Belohnung

Führerloses Monowheel verletzt Rennradfahrer schwer

  • vonAndrea Gräpel
    schließen

Ein Unbekannter war am Samstag mit einem sogenannten Monowheel unterwegs. Plötzlich kam es ihm aus und rollte in einen Rennradfahrer. Der Mann wurde schwer verletzt. Die Angehörigen setzten eine Belohnung aus.

Update vom 1. Juni, 17 Uhr:

Die Polizei Herrsching hat die Fahndung nach einem flüchtigen Monowheelfahrer, der am Samstag in Erling einen Unfall verursacht hat, nach weiteren Erkenntnissen nun verstärkt. Wie berichtet, war ein 66-jähriger Rennradfahrer durch einen führerlosen Monowheel, auch Onewheel oder Segway genannt, auf der Andechser Straße Höhe Bernhardhof in Erling schwer verletzt worden. Angehörige, die sich beim Starnberger Merkur gemeldet haben, beschreiben dramatische Szenen.

Wie die Polizei nun mitteilt, sei der mit Motorradhelm fahrende Monowheel-Fahrer mit hoher Geschwindigkeit gefahren, als er ein Auto überholte, offenbar das Gleichgewicht verlor und nicht einfach abstieg, sondern selbst gerade rechtzeitig noch abspringen konnte, bevor er sich verletzt hätte. Den für den Straßenverkehr nicht zugelassenen elektrisch angetrieben Reifen habe es dabei regelrecht durch die Luft geschleudert. „Das Segway schoss dann wie eine Kanonenkugel auf das Fahrrad zu“, berichtet der Angehörige, der mit dem 66-Jährigen Richtung Kloster fuhr. Nicht auszudenken, hätte das 12 bis 13 Kilogramm schwere Teil ihn am Kopf getroffen. „Das war unfassbar knapp.“ Und wie die Polizei weiter mitteilt, wurde der Radfahrer beim Sturz so schwer verletzt, dass er operiert werden musste.

Der Unfallverursacher sei zudem nicht direkt geflüchtet, sondern rannte zu dem Verletzten hin, aber nicht, um ihn zu helfen, sondern um das zwischen 500 und 5000 Euro teure Gerät anders als berichtet zu schnappen und damit zu flüchten. Passanten hatten noch versucht, den Mann anzuhalten, was ihnen aber nicht gelang. Er flüchtete über einem Feldweg.

Zeugen hatten den Angehörigen berichtet, dass der etwa 1,90 Meter große junge Mann (20 bis 30 Jahre) ihnen zuvor in der Klosterkirche unangenehm aufgefallen sei, weil er auch dort sein Monowheel benutzt hätte.

Wie berichtet, hat der Unfallverursacher schwarze Kleidung getragen und einen schwarzen Helm, einem Motocross-Helm ähnlich, so die Polizei. Die Ermittlungen dauern an. Die Passanten, die den Unfall beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Im Übrigen hat die Familie des Verunglückten eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des Unfallverursachers führen.

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei Herrsching unter z (0 81 52) 9 30 20 entgegen. grä

Erstmeldung vom 31. Mai:

Erling - Monowheels sind auf deutschen Straßen eigentlich verboten. Und wie der Unfall beweist – aus gutem Grund. Bei dem elektrisch angetriebenen Gerät handelt es sich um einen Reifen, der links und rechts Trittflächen hat. Man bewegt sich aufrecht stehend wie auf einem Scooter fort, nur ohne Lenkstange.

Am Samstag war ein unbekannter Mann mit Helm und Visier damit gegen 15 Uhr in auf der Andechser Straße in Erling Richtung Ortszentrum unterwegs. Beim Überholen eines Autos verlor der Mann die Kontrolle und musste absteigen, sein Einrad allerdings rollte führerlos weiter direkt auf den Radfahrer zu, teilt die Polizei mit.

Zuerst will Monowheel-Fahrer helfen - dann überlegt er es sich anders

Der Mann mit Helm wollte offenbar zunächst dem Berliner helfen, überlegte es sich dann aber anders und flüchtete. Zurücklassen musste er sein teures Spielzeug, das in der Anschaffung je nach Ausstattung zwischen 500 und 5000 Euro kostet. Das allein wird schmerzen, aber die Polizei ermittelt nun auch gegen ihn wegen fahrlässiger Körperverletzung, Unfallflucht und Fahrens ohne Straßenzulassung.

Der Sachschaden am Fahrrad wird auf mehr als 300 Euro geschätzt. Zeugen werden um sachdienliche Hinweise gebeten, Telefon (0 81 52) 9 30 20. Der Unbekannte wird wie folgt beschrieben: 1,90 Meter groß, schlank und schwarz gekleidet.

Die Bundesregierung fördert derzeit nicht nur den Kauf von E-Autos und Plug-in-Hybriden, auch bei der Installation einer Wallbox gibt es einen fetten Zuschuss vom Staat.

Starnberg-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Starnberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Starnberg – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Rubriklistenbild: © Snaumann-Fotografiie

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare