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Hausbau

Ortsentwicklung

Bauboom in Erling

Werden alle Planungen umgesetzt, wird Erling absehbarer Zeit hunderte Einwohner mehr haben als heute.

Erling – Im Landkreis Starnberg ist der Wohnraum knapp und teuer. Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums genießt höchste Priorität. Dem Bauausschuss Andechs lag am Dienstag eine informelle Anfrage für das 3600 Quadratmeter große Areal der VR Bank vor, auf dem aktuell noch die Filiale untergebracht ist und auf dem bis zu 30 Wohneinheiten und zusätzlicher Gewerberaum entstehen könnten. „Damit entstehen in Erling 150 bis 200 Wohneinheiten auf einen Schlag“, erkannte Erasmus Höfler erschrocken. Wie berichtet, sind allein auf der nicht weit entfernten Stadlerwiese 54 Wohneinheiten geplant.

Die VR Bank stellt zudem eine Tagespflegestation, teilweise Mietpreisbindung und ein Belegungsrecht für die Gemeinde in Aussicht. Alles grundsätzlich vorstellbar, befand das Gremium und hängte ein dickes „Aber“ dran: Versiegelung des Bodens, Stellplätze, Verkehr und Hochwasser.

Architekt stellt zwei verschiedene Entwürfe vor

Architekt Walter Koziol stellte zwei Bau-Varianten für das Grundstück an der Herrschinger Straße vor. Das Gebäude mit der Filiale soll bestehen bleiben, so VR-Marketingleiter Johann Oberhofer. Variante 1 sieht 24 Wohneinheiten in zwei Doppelhäusern, einem Mehrfamilienhaus und – neben Gewerberäumen – auch in dem Baukörper an der Straße vor. Insgesamt 30 Wohneinheiten würden mit Variante II in drei miteinander verbundenen Mehrfamilienhäusern geschaffen. Nach Baunutzungsverordnung wäre noch mehr möglich, erklärte der Architekt. Der Ortsentwicklungsplan allerdings sieht weniger vor. Peter Eberl (SPD) erinnerte daran, dass der gültige Rahmenplan höchstens zwölf Wohneinheiten zulasse.

Erasmus Höfler (BG) hatte das große Ganze im Blick und zählte alle geplanten Projekte von Pähler Hart, am Steinrinnenweg, Stadlerwiese und am Sportplatz zusammen (wir berichteten). „Wie wirkt sich das auf die Verkehrssituation aus?“, fragte er besorgt. Eine Antwort darauf konnte Bauamtsleiter Siegfried Wirkner freilich nicht aus dem Ärmel schütteln. „Das ist halt so, dass mit der Wohnbebauung der Verkehr zunimmt.“ Und klar, auch der Boden werde weiter verdichtet und das Hochwasserproblem am Kienbach müsse berücksichtigt werden.

Christine Hirschberger (BG) griff die Stellplatzfrage auf. „Ich sehe keine Fläche, wo man mehr als die vier bestehenden Stellplätze schaffen könnte.“ Koziol: „Wir denken an Tiefgaragen, und auf dem Grundstück ist auch genügend Platz vorhanden.“ Die Themen werden in der kommenden Gemeinderatsitzung im Rahmen des zu überarbeitenden Flächennutzungsplans eingehend diskutiert.

Von Michèle Kirner

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