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Über einen Straßenführungsplan und Vorverkaufssatzung will sich die Gemeinde Grund für einen Gehweg sichern.

Gehweg Widdersberger Straße

Ein Gespräch, das es nicht gab?

Die Gemeinde Andechs wünscht sich einen Gehweg an der Widdersberger Straße im Ortsteil  Frieding. Dafür braucht sie Grund. Angeblich wurde mit den Anliegern schonmal gesprochen, so das Rathaus. Die Anlieger wissen davon nichts.

Frieding Die Einleitungssätze von Georg Scheitz klangen ein wenig geheimnisvoll. „Manchmal kommt man zu was, was man nicht so gern machen wollte“, sagte der neue Andechser Bürgermeister, als es der zweiten Gemeinderatssitzung unter seienr Leitung am Dienstag um einen „Straßenführungsbebauungsplan“ für die Widdersberger Straße im Ortsteil Frieding ging. Hinten im Saal saßen mehrere Anlieger dieser Straße, und mit denen hatte sich Scheitz vor der Sitzung recht intensiv unterhalten. Dann berichtete Geschäftsleiter Michael Kuch über den bisherigen Werdegang der Angelegenheit.

Bereits im November 2017 hatte der Bauausschuss auf Antrag der SPD-Fraktion die Aufstellung eines Straßenführungsbebauungsplans beschlossen, und zwar zur Sicherung einer Fahrbahnbreite von 5,50 Metern plus einer Gehwegbreite von 1,50 Metern. Der Straßenraum sei nahezu durchgehend bereits als solcher vorhanden, doch in verschiedenen Bereichen sei die Gemeinde Andechs nicht Grundstückseigentümer. Betroffen sind laut Kuch verschiedene Eigentümer oder Eigentümergemeinschaften. Insgesamt sei ein Flächenbedarf von 126 Quadratmetern bei 16 Eigentümern notwendig.

Im April 2019 habe der Gemeinderat dies zur Kenntnis genommen, den Antrag zurückgestellt und ein Gespräch mit allen betroffenen Grundstückseigentümern beschlossen. In den Sitzungsunterlagen steht, das Gespräch sei am 3. Juni 2019 geführt worden. Dabei sei aus Sicht der Verwaltung deutlich geworden, dass die Errichtung eines Gehwegs mehrheitlich nicht gewünscht werde und dass die bisherige Straßensituation beibehalten werden solle. Stattdessen sei eine Geschwindigkeitsreduzierung gewünscht worden. Die Grundstückseigentümer haben schriftliche Stellungnahmen abgegeben.

In der Diskussion bezeichnete Erasmus Höfler (Bürgergruppe) einen Gehweg als sehr wichtig. Scheitz sprach von einer gefährlichen und unübersichtlichen Situation, zumal Kinder über die Straße liefen. Es sei aber Eigentum der Anlieger, man müsse mit ihnen reden. Der Gemeinderat beschloss die Aufstellung des Straßenführungsbebauungsplans und anschließend auch eine Satzung, die der Gemeinde für Grundstücke dort ein Vorkaufsrecht gibt. Die Anlieger, die gekommen waren, zeigten sich nach der Sitzung draußen vor der Turnhalle recht irritiert. Dass ein Gespräch stattgefunden habe, bestritten mehrere von ihnen nachdrücklich. „Man hat mit uns nicht gesprochen“, sagte eine Dame und fügte vielmehr hinzu, die frühere Bürgermeisterin Anna Neppel habe es abgelehnt, mit ihnen zu reden. Es stimme auch nicht, dass die Anlieger keinen Gehweg wollten. Vielmehr plädierten sie für individuelle Regelungen je nach Straßensituation.

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