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Ein Bild aus alten Zeiten, als sich 14 Burschen aus Frieding zusammentaten, um eine Blaskapelle zu gründen. Nur Erwin Rauscher (6.v.l.) beherrschte damals ein Instrument – das Tenorhorn. 

50. Jubiläum

Geboren aus einer Bierlaune heraus

Die Blaskapelle Frieding feierte eigentlich schon mit dem jüngsten Weihnachtskonzert den Start ins Jubiläumsjahr. Das Beste aber kommt erst noch - im Juni.

Frieding – Schon mit dem Weihnachtskonzert hat die Blaskapelle Frieding auf ein großes Ereignis in diesem Jahr hingewiesen: Im Sommer feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen. Einer, der wie der Andechser Altbürgermeister Erwin Rauscher auch, von Anfang an dabei war, ist Peter Sedlmayr sen. Der 69-jährige Friedinger ist Elektriker, inzwischen im Ruhestand. So wie Rauscher auch. „Wir haben uns aus einer Bierlaune heraus gedacht, das wär’ doch was Schönes, eine Blaskapelle“, erinnert er sich an die alten Zeiten, als 14 musikbegeisterte Männer, die sich aus der Nachbarschaft kannten, 1967 die Blaskapelle gründeten. Dazu heuerten sie den zweiten Dirigenten der Herrschinger Kapelle an, Hans Knapp. „Wir waren alle Anfänger, zwischen 19 und 30 Jahre alt“, so Sedlmayr senior. Nur Rauscher spielte damals ein Instrument – das Tenorhorn. Die anderen waren blutige Laien. „Man nahm das Instrument in die Hand, und hat es ausprobiert. Das war nicht immer einfach“, weiß Sedlmayr. Er brachte sich als 19-Jähriger Trompetespielen selbst bei. Und später noch Flügelhorn, das er seit 30 Jahren spielt.

Im Januar 1967 hatte die Kapelle ihren allerersten Auftritt. „Wir haben was Leichtes gespielt, daher waren wir nicht so nervös.“ Zum Beispiel das Soldatenlied „Ich hatt’ einen Kameraden“ oder auch „Ännchen von Tharau“. In den Jahren darauf folgten Geburtstagsständchen und Auftritte bei lokalen Festen. Die Bekanntheit wuchs. Heute hat die Blaskapelle 29 Mitglieder, darunter auch sieben Frauen. Sedlmayr sen. ist das letzte Gründungsmitglied, das noch mitspielt. Seit 20 Jahren sind auch seine Söhne Markus (34) und Peter (37) mit von der Partie. Sie haben Flügel- und Tenorhorn gelernt – allerdings in der Musikschule.

Neuzugänge müssen inzwischen sogar ein Leistungsabzeichen beim Musikerbund machen. Dabei können sie Bronze, Silber oder Gold ergattern. Was sich sonst noch geändert hat? „Wir bestreiten auch größere Feste und haben mehr Auftritte.“ Um die 40 jährlich, so Vorsitzende Julia Herkert (32). Das ist, so Sedlmayr, nicht zuletzt ihrem Herrn Papa, Dirigent Burkard Herkert, zu verdanken. Er leitet die Kapelle seit 30 Jahren. „Wir kommen meistens sehr gut an. Das merkt man am Applaus“, erklärt Sedlmayr sen. Den hatten die Friedinger auch 2005 erhalten, als sie mit einer Delegation des Kreises den Partnerlandkreis Taipeh besuchten.

„Man muss sich Zeit für Musik nehmen“, weiß Sedlmayr aus Erfahrung. Also üben, üben, üben. Jeden Donnerstag im Vereinsheim. Für Sedlmayr ist das zum Teil seines Lebens geworden, ans Aufhören denkt er in keinster Weise. Nur die Marschmusik sei ihm zu anstrengend. „Es ist eine Sucht. Der eine geht Fischen, der andere macht eben Musik.“

Das große Festwochenende zum 50. Jubiläum mit musikalischen Gästen aus Tirol und Böhmen wird im Höllriglstadl in Frieiding am Wochenende 16. bis 18. Juni gefeiert.

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