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Auch letzter „Zipfel“ nun legalisiert

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Von: Stefan Reich

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Um dieses Gelände geht es: Michael Strobl braucht die 1,6 Hektar große Fläche, sie steht aktuell aber unter Landschaftsschutz. Das Herausnahmeverfahren läuft.
Um dieses Gelände geht es: Michael Strobl braucht die 1,6 Hektar große Fläche, sie stand aber unter Landschaftsschutz. Die Herausnahme ist nun genehmigt. © A. Jaksch

Schon seit Jahren lagert ein ortsansässiges Straßenbau-Unternehmen auf einem Grundstück am Steyrerweg im Andechser Gemeindeteil Frieding unerlaubt Aushubmaterial. Trotz Beseitigungsaufforderung durch Behörden blieb der Lagerplatz, der sich in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, bestehen. Bauunternehmer Michael Strobl, der direkt südlich des Lagerplatzes auch seinen Betriebssitz hat, berief sich zuletzt darauf, dass bald ohnehin mit einer Legalisierung zu rechnen sei. So wird es nun auch kommen. Der Kreistag hat der notwendigen Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet zugestimmt.

Frieding - Die 1,6 Hektar große Fläche ist Teil des Gewerbegebietes Frieding-Nord. Alle Grundeigentümer dort hatten Beseitigungsanordnungen im Nacken. Erst nach zwölf Jahren und viel Streit mit empörten Friedinger Bürgern konnte die Bauleitplanung im vergangenen Jahr unter Dach und Fach gebracht werden. Nur das Bauunternehmen Strobl war zusätzlich auf die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet angewiesen und musste deshalb ein Jahr länger zittern. Ein „Zipfel“, der aus dem Schutzgebiet herausragt, und dessen Schutzwürdigkeit auch Bürgermeister Georg Scheitz infrage gestellt hatte. In entsprechender Erwartung einer positiven Entscheidung wird dort sogar schon seit 2014 Bauschutt gelagert – trotz einer im Jahr 2017 ausgesprochenen Nutzungsuntersagung. Strobls Klage dagegen war vom Verwaltungsgericht München auch abgewiesen worden.

Gegen die Stimmen von Grünen, AfD, der Linken und Christine Nimbach (fraktionslos) beschloss der Kreistag nun aber die Herausnahme der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet. Damit kann der Bebauungsplan in Kraft treten. Zur vollständigen Legalisierung des Lagerplatzes muss der Betreiber jedoch noch einen Wall errichten und dafür einen Bauantrag stellen. Bei dessen Prüfung werde auch geschaut, ob Vorgaben zum Umweltschutz eingehalten würden, sagte Landrat Stefan Frey in der jüngsten Kreistagssitzung. Er reagierte damit auf Bedenken von Dorothea Burger (ÖDP-Fraktion), die baurechtlichen Vorgaben zu Schutzmaßnahmen könnten nicht ausreichen für die Lagerung von Material aus dem Straßenbau.

Für die Grünen-Fraktion im Kreistag kritisierte Adrienne Akontz die „nachträgliche Legalisierung“. Sie und ihre Fraktionskollegen hielten es „nicht für tolerabel, dass jahrelang Anordnungen und sogar ein Gerichtsurteil ignoriert wurden und das im Nachhinein belohnt wird“.  

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