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Präsentation: Toni Aigner, Bürgermeisterin Anna Neppel und Franziska Ghirardo stellten die Stele im Modell im September vor. 

Gedenkstein

Ein echter Hingucker soll es sein

Machtlfing - Stele in Erinnerung an die mutigen Machtlfinger, die den Widerstandskämpfer Albrecht Haushofer vor der SS versteckten, würde 16 500 Euro kosten. Gemeinde gibt 5000 Euro.

Sie soll ein Zeichen für Zivilcourage sein und eine Erinnerung an mutige Bürger: die Stele für Machtlfing von den Erlinger Künstlern Franziska Ghirardo und ihrem Vater Franz Nickel. Bei einer Info-Veranstaltung im September hatte sie großes Interesse hervorgerufen, nun ging es im Gemeinderat Andechs um Material-Auswahl und Finanzierung.

Wie berichtet, hatten sich Machtlfinger Bürger nach dem Hitler-Attentat 1944 selbstlos eingesetzt, um Albrecht Haushofer, der an der Verschwörung beteiligt war, vor der Verhaftung durch die Nazis zu schützen. Ursprünglich stammte der in Berlin tätige Hochschullehrer aus dem benachbarten Hartschimmelhof. Wochenlang hielten ihn Machtlfinger in einem Stadel in der Au, auf dem Kirchturm und in Privatwohnungen versteckt und riskierten dabei ihr eigenes Leben. Trotz aller Bemühungen ermordete ein SS-Kommando den Widerstandkämpfer kurz vor Kriegsende.

Die Erinnerungsstele, die momentan nur als Entwurf existiert, soll im Herbst 2017 auf dem Dorfplatz an der Pähler Straße aufgestellt werden – vorausgesetzt, sie ist finanzierbar. „Bronze ist nicht ganz billig“, räumte der Künstler ein. Allein der Roh-Guss koste 6500 Euro, mache insgesamt 16 500 Euro. Die hohe schlanke Ausgestaltung in Bronze fand dennoch großen Anklang. „Mir gefällt sie gut“, sagte Gertraud Deanell (Bürgergruppe). „Ich bitte die Gemeinde, 5000 statt wie vorgesehen 3000 Euro zur Verfügung zu stellen.“

Einen „echten Hingucker“ nannte Fraktionskollegin Christine Hirschberger das Konstrukt. „Auch die Jugendlichen sollen sich mit dem Thema befassen.“ Dafür müsse die Gemeinde Geld in die Hand nehmen, „meinetwegen die Hälfte“. Ideengeber Johann Albrecht (Bürgergruppe) findet seinen Vorschlag „wahnsinnig gut umgesetzt“. Er betonte: „Was hier mit Finanzmitteln der Gemeinde und Spenden entsteht, soll ein Zeichen nach außen sein.“

Kritik äußerte als einziger Benedikt Baur (CSU). Da die Geschehnisse über 70 Jahre zurück lägen, war er der Meinung, „damit muss man es auch gut sein lassen“. Und wenn eine Stele aufgestellt werde, dann ohne den Namen Haushofer, „weil ohne die Familie Haushofer wäre es im Dritten Reich vielleicht nicht so weit gekommen“ warf er in der Raum. Gegen seine Stimme beschloss der Gemeinderat, von den Gesamtkosten 5000 Euro zu übernehmen und auch in Haushofers Geburtsort Pähl. „Vielleicht zahlt die Gemeinde mit“, so die Hoffnung von Georg Zerhoch (CSU). Vorerst bleibt also ein offener Betrag von 11 500 Euro. Bis März bleibt Zeit, um Spenden zu sammeln, damit der Auftrag an die Künstler erfolgen kann.

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