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Bastelarbeit: Dr. Ulrich Knief baut die Nistkästen für die Wasseramsel selbst und verteilt sie an Bächen möglichst direkt über dem Gewässer, damit sich die Jungvögel reinfallen lassen können.

Naturschutz

Er gibt dem schwimmenden Singvogel wieder eine Heimat

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Dr. Ulrich Knief aus Gauting vom Landesbund für Vogelschutz im Landkreis Starnberg kümmert sich um die Wiederansiedlung der Wasseramsel.

Landkreis – Um die Vielfalt der unterschiedlichsten Lebensräume für Tiere und Pflanzen wird der Landkreis Starnberg beneidet. 72 Prozent der Landkreisfläche stehen unter Landschaftsschutz. Groß ist die Freude bei Natur- und Vogelschützern, wenn sich die Arbeit auszahlt und sich seltene Arten wie zuletzt die Kiebitze in Hechendorf wieder heimisch fühlen. Andere Arten brauchen hingegen noch ein bisschen Unterstützung. So ist auch die Wasseramsel im Landkreis selten geworden, da Flüsse an vielen Stellen kanalisiert wurden und moderne Brücken häufig keine Nischen zum Nestbau bieten. Unter anderem in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten hat die Kreisgruppe Starnberg im Landesbund für Vogelschutz (LBV) jetzt 21 Nistkästen im Landkreis aufgehängt.

Der Gautinger Dr. Ulrich Knief ist Evolutionsbiologe. Seine Doktorarbeit über Zebrafinken hat der 32-Jährige 2016 im Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen abgeschlossen. Seit einigen Jahren engagiert er sich beim LBV Starnberg. Während sein Augenmerk an seinem Arbeitsplatz an der Ludwig-Maximilians-Universität zurzeit auf Raben- und Nebelkrähen liegt, kümmert sich Knief in seiner Freizeit um die seltenen Wasseramseln im Landkreis.

Die starengroße Wasseramsel ist ein rundlich wirkender, kastanienbrauner Singvogel mit weißem Brustgefieder. Sie lebt vor allem an schnellfließenden, klaren Gewässern mit guter Wasserqualität, wo sie nach Larven von im Wasser lebenden Insekten sucht. Im Landkreis kommt sie an Würm, Lüßbach, Georgenbach, Aubach, Höllgraben sowie Kienbach vor. Der kleine Vogel ist auch insofern besonders, als er nicht nur schwimmen, sondern auch tauchen kann, um nach Nahrung zu fischen. „Jungvögel können sogar schwimmen, bevor sie fliegen können“, sagt Knief.

Insgesamt hat der Vogelfreund im nördlichen Teil des Landkreises 21 Nistkästen für Wasseramseln aufgehängt – und dabei weitere 29 gefunden, die bereits an Brücken angebracht waren. Die Kästen sind etwa 20 mal 20 mal 40 Zentimeter groß. Da sie direkt über den Fließgewässern und deswegen oft unter den Brücken hängen müssen, sind sie vom Laien kaum auszumachen. Sie dürfen auch nicht einfach aufgehängt werden. „Das hat einen langen Vorlauf“, erklärt Knief. „Man muss jeden Brückeneigentümer fragen.“

Im Kiental wurde der Gautinger von Wolfgang Lechner begleitet, Revierleiter der Bayerischen Staatsforsten im Landkreis. Sein Revier umfasst rund 2000 Hektar – von Gauting bis Garatshausen und vom Kerschlacher Forst bis zum Ammersee. Überall dort, wo der Wald im staatlichen Besitz ist. Der Diplom-Forstwirt hat zwar weniger mit Vögeln zu tun, ist aber ebenso fasziniert von der Artenvielfalt im Fünfseenland. In seinem Revier gebe es sogar seltene Schwarzstörche. „Ich verrate aber natürlich nicht, wo.“ Und wenn er Specht-Höhlen entdeckt, „dann werden diese Bäume auch nicht gefällt“. Der Anfrage vom LBV wegen der Wasseramsel-Kästen kam er deshalb gerne nach. Allein im Kiental hängen sechs.

Knief kontrolliert die Kästen regelmäßig. Im Bereich des nördlichen Landkreises hat er zehn bis elf Brutpaare ausgemacht, von denen auch schon welche die neuen Kästen angenommen und sogar schon Jungvögel hätten. „Ich hoffe auf weitere Ansiedlungen von Jungvögeln aus dieser Brutsaison“, sagt er zuversichtlich. Im Kiental sind die Kästen bisher noch nicht besetzt. Es gebe aber zwei Paare – in Andechs und in Herrsching, die sich in den vorspringenden Nagelfluhfelsen eingenistet hätten. „Weitere Kästen sind derzeit im Bau bei mir“, verrät Knief. Die will er dann am Starzenbach und an der Würm in Krailling anbringen. Geeignete Brücken hat er bereits ausgemacht.

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