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Gratulantenschar: Thomas Eichinger, Landrat des Landkreises Landsberg am Lech, der neue CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling und Starnbergs Landrat Karl Roth (v.l.) feierten gestern Abend das Ergebnis.

Bundestagswahl 2017

Michael Kießling holt das Direktmandat im Wahlkreis Starnberg/Landsberg

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Die CSU hat bei der Bundestagswahl 2017 den neuen Wahlkreis Starnberg erobert – das war zu erwarten gewesen. Im Landkreis Starnberg lagen die Ergebnisse der Christsozialen allerdings unter denen des ganzen Wahlkreises. Entsetzen herrscht über das Abschneiden der AfD.

Starnberg– CSU-Kandidat Michael Kießling aus Denklingen hat das Direktmandat im Wahlkreis Starnberg-Landsberg am Lech deutlich gewonnen. Allerdings wurde am Sonntagabend seine Geduld auf eine ernste Probe gestellt. Erst zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale meldete die Gemeinde Pöcking als erste das vorläufige Endergebnis.

Zwei Stunden zuvor, als die ersten Hochrechnungen im TV übertragen wurden, verfolgten die CSU-Offiziellen bei der Wahlparty im Landratsamt das Abschneiden ihrer Partei noch mit versteinerten Mienen. Als dann allerdings endlich die ersten Ergebnisse aus dem Landkreis Starnberg auf die Leinwand projiziert wurden, war das Aufatmen im Saal fast hörbar. „An mir liegt es zumindest nicht“, kommentierte Kießling direkt nach dem Eintreffen der ersten Ergebnisse sein Abschneiden. „Mit dem Ergebnis hier bei uns im Wahlkreis bin ich sehr zufrieden, das Gesamtergebnis der CSU allerdings ist enttäuschend.“

Kießling vermutete gestern Abend, dass insbesondere die Abwanderung von ehemaligen CSU-Wählern zu FDP und AfD Schuld an dem Ergebnis der Gesamt-CSU habe. „Natürlich haben wir in Sachen Asylpolitik versucht, die Sorgen der Bürger aufzugreifen. Die Änderung der Asylgesetze ging direkt auf unsere Initiative zurück. Aber am Ende ist das beim Wähler offenbar nicht angekommen“, so Kießling, der sich bei seinen zahlreichen Helfern im Wahlkampf bedankte.

Es gebe viel zu bereden, wenn sich die CSU-Landesgruppe am Dienstag und Mittwoch erstmals in Berlin trifft. Eine Wohnung in der Bundeshauptstadt hat Kießling noch nicht. Mit dem amtlichen Endergebnis ruht sein Amt als Bürgermeister von Denklingen.

Große Jubelstürme blieben allerdings der FDP und den Grünen vorbehalten, deren Ergebnisse teilweise deutlich über dem Bundesschnitt lagen. Insbesondere die FDP, die nach Auszählung der Hälfte der Stimmbezirke auf Platz zwei bei den Zweitstimmen lag, ließ keinen Zweifel an ihrer Zufriedenheit aufkommen. Dennoch herrschte zumindest an diesem Wahlabend eine gedrückte Stimmung im Landratsamt. Grund war das Abschneiden der AfD, die zwar im Landkreis Starnberg im Rennen um die vorderen Plätze keine Rolle spielte, dessen ungeachtet aber als drittstärkste Kraft in den Bundestag einzieht.

Landrat Karl Roth (CSU) sagte beim Eintreffen im Landratsamt: „Ich bin erschüttert. Und das hat nichts mit dem Wahlergebnis der Union auf Bundesebene zu tun. Aber wenn sich AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland in Berlin hinstellt und ruft: ,Jetzt holen wir uns unser Land zurück‘, dann ist das ein Schlag ins Gesicht eines jeden Demokraten.“

Einen bitteren Abend erlebte SPD-Direktkandidat Christian Winklmeier: „Das ist ein absolut enttäuschendes Ergebnis“, sagte er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Am Morgen hatte er seine 600-Kilometer-Lauftour, die symbolisch für seinen Weg nach Berlin stehen sollte, im Wahllokal in Gilching beendet. „Ich persönlich bin nicht frustriert“, sagte er.

Dass sein persönlicher Wahlkampf erfolgreich gewesen sei, lasse sich auch daran ablesen, dass zwischen Erst- und Zweitstimme nach knapp der Hälfte der ausgezählten Stimmbezirke fast vier Prozent gelegen hätten. „Wir haben alles gegeben und ich will den Wahlkampf nicht nur anhand von zwei Zahlen (Erst- und Zweitstimme) beurteilt wissen“, so Winklmeier. Er kündigte an, sich auch weiter politisch in der SPD zu engagieren: „Mich bekommen sie nicht so leicht los.“

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