Symbolbild

Landgericht München II

Kupferdiebe landen hinter Gittern

Landkreis - Drei kommen hinter Gitter, ein vierter ist noch nicht gefasst. Die Haftstrafe ist für drei junge Rumänen die Quittung dafür, dass die Bande im vergangenen Jahr in zwei Landkreisen Kupferfallrohre, Kupferkabel und Kettensägen überall mitgehen ließ, wo es ging.

Kupferfallrohre, Kupferkabel und Kettensägen: Auf Selbiges hatten es rumänische Hilfsarbeiter im Raum Starnberg und Fürstenfeldbruck abgesehen. Drei Männern (22, 26 und 30 Jahre) wurde seit Juli vor dem Landgericht München II der Prozess gemacht. Gestern fielen die Urteile. Alle drei müssen ins Gefängnis.

Die 1. Strafkammer verurteilte die beiden älteren Männer zu jeweils vier Jahren Freiheitsstrafe, gegen den jüngsten wurden dreieinhalb Jahre Haft verhängt. Das Gericht sprach das Trio wegen schweren Bandendiebstahls schuldig. Angesichts der Intensität der Diebstähle, allesamt im Sommer 2015, hätten die Urteile auch weitaus höher ausfallen können. Doch das Trio, das anfangs keine Angaben hatte machen wollen, legte schließlich ein umfassendes Geständnis ab und offenbarte den Richtern noch ein viertes Bandenmitglied, das bislang nicht bekannt war und dementsprechend nicht gefasst werden konnte, bei den Diebstählen aber mitgemacht hatte.

Die Taten spielten sich zwischen Juni und September 2015 ab. Begonnen hatte der Beutezug in der Eisenverwertung Fürstenfeldbruck, wo die Männer 500 Kilo Kupfer aus diversen Containern entwendeten. Es folgte die Kupferbrüstungsabdeckung vom Gebäude des Schützenvereins Weßling. Danach ging es zum Wertstoffhof in Andechs, zur Wasserversorgung Gilching, zum Umspannwerk in Dießen und zum Tennispavillon des TSV Pentenried.

In den Folgewochen hatten es die Rumänen auf Werkzeug abgesehen, bis einem von ihnen schließlich eine Gerätehalle in Söcking zum Verhängnis wurde. Dort wurde der 26-Jährige festgenommen. Vermutlich kam er aufgrund der Folgen einer schweren Darm-OP mit der Beute nicht schnell genug vom Tatort weg. Die Polizei nämlich hatte die Täter durch das Anbringen eines Peilsenders am Auto der Rumänen gefasst.

Der Wagen war Anwohnern aufgefallen, weil er stets an den Tatorten gesehen worden war. Den Rumänen droht nach der Verbüßung einer Teilstrafe die Abschiebung in ihre Heimat. Falls sie wieder nach Deutschland einreisen, würden sie sich ausländerrechtlich strafbar machen. Diesen Hinweis gab der Richter den Angeklagten als Hinweis für die Zukunft mit auf den Weg.

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