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Ein etwas anderer Standlverkauf

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Von: Andrea Gräpel

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Schachteln bis unter die Decke: Erika Schwab hat all die Schachteln extra zum Verkauf am Christkindlmarkt, beziehungsweise die Dorfweihnacht gefertigt.
Schachteln bis unter die Decke: Erika Schwab hat all die Schachteln extra zum Verkauf am Christkindlmarkt, beziehungsweise die Dorfweihnacht gefertigt. © Andrea Jaksch

Als feststand, dass der Andechser Christkindlmarkt mit seiner berühmten Lebenden Krippe auf dem Heiligen Berg das zweite Jahr in Folge nicht stattfindet, waren die Erlinger bemüht, wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung runter ins Klosterdorf zu holen. Ersatzweise sollte am zweiten Adventswochenende eine Dorfweihnacht stattfinden (wir berichteten). Auch diese wurde nun abgesagt.

Erling/Machtlfing - Gleich nach der Bürgermeisterdienstbesprechung am Freitag hatte Andechs’ Bürgermeister Georg Scheitz die beiden Marktreferenten im Gemeinderat, Markus Schmolz und Christian Pfänder, zu sich gebeten, um gemeinsam mit Sylvia Essig und Peter Kirchbichler aus der Verwaltung die Lage zu besprechen. 25 Standler wurden angeschrieben, Vereine und Privatpersonen aus der Gemeinde, die seit Wochen alles vorbereiten. Denn das meiste, was verkauft wird, ist selbst gemacht. Ob Platzerl und Stollen der Erlinger Bäuerinnen, Liköre von Elterninitiativen oder die kunstvoll gestalteten Papierschachteln von Erika Schwab. Die 69-jährige Erlingerin ist seit zehn Jahren mit ihren Basteleien vertreten. „Ich dachte mir, heuer geht’s wieder, da hab ich noch ein paar gemacht“, sagt sie. Denn in drei Wochen wäre es so weit gewesen. Nun stapeln sich die kunstvoll aus Buchbinderpappe und mit Stoff bezogenen Schachteln in ihrem Haus, das ohnehin schon „voll verschachtelt ist“, sagt sie lachend. Denn Erika Schwab hat selbst Schachteln in allen Größen für alles Mögliche in Gebrauch. Alles darüber hinaus verkauft sie zum Selbstkostenpreis immer auf dem Christkindlmarkt. Eigentlich.

Bürgermeister Scheitz tut es in der Seele weh, dass selbst die Dorfweihnacht nicht stattfinden kann. Am Montag war er bemüht, einen alternativen Verkauf zu organisieren. Unter anderem um Vereinen diese Einnahmen zu ermöglichen. Weniger groß ist die Sorge, dass die Bäuerinnen ihre Platzerl und Stollen nicht losbringen. „Die haben ihre Stammkundschaft und wissen, wo sie die erreichen können“, weiß Sylvia Essig. Denn die Bestände der Erlinger Bäuerinnen sind auf dem Christkindlmarkt immer die ersten, die vergriffen sind. „Aber all die anderen, ob mit Marmeladen oder Socken...“, sagt Scheitz. Eine Idee ist, am Rathaus zwei Stände aufzubauen, in denen die jeweiligen Vereine oder Erlinger ihr Selbstgemachtes zu unterschiedlichen Zeiten verkaufen können. „Oder online“, so Scheitz, das wäre auch eine Alternative. Ende der Woche wisse er mehr.

Derweil sind alle bemüht, den Advent nicht ein zweites Mal sang- und klanglos vorüberziehen zu lassen. In Machtlfing hatte der Pfarrgemeinderat mit Michaela Wolf voriges Jahr ersatzweise einen Adventskalender organisiert, einen, wo sich an jedem Tag im Haus einer anderen Familie ein Fenster „öffnete“ und zum Staunen einlud. Die Aktion wird in diesem Jahr wiederholt und hatte Sonja Frey aus Erling so begeistert, dass sie dasselbe auch im Klosterdorf angestoßen hat. Am Rathaus in Erling soll sich am Mittwoch, 1. Dezember, das erste Fenster öffnen, begleitet von einem Standkonzert der Blaskapelle Erling-Andechs. Danach folgen dekorierte Fenster, jeden Tag in einem anderem Haus. Eigentlich war auch dies mit kleinem Rahmenprogramm geplant. Eigentlich.

Bürgermeister Scheitz ist froh, dass mit diesen Adventskalender-Aktionen wenigstens ein bisschen Adventsstimmung in den Ortsteilen aufkommen kann. „Nächstes Jahr vielleicht auch in Frieding“, sagt Michaela Wolf, „das wäre doch schön.“

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