darin, dass die Inzidenzwerte es erlauben, ihn dann auch zu nutzen.

Scheitz freut sich schon jetzt. Den gemeindlichen Parkplatz, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Erholungsgeländes im Wald liegt, habe er vom Bauhof schon freimachen lassen, so dass ausreichend Platz ist auch für Wanderer, die dort statt im Ortsbereich von Erling alternativ parken könnten. Auch Landrat Stefan Frey, der nicht Vorsitzender ist, aber im Vorstand des Erholungsflächenvereins sitzt, ist froh um die Aufwertung. Was nun noch gelöst werden müsse, sei die Situation bei den sanitären Anlagen, die aktuell nicht genüge.

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