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Das neue Gesicht der Landfrauen im Kreis Starnberg: Was Beatrice Scheitz erreichen will

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Von: Laura Forster

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Von der Milchkönigin zur Kreisbäuerin: Beatrice „Trixi“ Scheitz ist zwar keine aktive Landwirtin, hat jedoch schon viel Erfahrung. Außerdem befüllt sie täglich die Automaten der Familienmolkerei und hilft im Hofladen.
Von der Milchkönigin zur Kreisbäuerin: Beatrice „Trixi“ Scheitz ist zwar keine aktive Landwirtin, hat jedoch schon viel Erfahrung. Außerdem befüllt sie täglich die Automaten der Familienmolkerei und hilft im Hofladen. © Andrea Jaksch

Eine Mischung aus frischem Wind und Erfahrung – das ist das neue Duo an der Spitze der Landfrauen im Landkreis. Die ehemalige Milchkönigin Beatrice „Trixi“ Scheitz hat vor Kurzem das Amt von Anita Painhofer übernommen. Ihre Stellvertreterin ist Annette Drexl.

Landkreis – Beatrice „Trixi“ Scheitz schaut sich im Ziegenstall ihrer Familie auf dem Tannhof im Andechser Ortsteil Erling um. Viele Kindheitserinnerungen verbindet sie mit dem Ort. „Mein Bruder und ich sind immer im Stall gewesen, wenn die Kitze geboren wurden. Oft hat mich mein Opa auch mit in die Molkerei genommen. Das hat mich schon geprägt“, sagt die neue Kreisbäuerin für den Landkreis Starnberg. Den Kindern und Jugendlichen von heute wieder einen Bezug zur Landwirtschaft vermitteln, das ist einer der Punkte, die Trixi Scheitz in ihrer Amtszeit erreichen will.

Seit Anfang August ist die 25-Jährige die Nachfolgerin von Anita Painhofer, die nach 20 Jahren das Amt abgegeben hat. Ursprünglich hatte die Geisenbrunnerin Annette Drexl, Ortsbäuerin aus Schlagenhofen, als neue Kreisbäuerin vorgesehen. „Ich hätte den Job auch gerne gemacht, doch zeitlich wäre sich das nicht ausgegangen. Ich stehe jeden Morgen um 4.20 Uhr im Stall, um unsere sieben Milchkühe zu versorgen. Danach arbeite ich in der Zimmerei von meinem Mann oder kümmer mich um meinen zehnjährigen Sohn. Vor allem Abendtermine sind da nicht machbar“, sagt Drexl. „Umso mehr freue ich mich, dass wir Trixi Scheitz für das Amt gewinnen konnten. Sie ist eine Bereicherung für den Bauernverband und hat ein riesiges Potential. Sie hat nicht nur Ahnung von der Landwirtschaft, sondern kann diese auch noch gut präsentieren, das hat sie ja als Milchkönigin gezeigt.“ Als Stellvertreterin stehe die 53-Jährige der Erlingerin natürlich immer mit Rat und Tat zur Seite und unterstütze sie bei jeglichen Aufgaben. „Wir wollen die beiden Ämter auf Augenhöhe ausführen und uns die Termine teilen“, sagt Drexl.

Die Stellvertreterin möchte vor allem den Zusammenhalt unter den Landfrauen stärken. „Das Miteinander ist etwas in Vergessenheit geraten. Ich könnte mir regelmäßige Kaffeekränze vorstellen, bei denen wir uns über aktuelle Themen austauschen“, sagt die Schlagenhofenerin. Außerdem will sie die Landwirtschaft wieder in die Köpfe der Bürger bringen. „Für viele ist das Thema leider komplett fremd.“

Annette Drexl
 aus Schlagenhofen unterstützt Beatrice Scheitz künftig als stellvertretende Kreisbäuerin.
Annette Drexl aus Schlagenhofen unterstützt Beatrice Scheitz künftig als stellvertretende Kreisbäuerin. © privat

Auch Trixi Scheitz hat es sich auf die Fahne geschrieben, die Landwirtschaft mehr in den Fokus zu bringen. „Der Landkreis ist sehr unterschiedlich geprägt. Es gibt einige, die mit Ackerbau oder Viehhaltung gar nichts mehr anfangen können“, sagt die Erlingerin. „Durch die viele Direktvermarktung und die offene Art der Bauern und Landfrauen wollen wir dem entgegenwirken.“

Scheitz, die selbst keine aktive Bäuerin ist, sondern als Disponentin bei einer Firma in Etterschlag arbeitet, ist es auch wichtig, dass bei Kindern und Jugendlichen das Interesse an der Landwirtschaft wieder steigt. „Stichwort Schule fürs Leben“, sagt die 25-Jährige, die in den vergangenen eineinhalb Jahren an der Hauswirtschaftsschule in Weilheim ihre Ausbildung absolviert hat. „Den Kleinen erklären, woher die Milch kommt, warum im Sommer so viele Traktoren unterwegs sind und was hinter der Erzeugung steckt, das ist mein Ziel.“ Umsetzen will Scheitz das mit Besuchen in Kindergärten oder Schulen.

Der Vorstand der Landfrauen hofft, mit der neuen Kreisbäuerin das Alter der Mitglieder etwas zu senken. „Wir können mehr junge Leute dringend gebrauchen“, sagt Annette Drexl. Scheitz zeigt sich zuversichtlich: „Als Milchkönigin habe ich schon viel Erfahrung sammeln können und weiß, wie ich die Leidenschaft für Landwirtschaft wecken kann.“ Von Vorgängerin Painhofer habe sie nicht nur Hilfe und Unterstützung angeboten bekommen: „Sie hat mir den Rat gegeben, in meine Amtszeit eine persönliche Note einzubringen. Das werde ich auch machen“, sagt Scheitz.

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