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Im inneren Kreis: Michael Kießling (hinten) beim CSU-Wahlkampfabschluss in München mit (v.l.) Joachim Herrmann, Angela Merkel und Horst Seehofer.

CSU in der Krise

Die Katerstimmung nach dem Wahlabend

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  • Sandra Sedlmaier
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Katerstimmung in der CSU. Auch am Tag nach der Bundestagswahl war das historisch schlechte Abschneiden der Partei noch lange nicht verdaut. Eine Umfrage unter prominenten CSU-Politikern im Landkreis.

Landkreis – Nach der Wahl ist vor der Wahl und für Dr. Ute Eiling-Hütig geht es um alles: Sie will, daran ließ sie am Montag keinen Zweifel aufkommen, am 5. Oktober von ihren Parteifreunden auf dem Heiligen Berg in Andechs erneut zur Wahlkreiskandidatin für die Landtagswahl 2018 ausgerufen werden.

Doch möchte sie denn im kommenden Wahlkampf unter der Führung des heutigen Ministerpräsidenten Horst Seehofer an den Start gehen? „Kein Kommentar“, so die spröde Antwort der CSU-Politikerin. „Heute über Personalentscheidungen zu reden, steht mir nicht zu“, fügte sie an. Nun gehe es darum, die Ergebnisse vom Sonntag auszuwerten. Direktkandidat Michael Kießling habe „im Wahlkampf alles richtig gemacht, was sich auch am Erststimmen-Ergebnis abgezeichnet hat“. Zehn Prozent Stimmenverluste bei den Zweitstimmen, „das war allerdings eine derbe Klatsche“.

Bevor sich Eiling-Hütig zu Personalfragen äußert, will sie erst einmal die Sitzung der CSU-Landtagsfraktion am Mittwoch abwarten und sehen, wie das Ergebnis inhaltlich aufgearbeitet wird. „Dann sehen wir weiter.“

Auch die CSU-Kreisvorsitzende Stefanie von Winning tat sich am Montag schwer damit, das Wahlergebnis zu beurteilen. „Der CSU-Politik das Erstarken der AfD in die Schuhe zu schieben, ist wohlfeil“, meinte sie. Aber das sei nicht fair. Sicher, der Versuch, mit starken Worten ein Abwandern der Wähler hin zur AfD zu verhindern „hat nicht funktioniert“. Aber „ansonsten bin ich ratlos. Die AfD war ein unsichtbarer Gegner, den wir nicht zu packen bekommen haben“. Eine Personaldebatte innerhalb der CSU findet von Winning derzeit verfrüht. „Wir müssen zunächst schauen, wie sich die Partei inhaltlich ausrichtet und dann das dazu passende Personal suchen“, sagte sie. Orientiere sich die Partei eher nach rechts, sei sicher Markus Söder die naheliegende Wahl, suche die Union ihr Heil in der Mitte, würde sich laut von Winning eher Joachim Herrmann anbieten. „Es wird zu viel über Personen und zu wenig über Inhalte gesprochen“, klagte sie. Es gehe darum, dass „Konzept Volkspartei, an das ich immer noch glaube, zu verteidigen“.

CSU-Bezirksrat Harald Schwab positionierte sich deutlich klarer: „Man muss verstärkt mit sachlichen Argumenten die AfD enttarnen. Viele Protestwähler sind zur AfD und zur FDP abgewandert. Die muss man mit Sachargumenten zurückgewinnen.“ Hat es Seehofer vergeigt? „Ja. Mit seiner Abgrenzung zu Merkel im Vorfeld und dem anschließenden Kuschelkurs. Sein ,Ohne Obergrenze keine CSU‘ hat ihm keiner abgenommen.“ An der CSU-Basis rumore es: „Sein Rückhalt bröckelt.“

Für Bergs CSU-Chef Andreas Hlavaty ist das Wahlergebnis keine Überraschung. „Das haben wir im Straßenwahlkampf schon festgestellt, dass viele zur FDP oder zur AfD abwandern.“ Auch das schlechte CSU-Ergebnis verwundert ihn nicht. Allerdings habe nicht nur Seehofer Schuld daran. „Erst auf Frau Merkel einzuprügeln und dann auf Schmusekurs zu gehen, ist zwar schwer nachvollziehbar.“ Doch das Ergebnis spiegele auch Kritik an der Kanzlerin wider. „Viele waren mit der Entscheidung, pauschal Flüchtlinge ins Land zu lassen, nicht zufrieden.“ Die konservativen Kreise hätten viele Ängste, begründete und unbegründete. Dass Schwerverbrecher kaum abzuschieben sind, aber integrierte Asylbewerber, die eine Arbeit haben, ausreisen müssten, sei schwer vermittelbar. Dazu die Vergewaltigung eine Woche vor der Wahl: „Das war Wasser auf die Mühlen.“

Landrat Karl Roth war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ein Sprecher des Landratsamtes teilte mit, dass „terminliche Gründe“ eine kurze Stellungnahme gegenüber dem Starnberger Merkur verhindern würden.

Auch der frischgewählte CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling hatte sich am Wahlabend nur zögerlich zum Ergebnis seiner Partei geäußert: „Die Abwanderung von Wählern zur AfD verstehe ich nicht. Dass sich an der Asylpolitik einschneidende Dinge geändert haben, geht direkt auf das Engagement der CSU zurück“, sagte Kießling bei der Wahlparty.

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