Gemeinderat

Mit Rekord-Haushalt in die Schuldenfreiheit

Der Gemeinderat Andechs hat ein Fernziel im Blick: Schuldenfreiheit im Jahr 2024.

Andechs – In der Haushaltsübersicht fiel Peter Schmaderer (Grüne) ein Posten auf. „22 000 Euro Zinsausgaben sind relativ viel“, merkte der Andechser Gemeinderat in der Sitzung am Dienstag an. Ob die Gemeinde Darlehen vorzeitig tilgen könne? Wenn solche Fragen aufkommen, kann es um die Finanzen der Gemeinde nicht schlecht bestellt sein. Tatsächlich: Die aktuelle Finanzplanung sieht vor, dass bis 2021 keine weiteren Kredite aufgenommen werden. Mehr noch, die Rücklagen sollen in dem Zeitraum deutlich ansteigen. 

Große Vorhaben: Kinderhaus und Sporthalle

In jedem Jahr ist ein Plus eingeplant (2019: 974 000 Euro, 2020: 235 000 Euro, 2021: 340 000 Euro). Auf ungläubiges Nachfragen von Erasmus Höfler (Bürgergruppe) bestätigte Geschäftsleiter Maximilian Pänzinger: „2023 oder 2024 wären wir schuldenfrei und hätten Rücklagen.“ Bürgermeisterin Anna Neppel betonte aber: „Das ist recht euphorisch gerechnet. Wir wären schon froh, wenn wir bis dahin keinen Kredit brauchen würden.“

Die Gemeinderäte gaben in der Sitzung ihre Zustimmung für den Haushalt 2018 – der umfasst 14,6 Millionen Euro. „Ein Riesenhaushalt. So einen haben wir noch nicht gehabt“, sagte Pänzinger. Das bedinge sich durch Baumaßnahmen. Eine solche wird das geplante Kinderhaus (3,4 Millionen Euro) mit Sporthalle (2,08 Millionen Euro). Spatenstich soll im März sein. Für das Projekt hat der Gemeinderat nun die Erd-, Drain- und Kanalbauarbeiten vergeben, für die rund 236 000 Euro anfallen.

Unsicher: Was wird aus den Straßenausbaubeiträgen?

„Die wirtschaftliche Lage der Firmen ist gut“, mahnte Christian Kaiser (SPD) vor möglicherweise steigenden Kosten. Der Gemeinderat ist zugleich Vorstand der Friedinger Feuerwehr. Durch den geplanten Neubau des Friedinger Feuerwehrhauses sollen allerdings keine Kosten anfallen. Wie berichtet, soll der Verkauf des bestehenden Gebäudes die Ausgaben für das neue decken. Die Ausgaben für die Aufträge könnten sich durchaus erhöhen, bestätigt Pänzinger auf Nachfrage. „Allgemein sagt man, dass die Baupreise steigen.“

Ein Unsicherheitsfaktor sind die Straßenausbaubeiträge. Diese sollen abgeschafft werden. Alleine bei den Arbeiten an der Herrschinger und der Starnberger Straße bliebe Andechs auf 247 000 Euro sitzen. „Aber der Staat wollte ja einspringen“, sagt Pänzinger. Offen ist noch, wie viel Unterstützung die Gemeinden bekommen.

Wenn in Andechs genügend Geld übrig bleibt, können die Gemeinderäte weiter daran denken, ihre ohnehin zinsgünstigen Darlehen vorzeitig abzuzahlen.

Rubriklistenbild: © dpa

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