Neuer Standort für das Katastrophenschutzlager: Alle Lager sollen in Machtlfing konzentriert werden in der ehemaligen Druckerei
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Neuer Standort für das Katastrophenschutzlager: Alle Lager sollen in Machtlfing konzentriert werden in der ehemaligen Druckerei.

Katastrophenschutz

Druckerei als neues Katastrophenschutzlager

Das Gebäude der aufgelösten Ulenspiegel-Druckerei in Machtlfing hat einen neuen Mieter – den Landkreis Starnberg. In den nächsten Wochen wird dort das zentrale Lager für den Katastrophenschutz eingerichtet.

Machtlfing – Die Druckerei Ulenspiegel in Machtlfing war eines der ersten Unternehmen in der Gegend, das infolge der Corona-Krise aufgeben musste. Das war im August vorigen Jahres. Seither standen die Räume an der Birkenstraße – die Druckerei hatte 1200 Quadratmeter – leer. In den nächsten Wochen wird dort wieder viel Betrieb herrschen, denn der Landkreis richtet dort sein zentrales Katastrophenschutzlager ein. Das hat viele Vorteile.

Kreissprecherin Barbara Beck bestätigte auf Anfrage, dass der Mietvertrag zu Monatsbeginn geschlossen worden sei und der Landkreis die Schlüssel für den Bau kurz nach Ostern bekommen habe. Aus Sicht des Kreises sei das Gebäude „ein Glücksgriff“, weil dort mehr Platz als an den aktuellen Standorten sei und alles an einem Ort gelagert werden könne. Zudem könne sich die Kreisbrandinspektion dort auch Büros einrichten. Ein Ersatz für das vor einigen Jahren in Frieding geplante Katastrophenschutzzentrum ist die Liegenschaft aber nicht.

Der Landkreis lagert für den Katastrophenfall Material unterschiedlicher Art. Derzeit im Fokus steht insbesondere Material gegen die Pandemie. So hatte der Kreis mit Stand voriger Herbst beispielsweise fast 20 000 Liter Hand-Desinfektionsmittel gelagert, rund 400 000 Stück einfacher Mundschutz, mehr als 200 000 FFP2-Masken, fast 20 000 Pflegekittel oder mehr als 4000 Schutzanzüge. Auf Lager sind auch Geräte und Ausrüstung für Kliniken (Notkrankenhaus). Zum Katastrophenschutzlager gehören aber auch viele andere Dinge, die nichts mit Corona zu tun haben. Dazu gehört Ausrüstung für den Fall einer Tierseuche wie Afrikanische Schweinepest oder Geflügelgrippe, für Überschwemmungen (Sandsäcke) und einiges mehr. Derzeit befindet sich das Hauptlager auf dem Gelände des Sonderflughafens in Oberpfaffenhofen, Nebenlager gibt es in Etterschlag und Gauting. Letzteres war in gewisser Weise mit Auslöser für die Entscheidung, ein neues Lager zu suchen. Dort hatten illegal feiernde Jugendliche sich im Lager bedient und einen Schaden von mehreren Tausend Euro angerichtet und Teile eines Notkrankenhauses unbrauchbar gemacht (wir berichteten). Bis Ende Mai sollen diese Lager nach Angaben von Barbara Beck aufgelöst werden.

Kreisbrandrat Peter Bauch, der die Lager mitverantwortet, ist mit dem Umzug hoch zufrieden. Das Lager in Oberpfaffenhofen habe Nachteile, die Außenlager seien für Vandalismus anfälliger. Der neue Standort in Machtlfing sei gut zu bewachen. Dass die Inspektion dort auch noch Büros nutzen kann, hat auch Vorteile. In Machtlfing wird auch das Gedächtnis der Feuerwehren im Landkreis und in Oberbayern Räume bekommen – das Archiv. Das leidet seit Jahren unter Platzmangel, ist im Keller des Landratsamtes eingelagert, doch wurde der Platz dort auch anderweitig gebraucht. Karl Gfüllner hatte 1992 mit dem Archiv begonnen, heute führt es Johann Brabetz. Seit 2011 gibt es eine Außenstelle in Söcking, weil der Platz im Landratsamt nicht reichte. Mittlerweile lagern im Feuerwehrarchiv mehr als 50 000 Archiveinheiten.

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