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Frisch ist nicht nur die Möhre, die Jana Schmaderer aus ihrem Gartenboden in Erling zieht, frisch ist auch das Zertifikat zur Gartenbäuerin, das sie soeben beim Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten erworben hat.

Kreative Erwerbsmodelle

Leidenschaft wird zum Beruf

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Die Liebe zum Garten ist im Laufe der Jahre bei Jana Schmaderer gewachsen, jetzt ist sie eine von zwei Gartenbäuerinnen im Landkreis Starnberg.

Erling – Eigentlich richtet sich die Ausbildung zur Gartenbäuerin an Frauen aus landwirtschaftlichen Betrieben. Jana Schmaderer ist keine Bäuerin, aber als so genannte Multiplikatorin durfte die Erlingerin an dem Kurs beim Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (ALEF) trotzdem teilnehmen, denn seit 2010 betreut sie die Sonnenäcker der Solidargemeinschaft Starnberger Land im Landkreis Starnberg, deren Vorsitzende sie unterdessen auch ist. Der Kurs fand erst zum zweiten Mal statt. Für Jana Schmaderer eine großartige Sache. Den Premierenkurs hatte vor ihr aus dem Landkreis nur Kräuterpädagogin Gisela Hafemeyer aus Frieding besucht. „Es wäre schön, wenn es im Landkreis noch mehr Frauen gäbe“, findet die frisch gekürte Gartenbäuerin aus Erling. Leider sei diese Fortbildungsmöglichkeit im Landkreis noch nicht so bekannt.

Wer mit seinem Garten, ob mit Kräutern, Gemüse oder Blumen, etwas Besonderes erreichen möchte, braucht ein durchdachtes Konzept. Bäuerinnnen aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Ostallgäu, Starnberg, Weilheim-Schongau, Bad Tölz, Freising, Landshut und Neustadt/Aisch können sich beim ALEF in Weilheim in diese Richtung weiterbilden – zur „zertifizierten Gartenbäuerin“. Gartenbäuerinnen und Kräuterpädagoginnen sind Bäuerinnen und Frauen aus dem ländlichen Raum, die mit verschiedenen Dienstleistungsangeboten rund um Garten und Kräuter ein zusätzliches Einkommen erzielen wollen. Das können Führungen, Vorträge, Workshops, Kochkurse und vieles andere sein. Die Ausbildung ist auf Themen wie Grundlagen Hausgarten, Gartengestaltung und Floristik, Dienstleistungen mit dem Garten (wie erlebnisorientierte Freizeitleistungen), Angebotsentwicklung und -gestaltung, Kommunikation und Präsentation sowie Einsatzmöglichkeiten der Natur- und Erlebnispädagogik im Garten aufgebaut.

Der berufsbegleitende Lehrgang, der erst zum zweiten Mal in Weilheim angeboten wurde, umfasst mindestens 120 Stunden innerhalb von eineinhalb Jahren. Durchschnittlich findet der Unterricht an zwei Tagen im Monat jeweils zwischen 9 und 16 Uhr in der Landwirtschaftsschule in Weilheim statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 250 Euro.

Bereits nach dem ersten Kurs hat sich ein Verein gegründet mit Namen „Die Gartenbäuerin“. Die Initiative wird sogar staatlich gefördert, zuletzt mit einer finanziellen Spritze für den Relaunch ihres Internetauftritts. Mittlerweile ist ein Kochbuch im Entstehen.

Jana Schmaderer machte mit, auch um ihre Hobbygärtner in den Sonnenäckern besser beraten zu können. Die 49-Jährige lebt zusammen mit ihrem Mann, dem Andechser Grünen-Gemeinderat Peter Schmaderer, seit 2013 in Erling am Sonnenanger. Dort haben sie ein Häuschen und 600 Quadratmeter Garten. „Nicht groß“, weiß die Naturfreundin, „aber es reicht zur Selbstversorgung, und wir haben darauf Wert gelegt, dass er insekten- und vogelfreundlich ist.“ Die gelernte Fremdsprachensekretärin, die selbst in der Stadt aufgewachsen ist, fand als junge Mutter zur Solidargemeinschaft und damit zur Liebe zum Garten. „Seitdem ist er mir eine Herzensangelegenheit“, sagt sie. In Workshops und Vorträgen würde sie die Menschen als Gartenbäuerin gerne für die Themen vom „Stadtgarten“ und „Kompostwirtschaft“ begeistern. Dass sie zu begeistern versteht, beweist Jana Schmaderer auch als Kulturpädagogin. Seit 2008 führt sie ihr eigenes Atelier, die „Kreativwerkstatt Artis“. Von Erling aus arbeitet sie viel mit Kindern – auch in und mit der Natur. „Für mich war die Ausbildung zur Gartenbäuerin eine schöne Ergänzung“, sagt sie begeistert.

Bewerben können sich für die nächste Fortbildung Bäuerinnen und Frauen, die mit Dienstleistungen rund um den Garten zusätzliches Einkommen erzielen wollen. Sobald sich 16 Interessentinnen gemeldet haben, startet Kurs Nummer 3. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Einstiegsseminar „Innovative Unternehmerin werden und sein“, um das sich dann auch das ALEF kümmert. Dieses kostet zusätzlich 30 Euro. Anmeldungen nimmt jederzeit Angelika Hutter entgegen unter angelika.hutter@alef-wm.bayern.de.

Weitere Informationen

zur Qualifizierungsmaßnahme unter www.die-gartenbäuerin.de.

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