Der gerettete Mäusebussard stellte sich nach der Aktion in voller Pracht den Kameras.
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Der gerettete Mäusebussard stellte sich nach der Aktion in voller Pracht den Kameras.

Feuerwehreinsatz

Bussard steckt in Hecke fest

  • vonAndrea Gräpel
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So einen Einsatz hat die Feuerwehr nicht alle Tage: Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Machtlfing wurden am Samstag an den Leitenweg gerufen, weil sich dort zwischen Zaun und Hecke ein junger Bussard verfangen hatte. „Wie er da hingekommen ist? Ich habe keine Ahnung“, sagt Kommandant Martin Popp.

Machtlfing - Eine Anwohnerin hatte die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie bemerkt hatte, dass der Vogel in der Hecke feststeckte – am Kopf eine verdächtige Verletzung. „Wir haben das Tier gar nicht erst angefasst“, sagt Popp, der in seiner 36-jährigen Laufbahn als Feuerwehrmann noch nie etwas mit einem Bussard zu tun hatte. Allerdings weiß er, dass die Fänge der Greifvögel nicht ungefährlich sind. „Glücklichweise habe ich die Nummer einer Falknerin im Ort, die habe ich gleich angerufen.“ In Machtlfing befindet sich die einzige Auffangstation im Landkreis.

Feuerwehr und Bussard mussten auf die Hilfe deshalb nicht lange warten. Ausgerüstet mit einem dicken Lederhandschuh musste die Falknerin aber erst mal selbst zwischen Hecke und Zaun krabbeln, um das Tier richtig anpacken zu können, es zu befreien und in eine Transportkiste zu heben.

Mäusebussarde werden bis zu einem halben Meter groß und rund ein Kilogramm schwer. In diesem Fall war es noch ein junger Bussard, „vermutlich aus dem letzten Jahr“, schätzt die Falknerin. Ihrer Einschätzung nach hatte er die Maulwurfshügel einer nahe gelegenen Wiese im Visier, als er vermutlich von einer Katze angegriffen wurde. Jedenfalls hatten die Nachbarn von einer Katze berichtet. „Eigentlich ist das ungewöhnlich“, so die Falknerin. Bussarde seien normalerweise recht wehrhaft. In diesem Fall suchte die junge Greifvogel-Dame dann allerdings wohl panisch Schutz und steckte fest.

Einsätze wie diese sind auch für Martin Popp spannend zu beobachten. „Wir schauten vor allem, dass nicht zu viele Leute an den Vogel herankommen und ihn noch mehr unter Stress setzen.“ Die Ortsfeuerwehr war mit acht Aktiven im Einsatz – und mit Bürgermeister Georg Scheitz. Auch er, selbst seit seiner Jugend bei der Freiwilligen Feuerwehr in Erling aktiv, hatte mit einem Bussard noch nichts zu tun gehabt und war nach Machtlfing geeilt, um sich das anzusehen. Für gewöhnlich sind Greifvögel ja mehr aus der Ferne zu bestaunen.

Seit 34 Jahren gibt es die privat geführte Auffangstation in Machtlfing bereits. Feuerwehren, Polizei, Jäger und Tierheime sind froh um die Hilfe der Falknerin, die namentlich nicht genannt werden will. Sie wird gerufen in Fällen wie diesen oder wenn mal wieder Turmfalken gegen große Fensterscheiben geflogen sind. „Das kommt häufiger vor“, sagt sie. Die Anwohner in Machtlfing hätten richtig gehandelt, indem sie Hilfe holten und nicht selbst versuchten, das Tier zu retten. Wie auch Popp schon richtig einschätzte, können Greifvögel durchaus gefährlich werden – der Bussard mit seinen Fängen, Falken mit dem Schnabel.

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