Wohnmobil-Stellplatz in Andechs
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Der Stellplatz am Fuße des Heiligen Berges ist auch aktuell noch stark frequentiert.

Pandemie-Jahr macht es besonders deutlich: Trend zum Wohnmobil nimmt weiter zu

Das eigene Appartement immer dabei

Der Trend zum Urlaub mit dem Wohnmobil nimmt zu. Das wirkt sich auch auf die Belegung auf dem Wohnmobilstellplatz unterhalb vom Kloster Andechs aus. Und dies dank immer komfortablerer Ausstattung bis in die kalte Jahreszeit hinein.

Andechs – Pächter Dominic Cloudt spricht heuer von einer „gigantischen Steigerung“. Cloudt führt den Trend auch auf Corona zurück. „Die Leute wollen bei der Wahl ihrer Reiseroute flexibel sein“, vermutet Cloudt, der derzeit mit seiner Familie selbst mobil in der Toskana Urlaub macht. Natürlich mit dem Camper.

Insgesamt 40 Appartements auf Rädern finden unterhalb des Heiligen Bergs eine Bleibe. An den Wochenenden ist rund die Hälfte belegt. Unter den Besuchern sind auch Laura und Kai Walter mit ihrem Mops Anakin, die ihr Gefährt gerade eingeparkt und am Strom angeschlossen haben. „Wir bleiben ein bis zwei Tage“, sagt das Ehepaar. Die Nacht kostet 15 Euro. Mit Strom sind es 19 Euro. Die Tickets können unkompliziert am Parkscheinautomaten gelöst werden – und im Preis inbegriffen ist ein Gutschein für eine Halbe im Bräustüberl, sagt Chefplatzwart Adam Klemm, während er dem Hund ein Leckerli zusteckt.

Den Iveco Daily beziehungsweise das Glücksmobil haben sie von Laura Walters Mutter geborgt, nachdem das Virus dem Paar schon im Sommer die Hausbootfahrt mit Freunden über die Mecklenburgische Seenplatte verpatzt habe, erzählen sie. Quasi aus der Not geboren und „eine super Entscheidung“ sei das gewesen. Sie sind begeistert. Neben der Flexibilität sei die Dusche und die Toilette im Auto ein Vorteil.

Ihre großzügige fahrbare Unterkunft wirkt allerdings fast winzig, vergleicht man sie mit dem schräg gegenüber abgestellten Concorde Charisma. Und es ginge noch größer, berichtet Klemm. „Wir hatten Wohnmobile mit einem Smart im Kofferraum hier.“

So groß ist das Gefährt von Stephan und Karin Lenz nicht, die gerade vom Gardasee angereist sind. Aber immerhin trägt das Fahrzeug Marke Phoenix einem Roller huckepack. Die Räder der Vorruheständler sind im Kofferraum verstaut. „Geplant waren ein paar Wochen in Italien und Frankreich“, erzählt der Kölner. Schließlich wurde darauf Italien und Andechs. „Weil es hier so schön ist“, sagt er mit Blick auf das Kloster und Wiesen und Wälder. Auf den Geschmack eines Urlaubs mit Wohnmobil sind Stephan und Karin Lenz schon vor 30 Jahren gekommen.

Die Nutzer haben den Stellplatz in Andechs 2020 auf der Plattform www.promobil.de auf den zweiten Platz der Anbieter für 31 bis 50 Reisemobile gewählt. Dass Wohnmobile nicht erst seit Kurzem im Trend liegen, zeigt ein Blick auf die Entwicklung des Fahrzeugbestands: Von 2015 bis 2020 legte der Bestand an Wohnmobilen in Deutschland nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts in Dresden von gut 390 000 auf knapp 590 000 zu. Und in diesem Pandemie-Jahr ist diese Zunahme auf Straßen und Stellplätzen besonders augenscheinlich geworden. Michèle Kirner

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