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Sie alle wollten nach Berlin: (v.l.) Harald von Herget (Freie Wähler), Heinz Thannheiser (Bayernpartei), Kerstin Täubner-Benicke (Grüne), Martin Hebner (AfD), Britta Hundesrügge (FDP), Christian Winklmeier (SPD), Claudia Ruthner (parteilos) und Michael Kießling (CSU). Nicht auf dem Bild Tobias McFadden (Piraten), Raffael Sonnenschein (Linke) und Karin Boolzen (ÖDP).

Bundestagswahl 2017

Weitere Stimmen von Direktkandidaten zum Ergebnis im Wahlkreis Starnberg/Landsberg 

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    Sebastian Tauchnitz
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Enttäuschte Gesichter auf der einen, Jubelstimmung auf der anderen Seite und zwischendrin viel Nachdenkliches. Das sagen die Wahlkreiskandidaten der nun im Bundestag vertretenen Parteien zu den Ergebnissen:

Landkreis – FDP-Kandidatn Britta Hundesrügge war mittendrin im Epizentrum der liberalen Euphorie. Sie verbrachte den Wahlabend in der Berliner Parteizentrale und war ganz aus dem Häuschen, als sie der Starnberger Merkur dort erreichte. „Das ist ein tolles Gefühl, nach vier Jahren wieder in den Bundestag zurückzukommen“, sagte die 50-Jährige. „Nach all dem, was wir durchlebt und durchlitten haben.“ Für Regierungsverantwortung sieht sie ihre Partei gerüstet. „Ich würde eine Jamaika-Koalition begrüßen“, sagte sie mit Blick auf ein rechnerisch mögliches Bündnis von CDU, CSU, FDP und Grünen. Einziger Wermutstropfen: das starke Abschneiden der AfD. Sie selbst wird nicht im neuen Bundestag dennoch nicht vertreten sein, Listenplatz 17 hat für Hundesrügge nicht gereicht.

Abgeordneter in Berlin wird dagegen Martin Hebner. Der 57-Jährige zieht als Spitzenkandidat der bayerischen AfD in den neuen Bundestag ein. Mit dem Ergebnis von rund 13 Prozent habe er gerechnet, sagte Hebner. Bei den Rückmeldungen der vergangenen Wochen habe sich das abgezeichnet. „Ich kenne sogar CSU-Mitglieder, die diesmal AfD gewählt haben.“ In Berlin werde die AfD als „starke Fraktion“ und als „einzige echte Opposition“ auftreten. Beim Blick auf eine mögliche Jamaika-Koalition zeigte sich Hebner beinahe amüsiert: „Wenn ich mir vorstelle, wie die CSU Frau Roth applaudiert ... “ Bis nach 20 Uhr war der 57-Jährige gestern übrigens nicht als Wahlhelfer, sondern als „Wahlbeobachter“ in einem Münchner Wahllokal unterwegs. „Es ist alles sehr akkurat gelaufen.“

Bernhard Feilzer (Linke) zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnis seiner Partei: „Der stark ländlich geprägte westliche Teil des Landkreises Landsberg verhindert zwar ein besseres Ergebnis, aber grundsätzlich bin ich zufrieden mit meinem Abschneiden.“

Kerstin Täubner-Benicke (Grüne) war – abgesehen vom AfD-Schock („Eine völkische, antidemokratische und rassistische Partei“) – in Feierlaune. „Noch ist unklar, ob die FDP oder wir drittstärkste Kraft im neuen Wahlkreis sind, aber wir sind sehr zufrieden“, sagte sie. Die Grünen hätten in nahezu allen Gemeinden dazugewinnen können. „Der lange Wahlkampf, bei dem mich die einzelnen Ortsvereine vorbildlich unterstützt haben, hat sich gelohnt.“ In Sachen möglicher Regierungsbeteiligung bei einer Jamaika-Koalition gab sie sich bedeckt: „Die Gespräche müssen an uns herangetragen werden. Alles weitere muss man sehen.“  set/ps

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