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104 Ehrenamtliche haben die Einladung von Bürgermeister Anna Neppel in diesem Jahr angenommen. Ihnen galt der Dank der Bürgermeisterin. Wer Lust hatte, durfte nach dem offiziellen Teil auch bowlen. 

Gemeindeempfang

Wichtig für Dorf und Gemeinschaft

Die Gemeinde Andechs lädt ihre Ehrenamtlichen einmal im Jahr zu einem Empfang ein. Zum zweiten Mal schon wurde danach gebowlt.

Rothenfeld – Normalerweise arbeiten sie für andere. In ihrer Freizeit, für wenig oder gar kein Geld. An diesem Abend aber durften sich die Ehrenamtlichen einmal zurücklehnen und sich für ihr Engagement würdigen lassen. „Sie sind wichtig für unser Dorf, unsere Gemeinschaft, unser Leben“, sagte Bürgermeisterin Anna Neppel am Donnerstagabend beim Empfang der Andechser im Ehrenamt, zu dem die Gemeinde jährlich einlädt.

192 Bürger hatte sie in diesem Jahr benachrichtigt, 104 waren gekommen. Gemeinderäte und Schülerlotsen, Feuerwehrleute und Nachhilfelehrer aus der Gemeinde Andechs trafen sich im Bowling-Center in Rothenfeld. „Sie denken nie an sich selbst, und das in einer Zeit der Egoisten und ausgefahrenen Ellenbogen“, lobte Neppel. In der Gemeinde gibt es insgesamt 34 Vereine, in denen sich Ehrenamtliche für die Natur, Tiere oder andere Menschen engagieren.

Eine von ihnen ist Marianne Strauß. Die 65-Jährige leitet die katholische Bücherei in Erling. Jeden Tag ist sie in der Bibliothek, kauft Medien ein, bearbeitet sie und organisiert den täglichen Ablauf. Einmal im Monat kommen alle acht Klassen der Carl-Orff-Grundschule, leihen sich Bücher aus und bringen die alten zurück. „Das ist Großkampftag“, sagte sie und lachte. Freunde und Bekannte sagten ihr, dass sie verrückt sei, weil sie sich so viel Arbeit mache. Aber sie macht es gerne. „Wir kriegen so viel zurück“, sagte Marianne Strauß. Wenn sie sieht, wie sich die Kinder freuen, weil sie ein neues Buch entdecken. Oder wenn ein Erwachsener ein Problem hat und sie gerade das passende Buch dazu hat. Was sie besonders freut: „Die strahlenden Kinderaugen, wenn ich ein Bilderbuch vorlese.“ Es gibt aber auch andere Tage – „wenn man so gegängelt wird mit den ganzen Vorgaben“. Um Förderungen zu erhalten, muss sie jedes Jahr eine genaue Statistik abgeben. Da gebe es schon Ärger, wenn eine Quadratmeterzahl nicht genau stimme. Von den Politikern wünscht sie sich deshalb: „Mehr Geld und mehr Anerkennung für diesen Zeitaufwand.“

Anerkennung bekamen sie und die anderen Ehrenamtlichen an diesem Abend zumindest von der Gemeinde. „Ihr Engagement ist nicht zu ersetzen“, sagte der evangelische Pfarrer Michael Stein. „Wir brauchen das an allen Ecken und Enden.“ Trotzdem solle jeder auch an sich selbst denken. Er mahnte die Ehrenamtlichen: „Achten Sie auf Ihre eigenen Kräfte.“   iru

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